Der Markt richtet sich nach den Wünschen der Kunden und nicht nach dem Wollen der Politik. Dies kann man nun bei Volkswagen in den USA nachverfolgen. Im einzigen US-Volkswagenwerk wird nun der Bau des Elektromodells ID.4 eingestellt. Stattdessen setzt der Konzern wieder auf Verbrenner oder Hybridfahrzeuge.
Aus unserer Kooperation mit derstatus.at
Anpassung an Marktnachfrage: bauen, was Kunden wollen
In Deutschland ist der Volkswagen-Konzern in einer Krise. Werke sollen schließen und die Entlassung Tausender Mitarbeiter ist nicht ausgeschlossen. Ein Grund für die Misere ist unter anderem der politisch erzwungene und von den Autobauern zunächst gefeierte Umstieg auf E-Mobilität. Doch ohne Kaufprämien und staatliche Subventionen kommt das Geschäft nicht so richtig in Schwung, wie viele Autobauer, unter anderem auch Ford feststellen mussten.
In Europa sucht Volkswagen – wie andere Automobilkonzerne oder Teile der Zuliefererindustrie – nun sein Heil in der Flucht in die Rüstungsindustrie. Unter anderem könnten etwa im Werk in Osnabrück bald auch verschiedene Teile für den israelischen „Iron Dome“ hergestellt werden. Kriegsindustrie, statt Kundenwünsche, Hauptsache der Rubel rollt.
Kein Bonus, kein Absatz
In den USA fällt es dagegen anscheinend schwerer, sich in der Rüstungslobby zu etablieren. So berichten Medien, dass im US-Werk in Chattanooga in Tennessee ab Mitte April die Produktion des elektrischen VW ID.4 dauerhaft eingestellt werden soll – damit ist das einzige in den USA produzierte Volkswagenmodell schon wieder Geschichte. Grund für den Schritt dürfte unter anderem sein, dass die US-Regierung im Herbst 2025 einen Steuerbonus von 7.500 Dollar als Kaufanreiz für Elektrofahrzeuge gestrichen hat. Der Absatz des ID.4 war daraufhin um rund 62 Prozent eingebrochen. Und auch US-weit ging die Nachfrage nach E-Autos rapide zurück.
Anpassung an Marktnachfrage
„Der Elektrofahrzeug-Markt stellt die Branche weiterhin vor Herausforderungen und erforderte in den letzten Jahren wohlüberlegte Entscheidungen, um diese Unvorhersehbarkeit zu meistern. Im Rahmen der Fokussierung auf Produkte mit höheren Stückzahlen, die der Marktnachfrage entsprechen, wird Volkswagen den ID.4 ab Mitte April 2026 nicht mehr in Chattanooga montieren“, so VW in einer Pressemitteilung. Die verhandenen Lagerbestände sollen noch verkauft werden, VW rechnet damit, dass diese bis 2027 reichen, importiert dürfte der ID.4 aber nicht in die Staaten werden.
Allerdings plant man, später neuere Varianten des ID.4 wieder auf den US-Markt zu bringen. Weiter heißt es zudem:
„Volkswagen prüft derzeit Möglichkeiten zur Einführung potenzieller neuer Produkte, die speziell auf die Bedürfnisse der US-Verbraucher zugeschnitten sind und im Einklang mit der neuen Ausrichtung auf volumenstarke Fahrzeuge stehen.“
Dies dürften dann die Benzin-SUV, Atlas und Atlas Cross Sport sein, die es auch in Hybridvarianten gibt.

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