Jens Spahn (CDU) ist als Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag zurückgetreten. Nach anhaltender Kritik an seiner „Vaterschaft“ mithilfe einer Leihmutter erklärte Spahn, sein persönliches Familienglück sei mit seinem politischen Amt nicht mehr vereinbar.

Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz begrüßte den Schritt und bezeichnete ihn als „richtig“ und „unvermeidlich“. Glaubwürdigkeit sei in der Politik von zentraler Bedeutung.

Spahn und sein Ehemann hatten wenige Tage zuvor bekannt gegeben, dass sie mithilfe einer Leihmutter in den USA „Eltern“ geworden sind. UNSER MITTELEUROPA  berichtete. Die Nachricht löste eine kontroverse Debatte aus, da Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist und die CDU eine Legalisierung ablehnt. Kritiker warfen Spahn vor, privat einen Weg genutzt zu haben, den er politisch stets abgelehnt habe.

Kritik an „Schärfe“ der Debatte

In seinem Rücktrittsschreiben betonte Spahn, die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen. Zugleich kritisierte er die Schärfe der öffentlichen Debatte und rief zu einem respektvollen Umgang auf. Seine Familie habe für ihn nun oberste Priorität.

Mit dem Rücktritt muss die Union den wichtigen Posten des Fraktionsvorsitzenden neu besetzen. Bis zur Wahl einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers übernimmt der CSU-Politiker Alexander Hoffmann kommissarisch die Leitung der Fraktion. Als möglicher Kandidat für den Vorsitz gilt Kanzleramtschef Thorsten Frei.

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