In Frankreich wurden laut BBC bislang 420 Personen im Zusammenhang mit den diesjährigen Waldbränden im Land festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Festgenommenen vor, Gebäude absichtlich oder fahrlässig in Brand gesetzt zu haben. Einer der Männer soll innerhalb von fünf Tagen in zehn Gebäuden Feuer gelegt haben, die sich zu Waldbränden auswuchsen. Dem 23-Jährigen drohen bis zu 15 Jahre Haft und zusätzlich eine Geldstrafe von 150.000 Euro.

Von den Verdächtigen sind 166 Minderjährige im strafmündigen Alter, so BBC in der am Sonnabend veröffentlichten Reportage.

In einigen Fällen sind bereits erstinstanzlich Urteile gefällt worden. So wurde beispielsweise ein Mann wegen der Brandstiftung in drei Wäldern im Nordosten des Landes zu drei Jahren Haft verurteilt.

Zu den bereits Verurteilten zählen auch ein Obdachloser und ein Mann mit einer schweren Form von Autismus. Sie erhielten Haftstrafen wegen weggeworfener Zigarettenkippen. Der Staatsanwalt von Bordeaux begründete dies damit, dass in Zeiten einer so extremen Dürre drakonische Strafen gerechtfertigt seien.

Die Zeitung Le Monde äußerte sich in einem ihrer jüngsten Berichte über die Strafverfahren skeptisch zu dieser Einstellung. Sie stellt die Frage, wie gründlich die Polizei diese Fälle angesichts des kurzen Zeitraums überhaupt untersucht haben kann.

Das Schweigen der Behörden zu den Einzelheiten – den konkreten Anklagepunkten, insbesondere der Frage, ob Vorsatz vorliegt, und dem Vergleich der Zahlen mit früheren Jahren – schließe jeden aussagekräftigen Vergleich aus, so Le Monde.

Durch Waldbrände sind in der EU eine halbe Million Hektar Wald verbrannt – vor allem in Frankreich und in Spanien. Neun von zehn Waldbränden sollen Behörden zufolge auf Brandstiftung zurückzuführen sein. Experten halten dem entgegen, dass nur ein geringer Teil vorsätzliche Brandstiftung sei – die meisten seien Unfälle, wobei die brandauslösenden Funken von Bauarbeiten, defekten Elektrogeräten, Zigarettenkippen und Grillgeräten stammen. Nur aufgrund extremer Trockenheit konnten diese Alltagsereignisse sich zu Brandkatastrophen ausweiten.

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