Russische Gerichtsvollzieher haben den Prozess zur Eintreibung von über 25 Milliarden Rubel (knapp 300 Millionen Euro) von der belgischen Euroclear Bank eingeleitet. Dies geht aus Dokumenten des Föderalen Gerichtsvollzieherdienstes (FSSP) hervor, die die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti einsehen konnte.

Seit Oktober 2024 wurden 47 Vollstreckungsverfahren gegen das Unternehmen eingeleitet, allein um diesen Betrag einzutreiben; der Gesamtwert der russischen Aktiva, die allein bei Euroclear eingefroren wurden, beträgt derweil an die 200 Milliarden Euro. Diese Verfahren basieren auf Vollstreckungsbescheiden und Anordnungen von Schiedsgerichten in Moskau, St. Petersburg und der russischen Teilrepublik Tatarstan.

Seit Mai 2024 hat die Bank unbezahlte Vollstreckungsgebühren in Höhe von fast 14,5 Millionen Rubel (knapp 180.000 Euro). Seit Dezember 2023 wurden 35 weitere Vollstreckungsverfahren gegen die Euroclear Bank wegen anderer vermögensbezogener Forderungen eingeleitet – die Höhe dieser Forderungen wurde bisher nicht offiziell beziffert.

Den Dokumenten zufolge initiierten Gerichtsvollzieher im Oktober 2024 ein Verfahren zur Pfändung der Vermögenswerte des Unternehmens auf Grundlage eines Vollstreckungsbescheids eines Gerichts in St. Petersburg.

Im Dezember 2025 hatte die Zentralbank der Russischen Föderation den belgischen Verwahrer Euroclear beim Moskauer Schiedsgericht auf besagte 200 Milliarden Euro verklagt. Am 15. Mai gab das Schiedsgericht der Klage der Zentralbank der Russischen Föderation gegen Euroclear vollumfänglich statt – und sprach dem Kläger Schadenersatz in sieben Währungen in Höhe von insgesamt rund 200 Milliarden Euro zu. Fünf Tage später forderte das Neunte Berufungsgericht für Schiedsgerichtsbarkeit in Moskau auf Klage der Aktiengesellschaft Pervaya Management Company weitere 32 Milliarden Rubel von der belgischen Euroclear Bank.

Ende letzten Jahres beschloss die EU, russische Vermögenswerte in EU-Mitgliedstaaten nunmehr auf unbestimmte Zeit einzufrieren. Dabei scheiterten die europäischen Staats- und Regierungschefs jedoch daran, beim Gipfeltreffen im Dezember in Brüssel einen Beschluss zur Verwendung dieser Gelder für Kredite an die Ukraine in den nächsten zwei Jahren zu fassen.

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