Ein mutmaßlicher Erpressungsversuch gegen den Babynahrungshersteller Hipp hat in Österreich eine sicherheitspolitische und gesundheitliche Alarmlage ausgelöst. Nachdem ein mit Rattengift kontaminiertes Glas sichergestellt wurde, fahnden die Behörden nach einem weiteren Exemplar, das sich möglicherweise noch im Umlauf befindet.

Der Vorfall ereignete sich im Bundesland Burgenland, wo ein Kunde ein verdächtiges Produkt gemeldet hatte. Laboranalysen bestätigten den Verdacht. Das Glas der Sorte „Karotten mit Kartoffeln“ (190 Gramm) war gezielt manipuliert worden. Nach Angaben der Polizei blieb es bei dem Fund, ein Konsum der Babynahrung habe nicht stattgefunden. Gleichwohl warnen die Behörden vor potenziell gravierenden gesundheitlichen Folgen.

Bereits vor Bekanntwerden des konkreten Fundes hatte Hipp sein gesamtes Sortiment in Filialen der Handelskette Spar in Österreich vorsorglich aus dem Verkehr gezogen. Das Unternehmen sprach von einem „externen kriminellen Eingriff“ und verwies auf ein nicht auszuschließendes Risiko weiterer Manipulationen.

Die Ermittlungen beschränken sich längst nicht mehr auf Österreich. Hinweise auf ähnliche Vorfälle in Tschechien und der Slowakei deuten auf eine grenzüberschreitende Dimension hin. Sicherheitsbehörden koordinieren ihre Maßnahmen entsprechend international.

Die Polizei veröffentlichte konkrete Merkmale, anhand derer sich betroffene Gläser identifizieren lassen: ein weißer Aufkleber mit rotem Kreis am Glasboden, beschädigte oder bereits geöffnete Deckel sowie ein fehlendes Öffnungsgeräusch. Auch sensorische Auffälligkeiten wie ein veränderter Geruch gelten als Warnsignal.

Die Bevölkerung ist aufgerufen, verdächtige Produkte keinesfalls zu konsumieren, sondern den Behörden zu übergeben. Die Sicherstellung möglicher Beweisstücke steht dabei ebenso im Vordergrund wie die Gefahrenabwehr.

Die Ermittler gehen von einem gezielten Versuch aus, das Unternehmen unter Druck zu setzen. Ob konkrete Forderungen gestellt wurden, ist bislang nicht öffentlich bestätigt.

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