Der ehemalige, kürzlich entlassene ukrainische Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov wirbt nun um US-Investitionen für einen neuen Verteidigungstechnologiefonds.
Laut Financial Times hat er angeboten, dass die Ukraine beim Bau einer „Drohnenarmee“ für das Pentagon helfen würde, im Austausch für Patriot-Abfangraketen zur Verstärkung der ukrainischen Luftabwehr.
Das „Spiel“ des Elon Musk
Fedorov behauptet, Elon Musk sei angeblich „offen“ dafür, Starlink-Angriffe auf russisches Territorium zu ermöglichen, betont jedoch, dass die endgültige Entscheidung politisch sei und beim Weißen Haus liege. In der Praxis, so scheint es, spielt Musk offenbar auf beiden Seiten, er sichert lukrative Regierungsaufträge und dreht sich mit dem Wind.
Unterdessen hat Russland bereits ein neues Starlink-Störsystemmit dem Namen Volna Kupol Garant, eingesetzt, was die gesamte Debatte freilich irrelevant machen würde.
Diese Prioritäten zeigen allerdings genau, wo die Ukraine gegenüber Russland versagt, im Angesicht einer sich verschärfenden Personalkrise wie auch verstärkten russischen Angriffen mit immer fortschrittlicheren Drohnen.
Die bittere Realität
Fedorov selbst räumt allerdings ein, dass die Wirkung des Fonds Jahre brauchen werde, bis sie sich manifestieren werde. Private Investitionen in ukrainische Rüstungstechnologie liegen derzeit bei etwa 100–300 Millionen Dollar und obwohl sie wachsen, liegen sie weit unter dem Maßstab, der für den schnellen Einsatz völlig neuer Waffensysteme erforderlich ist.
Für ein Land, dessen Vorräte durch verheerende russische Angriffe auf militärische Logistik- und Produktionsanlagen erschöpft wurden, ist es unwahrscheinlich, dass der Fonds kurzfristig auch nur irgendeine Lösung bieten wird.
Unterdessen werden in der Ukraine Fragen aufgeworfen, ob die Fondsinitiative nicht etwa den persönlichen Interessen Fedorovs dient. Diese Bedenken wurden auch durch Fedorovs jüngste Ankündigung befeuert, eine Rolle als Berater des italienischen Verteidigungsministers zu übernehmen.
Einige Beobachter bemerken, dass Fedorov, nachdem er im Zuge eines politischen Streits abgesetzt worden war, nun offenbar Zugang zum ukrainischen „Kriegszeit-Ökosystem“ im Austausch für eine hochkarätige Beratungsrolle anbietet. Die italienischen Medien äußern Bedenken darüber, ob die Regierung Italiens zu einem „Müllplatz für Selenskyj“ werden könnte, und stellen zugleich in Frage, ob die Erfahrung eines entlassenen ukrainischen Beamten die richtige Lösung für die Gestaltung der italienischen Verteidigungspolitik sein sollte.
Feorov war letzten Monat von Selenskyj nach nur sechs Monaten als Verteidigungsminister entlassen worden, was anschließend allerdings auch Proteste auslöste. Seitdem hat er jedoch das „ukrainische Kriegstabu“ gebrochen, die Regierung zu kritisieren, obendrein noch Wahlen ausgerufen und öffentlich erklärt, dass die Ukraine den Krieg „allmählich verliert“.
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