Keines der Golf-Scheichtümer unterhält eine so enge strategische Bindung zu den USA wie eben Kuwait. Die sogenannte „Befreiung“ 1991 von Iraks Saddam Husseins verdankte man bekanntlich den US-Streitkräften.
Nun wechseln wir in die Realität von 2026. Iranische Gegenangriffe haben Kuwait und seine GCC-Partner hart getroffen, während die USA begrenzte Luftabwehrmittel zur Verteidigung Israels umgeleitet haben.
Schwere iranische Angriffe auf US-Stützpunkte in Kuwait
In den vergangenen sechs Monaten war Kuwait mit Angriffen auf militärische und logistische Standorte wie Ali Al Salem Air Base, Ahmad Al-Jaber Air Base, Camp Al-Udayri, die CENTCOM-Versorgungszentren und Angriffen auf Infrastruktur (Mina Al-Ahmadi-Raffinerie, Strom- und Entsalzungsanlagen) konfrontiert, die darauf abzielten, Washingtons Verbündete unter Druck zu setzen.
Ölexporte im Wert von 1,6 Millionen Barrel pro Tag sind somit im Golf gefangen, was explodierende Haushaltsdefizite und wirtschaftliche Unsicherheit auslöst (90 % der Staatseinnahmen und 40 %+ des BIP sind an Öl gebunden, 70 % der Kuwaitis sind beim Staat beschäftigt.
Washingtons fataler Fußabdruck
US-Beamte erklärten, Washington überdenke mittlerweile „den Umfang seines Fußabdrucks“ in Kuwait und hätte erwogen, „seine Truppen abzuziehen, bevor der Iran-Krieg überhaupt begonnen hatte.“
Kuwait hat laut dem ehemaligen US-Botschafter Douglas Silliman selbst einige „Neubewertungen“ vorgenommen. „Sie versuchen herauszufinden, was der beste Weg in der Verteidigung ist“, erklärte er. „Die Angriffe haben die Menschen in Kuwait dazu gebracht, die US-Präsenz als Belastung zu sehen“, aber dennoch als „notwendig“.
Eine Alternative könnte ein neuer Verteidigungspakt mit Pakistan sein, der, wie zu beachten ist, kein gegenseitiges Kampf-Engagement gegen den Iran vorsieht. Angesichts der sorgfältigen Bemühungen Islamabads, die freundschaftlichen Beziehungen zu Teheran aufrechtzuerhalten, versteht sich.
„Die Frage ist wirklich, ob eine so große US-Präsenz noch Sinn ergibt, wenn der Iran-Krieg weitergeht“, erklärte selbst die ehemalige Pentagon-Funktionärin Elizabeth Dent und gab zu, dass Kuwait „gerade in einer schwierigen Lage steckt.“
In einer direkt an die Kuwaitis gerichteten Botschaft letzte Woche erklärte die IRGC, „Amerika, nicht wir, haben Kuwaits territoriale Integrität und Souveränität verletzt“ und betonte, dass ihre Angriffe sich gegen das „besetzende“ US-Militär richten, nicht gegen seine kuwaitischen „Brüder“.
Wenn US-Truppen zum Abzug gezwungen wären, würde dies, sowohl den Iran seiner Ziele berauben, als auch Kuwaits nationale Souveränität wiederherstellen, wie lokale Abschreckung und regionale Sicherheitsinitiativen erleichtern. Den USA würde es ein Sammelgebiet für regionale Aggression entziehen und anderen Golfmächten zeigen, dass tektonische geopolitische Neuausrichtung sehr wohl möglich ist.
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