Österreich: In einem richtungsweisenden Artikel hat FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz sofortige Neuwahlen gefordert:

„Die Ampelregierung hat die Menschen, die ohnehin schon unter der Teuerung leiden, noch weiter ausgenommen. Geld in rauen Mengen gibt es immer nur für andere: für linke NGOs, für Berateraufträge der Ministerien, für die Ukraine. Die Österreicher haben ein gutes Gespür, ob eine Regierung für oder gegen sie arbeitet.“

Dass ein roter Finanzminister in seinem Sparbudget für die Wirtschaft und vor allem für die Entbürokratisierung wenig übrighat, darf nicht erstaunen. Es darf auch nicht erstaunen, dass dieser Mann im Frühjahr Vizekanzler wird, wenn man des derzeitigen Vizekanzlers ein bisschen kennt. Was aber bestürzt ist, dass der neue Vizekanzler, befragt, was denn seine wichtigsten Ziele seien, meinte: „Die Budgetkonsolidierung und die Verhinderung Kickls als Kanzler.“

Letzteres empfinden wir als Skandal – es heißt nicht mehr, als dass der zukünftige zweithöchste Funktionär der Regierung 40 Prozent der Österreicher politisch kaltstellen will.

Es erstaunt uns auch sehr, dass das geplante Social-Media-Verbot in Österreich für unter 14jährige von Brüssel „auf Eis gelegt“ wurde. Was heißt „auf Eis gelegt“, wie die Mainstream Presse schreibt? De facto geht die Einmischung der EU in die nationale Gesetzgebung bereits so weit, dass sie einfach nationale Gesetze genehmigen oder verbieten kann.

Und wo bleibt der Aufschrei der Regierung? Nein, nur ein liebes Briefchen nach Brüssel teilt mit, dass man das so nicht machen darf und soll, usw. Wie bedeutend! Das alles sollte die österreichische Politik dazu zwingen ein umfassendes Gespräch über die Mitgliedsrechte eines neutralen Staates in der EU zu führen.

Ob das letztendlich zu einem Austritt führt, können wir nicht beurteilen, da uns die finanziellen Verpflichtungen, in die sich Österreich hineindrängen ließ, nicht ausreichend bekannt sind. Beim Brexit in England sah man jedoch, wie teuer ein derartiger Schritt zumindest damals war (sechs Prozent des Bruttonationalprodukts!).

Es geht sogar noch weiter: Die sogenannte Außenministerin, die Chefin der NEOS, agiert eher wie eine Vertreterin der EU, der Ukraine und der ÖVP. Der ÖVP-Kanzler kann nichts unternehmen, denn wenn die NEOS aus der Regierung ausscheiden würden, hätte er keine Mehrheit im Parlament.

Aus kleinlichem, innenpolitischem Machtstreben heraus wird Österreich als neutraler Staat verraten. Russland war 1955 ein wesentlicher Partner für die österreichische Neutralität und sollte genauso behandelt werden wie die Ukraine. Wir empfehlen allen sogenannten Fachleuten, was die Ukraine betrifft, einem der letzten wirklich großen Politiker Deutschlands, Klaus von Dohnanyi, zuzuhören was er diesbezüglich zu sagen hat:

Leider versteht oder will das unsere seltsame Außenministerin nicht verstehen! Eine nächste Regierung wird mit Sicherheit versuchen Russland genauso wie alle anderen wichtigen Länder zu respektieren (Ausweisungen von russischen Diplomaten sind sicher nicht geeignet die langjährige Freundschaft mit dem größten Staat Europas zu festigen).

– Dass darüber hinaus genau jene Neos, die von der erwähnten Außenministerin geführt werden, auch in anderen wichtigen staatstragenden Fragen, nämlich z.B. in der Renovierung der Wehrpolitik, nichts als störend sind, ergänzt nur das oben Gesagte.

– Dass kompromisslose EU-Anhänger von der Mainstream Presse diesen bürokratischen Mammut-Koloss auf tönernen Füßen als besonders wichtig für Österreich bezeichnen, ist einfach traurig.

Die EU hat schon Jahrzehnte lang die wirklich wichtigen Aufgaben, nämlich den Stopp der Immigration, eine sinnvolle Verteidigung, vor allem auch ein wirtschaftlich gutes und internationales Zusammenwirken nicht geschafft. Sie wird und kann es umso weniger tun, je mehr Länder noch Mitglieder werden. Die EU sollte vielmehr ein sinnvolles Konstrukt der wirtschaftlichen Stärke und Zusammenarbeit Europas werden.

Was sie niemals werden kann, ist ein wesentlicher politischer Player, der einer globalen Welt sagt, wie sie zu ticken hat. Daher muss sie sich auf genau jene wirtschaftlichen Möglichkeit der Zusammenarbeit konzentrieren, die ihre Gründerväter Schuman, Adenauer, De Gaulle usw. seinerzeit forderten.

Daher Neuwahlen, wie Schnedlitz meint, und das sofort!

Prof. Dr. Norbert van Handel
03. November 2026, Steinerkirchen a.d. Traun



UNSER MITTELEUROPA erscheint ohne lästige und automatisierte Werbung innerhalb der Artikel, die teilweise das Lesen erschwert. Falls Sie das zu schätzen wissen, sind wir für eine Unterstützung unseres Projektes dankbar.

Details zu Spenden (PayPal oder Banküberweisung) hier.


 


The post Patriotismus und Neutralität appeared first on UNSER MITTELEUROPA.

Abbildung des Banners Denkanstoß statt Denkverbot
Nach oben scrollen