US-Präsident Donald Trump sagte, er hoffe, dass der Krieg gegen Iran bald zu Ende gehe. Gleichzeitig ist der seit sieben Monaten andauernde Konflikt eskaliert: Saudi-arabische Flugzeuge bombardierten Ziele im Jemen, während Huthi-Kämpfer Drohnen und Raketen auf saudische Städte abfeuerten.
Der von Iran unterstützte Vormarsch der Huthi am Roten Meer und ihre Angriffe auf Saudi-Arabien haben Teherans Einflussbereich im Krieg ausgeweitet. Zudem wurden bei Angriffen Teile der saudischen Ost-West-Ölpipeline beschädigt. Damit steigen die Risiken für die weltweite Ölversorgung.
Während sich der Krieg auf einen neuen Schauplatz ausweitet, haben die USA ihre Reisewarnung für Saudi-Arabien verschärft. US-Regierungsmitarbeitern ist es nun untersagt, sich weniger als 30 Kilometer von der Grenze zum Jemen aufzuhalten.
Nur wenige Stunden nach Berichten über die Kämpfe zwischen den Huthi und Saudi-Arabien sagte Trump am Mittwochabend vor Journalisten:
„Hoffentlich sind wir dem Ende des Krieges nahe.“
„Sie wollen einen Deal. Wir werden sehen, wie das ausgeht“, behaupetet der US-Präsident mit Blick auf Iran und bekräftigte damit frühere Aussagen. Trump sagte zudem, er habe dies direkt aus Iran gehört, ohne nähere Einzelheiten zu nennen.
Der Präsident der Vereinigten Staaten hat im Verlauf des seit dem 28. Februar andauernden Krieges immer wieder unterschiedliche Ziele und Zeitpläne genannt. Damals hatten die USA und Israel Iran angegriffen, woraufhin Teheran Israel und US-Stützpunkte in den Golfstaaten attackierte.
Die Ausweitung des Krieges auf den Jemen droht die bereits durch den Konflikt verursachte globale Energieknappheit weiter zu verschärfen. Der Krieg hat den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus beeinträchtigt. Vor Beginn des Konflikts liefen über diese Route rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und LNG-Handels.
Händler warnen nun, dass eine länger andauernde Unterbrechung der saudischen Ost-West-Ölpipeline bis zu vier Prozent des weltweiten Ölangebots vom Markt nehmen könnte. Saudi-Arabien hat bislang nicht mitgeteilt, wann die Pipeline wieder vollständig in Betrieb genommen werden kann.
Der Preis für Brent-Rohöl lag am Mittwoch bei rund 108 Dollar je Barrel und damit nahe dem höchsten Stand seit Mai. Der politisch besonders sensible durchschnittliche Dieselpreis in den USA erreichte mit mehr als 6,30 Dollar je Gallone erneut ein Rekordhoch.
Der Militärsprecher der Huthi, Yahya Saree, erklärte am Mittwoch, die Miliz habe erneut Drohnen- und Raketenangriffe auf den wichtigen saudischen Ölhafen Yanbu am Roten Meer sowie auf einen Luftwaffenstützpunkt bei Chamis Muschait im Süden Saudi-Arabiens gestartet. Wann die Angriffe stattgefunden haben sollen, sagte er indes nicht. Saree zufolge hat Saudi-Arabien in dieser Woche bis zu 450 Luftangriffe auf den Jemen geflogen.
Vertreter der von Saudi-Arabien unterstützten Regierung im Süden des Jemen bestätigten, dass ihre Truppen gemeinsam mit saudischen Streitkräften Luftangriffe auf Huthi-Stellungen durchführen. Riad hat die Angriffe bislang jedoch nicht offiziell bestätigt.
Iran hat inzwischen auf die Vorwürfe des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz gegen die Islamische Republik reagiert. Merz hatte mit Blick auf Iran von einem durch Teheran angeheizten Krieg, einem militärischen Nuklearprogramm und iranischen Stellvertretern gesprochen.
Ein iranischer Vertreter wies diese Darstellung zurück und bezeichnete sie als „wissentlich verzerrt“. Den Krieg habe nicht Iran begonnen, sondern die USA und Israel. Deutschland habe es zudem versäumt, den Angriff zu verurteilen.
The German Chancellor speaks of Iran’s “war,” its “military nuclear program,” and Iran’s “proxies.”
This narrative is knowingly distorted. It was #USrael – not Iran – that launched a war of aggression, and Germany failed to show even the minimum moral courage required to deplore… pic.twitter.com/QghYhGUZ1G
— Esmaeil Baqaei (@IRIMFA_SPOX) September 16, 2026
Axios berichtete am späten Mittwoch, dass Trump am Rande der UN-Generalversammlung an diesem Donnerstag mit führenden Vertretern der Golfstaaten über das weitere Vorgehen im Iran-Krieg beraten wolle.
Dem Bericht zufolge, der sich auf nicht namentlich genannte Quellen beruft, soll Trump mit Staats- oder Außenministern der sechs Mitgliedstaaten des Golf-Kooperationsrats zusammentreffen: Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Bahrain, Kuwait und Oman. Das US-Außenministerium und das Weiße Haus äußerten sich auf Anfrage zunächst nicht.
Mehr zum Thema – Reuters: Treffen von Huthi und US-Vertretern in Oman

