Besonders schlaue Soziologen sind der Auffassung, in der Demokratie sei immer DAS Volk daran schuld, dass etwas faul ist im Staat. Logisch. Es handele sich schließlich um Volksherrschaft. Wenn aber, was derzeit zweifellos der Fall ist, Regierungshandeln den bei Wahlen fest gestellten Willen des Volkes nicht mehr abbildet? Die Antwort auf diese für die Akzeptanz von Demokratie entscheidende Frage fällt auch deshalb höchst unterschiedlich aus, weil es DAS Volk in diesem Sinne gar nicht gibt, sondern nur ein paar Millionen Individuen mit höchst unterschiedlichen Charakteren, Interessen, Haltungen und Identitäten. Deshalb ist Politik in hohem Maße auch eine Sache der Psychologie – nicht nur der Soziologie.
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