Informationen des Springer-Mediums Bild zufolge übernimmt die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen im Fall des Drohnenfundes am Steinhuder Meer. Anfang der Woche hatte ein Spaziergänger eine offenbar defekte Drohne auf einem Feld in der Nähe von Wunstorf in Niedersachsen gefunden. In Wunstorf unterhält die deutsche Luftwaffe einen Fliegerhorst, auf dem das Lufttransportgeschwader 62 stationiert ist.
Bild will demnach aus zwei voneinander unabhängigen Quellen erfahren haben, dass sich der Generalbundesanwalt für die Ermittlungen zuständig erklärt hat. Bisher gibt es allerdings noch keine Bestätigung in Form einer Pressemitteilung auf der Seite der Bundesanwaltschaft. Der Generalbundesanwalt ist unter anderem für Straftaten zuständig, die die Bereiche Terrorismus und Spionage betreffen. Bisher ermittelte lediglich das niedersächsische Landeskriminalamt im Rahmen eines sogenannten Gefahrenabwehrvorgangs.
Aus der Luft gegriffen ist eine mögliche Zuständigkeit der Bundesanwaltschaft jedenfalls nicht. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur hatte eine Sprecherin zuvor erklärt, die in Karlsruhe ansässige Behörde prüfe einen eventuellen Zusammenhang mit dem Leipziger Vorfall: „Wenn ein Zusammenhang bestehen könnte, schauen wir uns das an.“
Zugleich berichtet der öffentlich-rechtliche Sender NDR unter Berufung auf nicht näher spezifizierte Sicherheitskreise, dass Ermittler „erhebliche Parallelen“ zum Leipziger Drohnenvorfall von Anfang August festgestellt hätten. Dem NDR-Bericht zufolge soll es sich bei der Wunstorfer Drohne um dasselbe Modell handeln wie die am Leipziger Flughafen.
Ein Bauteil der in der Nähe des Bundeswehrstandorts Wunstorf aufgefundenen Drohne soll aus einem 3D-Drucker stammen. Bei der Leipziger Drohne sei dies ebenfalls der Fall gewesen. Beide Drohnen seien nicht im freien Handel zu erwerben. Die Auswertung der Spuren dauere jedoch noch an. Hinweise auf Sprengstoff habe man bei der Wunstorfer Drohne bislang nicht gefunden. Die Sprecherin der Bundesanwaltschaft wollte diese Informationen allerdings nicht kommentieren.
Dem Bericht der Deutschen Presse-Agentur zufolge hegen die aus Sicherheitskreisen stammenden Gewährsleute den Verdacht, dass es sich diesmal um einen Ausspähversuch von russischer Seite gehandelt haben könnte. Dies lege die räumliche Nähe zum Bundeswehrstandort nahe. Die Drohne war rund zwei Kilometer vom Fliegerhorst entfernt aufgefunden worden. Wann genau dieser angebliche Ausspähversuch stattgefunden haben soll, gaben die Quellen nicht preis. Die Drohne könne schon längere Zeit am Boden gelegen haben, hieß es.
Das Fundgebiet der Drohne ist schwer zugänglich. Ermittler suchen weiterhin das Gelände ab, um weitere Teile der mutmaßlich abgestürzten Drohne zu finden. Bisher offenbar vergeblich. Die Suche soll auch heute weitergehen.
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