Friedrich Merz hat sehr lange gebraucht, um eine Stellungnahme zur Wahlkatastrophe von Magdeburg abzugeben, und man muss zugeben, dass sie, um ein von vielen überstrapaziertes Wort zu benutzen, historisch ist. Im wirklichen Sinn historisch allerdings, denn sie erinnert in Stil und Tonalität an eine andere Rede, die am 18. Oktober 1989, also vor fast genau 37 Jahren, gehalten wurde, als Egon Krenz sagte: „Mit der heutigen Tagung werden wir eine Wende einleiten, werden wir vor allem die politische und ideologische Offensive wieder erlangen.“ Inzwischen hatten sich die Bürger in großer Zahl von der Regierung abgewandt, ihre Herrschaft zerfiel, sodass die SED sich durch Reformen zu retten versuchte. Vor allem wollten die hohen Damen und Herren fürderhin dem dummen Volk noch besser erklären, was die hohen Damen und Herren doch Gutes für das undankbare Volk schufen. Die Politik war nicht schlecht, sie war nur schlecht erklärt, der Kampf um die Herzen und Hirne unserer Menschen muss geführt werden – und die Fehler, die wir gemacht haben, werden wir überwinden.
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