Die Hauptstadtpolizei und die Justiz müssen sich mit einem erneuten Vorfall von „Schusswaffengewalt“ auseinandersetzen. Laut Medienberichten wurden Einsatzkräfte am frühen Montagmorgen in den Bezirk Steglitz gerufen, nachdem Anwohner die Polizei über „Schussgeräusche“ informiert hatten. Das Social-Media-Team der Polizei erklärte auf X, dass demnach die alarmierten Einsatzkräfte am Einsatzort, einem Friseurgeschäft des deutsch-libanesischen Rappers „Samra“, zudem einen „nicht umgesetzten, selbstgebauten Spreng- bzw. Brandsatz“ vorfanden.
Bereits im März 2022 lautete eine Polizeimeldung, dass Einsatzkräfte in die Osdorfer Straße im Bezirk Steglitz-Lichterfelde gerufen wurden, da sich „dort rund 30 bis 50 maskierte sowie teilweise mit Schusswaffen und Baseballschlägern bewaffnete Personen vor einem Friseurgeschäft aufgehalten“ hatten. Zu dem aktuellen Ereignis gegen vier Uhr früh an diesem Montag heißt es nun, dass „Unbekannte mehrere Schüsse“ auf diese Filiale abgaben.
Gegen 03:55 Uhr gaben Unbekannte mehrere Schüsse auf ein Geschäft in der Osdorfer Straße in #Steglitz ab. Die ersteintreffenden Einsatzkräfte unseres A46 fanden vor dem Geschäft zudem einen nicht umgesetzten, selbstgebauten Spreng- bzw. Brandsatz, weshalb aktuell unsere… pic.twitter.com/FYAOXNdKqT
— Polizei Berlin (@polizeiberlin) August 24, 2026
Die Attacken galten dabei dem Geschäft des 31-jährigen Rappers Samra, der mit bürgerlichem Namen Hussein Akkouche heißt und noch am Sonntag am Kreuzberger Oranienplatz mit seinem Rap-Kollegen Capital Bra zu Werbezwecken einen öffentlichen Auftritt absolvierte. Die Anfangszeilen des beworbenen neuen „Hits“ „Böse Jungs“ lauten:
„Berlin lebt, ya Habibi
Die Kalasch macht rrah, rrah, rrah
Ja, Bra
Capi, Lacazette und Samra, beiseite, du Piç
Berlin lebt, ja, Kolleg“
Der Künstler zählte in den vergangenen Jahren mit zu den kommerziell erfolgreichsten Rap-Künstlern Deutschlands. Im Jahr 2019 war Samra unter anderem der zweitmeistgestreamte Künstler in Deutschland auf Spotify, hinter dem Kollegen Capital Bra.
Samra und Capi haben gestern in Berlin ein kurzes Konzert gegeben auf Beleş-Basis pic.twitter.com/4yYeQDhgrR
— WallaMorghulis (@Der_Walla) August 24, 2026
Der Tatort am S-Bahnhof Osdorfer Straße wurde nach dem Fund des Sprengsatzes am Montagmorgen komplett abgesperrt. Zudem waren angeforderte Kriminaltechniker im Einsatz.
Der erneute Vorfall in Verbindung mit Schusswaffen wird laut Medienberichten nun durch die eigens eingerichtete „BAO Ferrum“ weiter betreut. Die Spezial-Ermittlungseinheit war im Vorjahr bei der Berliner Polizei wegen der sich dynamisierend zunehmenden Zahl von Schießereien gegründet worden. Sie wird dabei von der Ermittlungsgruppe „Telum“ der Staatsanwaltschaft Berlin unterstützt, die wiederum innerhalb der für organisierte Kriminalität zuständigen Spezialabteilung angesiedelt ist.
Nach Bild-Informationen soll es sich bei den Angreifern im Jahr 2022 um Mitglieder des sogenannten „Chahrour-Clans“ gehandelt haben. Sie gilt als eine der größten und einflussreichsten Großfamilien Berlins. Die Familie hat libanesische Wurzeln und ist seit mehreren Jahrzehnten in Berlin, insbesondere in Neukölln, auch in kriminellen Zusammenhängen präsent und polizeilich registriert.
Der Tagesspiegel berichtet zum aktuellen Vorfall, dass sich seit Anfang 2025 in Berlin „blutige Fehden zwischen Banden und Clans häufen“. Dabei würden „regelmäßig Schüsse auf Geschäfte von Unternehmern vornehmlich türkischer Herkunft“ fallen. Die Taten werden laut Ermittlungsergebnissen Schutzgelderpressern zugerechnet. Diese werden laut den Behörden als „Organisierte Kriminalität“ (OK) eingestuft, die aktuell vordergründig „von Netzwerken türkischen und kurdischen Hintergrunds ausgehe“.
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