Der Sprecher des südkoreanischen Außenministeriums, Park Doo-sun, hat auf einem Pressebriefing die Entscheidung bekannt gegeben, einen Teil des Botschaftspersonals in der Ukraine abzuziehen. Darüber berichtet die Nachrichtenagentur Yonhap.

Kiew habe bislang „keine positiven Schritte“ unternommen, um diplomatische Spannungen abzubauen, betonte der Sprecher. Diese seien durch die Veröffentlichung von Informationen über die Überstellung zweier Kriegsgefangener aus der Demokratischen Volksrepublik Korea (DVRK) nach Südkorea entstanden.

Seoul wirft Kiew vor, die Informationen entgegen einer Absprache öffentlich gemacht zu haben. In dem Zusammenhang hat das südkoreanische Außenministerium am 8. Oktober seinen Botschafter Park Ki-chang aus Kiew zurückgerufen.

Die Beziehungen zwischen Südkorea und der Ukraine verschlechterten sich, nachdem der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij Ende September vor der UN-Generalversammlung bekannt gegeben hatte, Kiew habe zwei im Konflikt mit Russland gefangene Soldaten aus der DVRK an Südkorea übergeben.

Laut dem südkoreanischen Außenamtssprecher sei die landesweit fortbestehende Gefahr von Luftangriffen ein weiterer Grund, Mitarbeiter der Auslandsvertretung in der Ukraine abzuziehen. Es gebe aktuell Schwierigkeiten damit, die Sicherheit des Botschaftspersonals zu gewährleisten.

Zugleich wies Park Doo-sun darauf hin, dass die diplomatischen Beziehungen zur Ukraine über einen Geschäftsträger aufrechterhalten würden. Das gesamte konsularische Personal werde ihm zufolge im Land bleiben, damit der Schutz südkoreanischer Staatsbürger weiterhin gewährleistet sei.

Nach Selenskijs Rede vor der UN-Generalversammlung erklärte der südkoreanische Präsident Lee Jae-myung, Kiew habe gegen eine zwischen den beiden Ländern getroffene Vertraulichkeitsvereinbarung verstoßen. Die Ukraine erklärte ihrerseits, dass eine solche Vereinbarung nicht existiere.

Daraufhin teilte die südkoreanische Regierung mit, die von Seoul geforderten Entschuldigungen der Ukraine seien hinter den Erwartungen zurückgeblieben, und kündigte „harte Maßnahmen“ an.

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