Nicht nur die Zufriedenheitswerte der schwarz-roten Bundesregierung und die Beliebtheit von Bundeskanzler Friedrich Merz sind schlecht. Eine neue Umfrage im Auftrag der Welt am Sonntag ergab, dass mittlerweile in fast allen Altersgruppen mehr Bundesbürger eine Aufkündigung der aktuellen Koalition und Neuwahlen wünschen, als sich für deren Erhalt aussprechen.
Insgesamt befürworten bereits 38 Prozent der Befragten Neuwahlen, nur 30 Prozent sind für eine Beibehaltung der derzeitigen Koalition, 9 Prozent würden eine Minderheitsregierung der CDU/CSU befürworten. Immer noch 24 Prozent sind unentschieden.
Im Osten ist der Wunsch nach einem Ende dieser Bundesregierung mit 46 Prozent deutlich ausgeprägter als im Westen mit 35 Prozent. Nur 22 Prozent wollen eine Fortführung von Schwarz-Rot, im Westen sind es immerhin noch 30 Prozent.
Die 40- bis 59-Jährigen befürworten am deutlichsten ein Ende der Koalition und Neuwahlen, mit klar über 40 Prozent. Aber selbst bei den 18- bis 29-Jährigen, bei denen der Anteil der Unentschiedenen am höchsten ist, wollen noch 27 Prozent ein Ende von Schwarz-Rot und nur 26 Prozent eine Fortsetzung. Einzig bei den über 70-Jährigen waren 42 Prozent für eine Fortführung und nur 34 Prozent für Neuwahlen. Eine Minderheitsregierung von CDU/CSU hat übrigens die meisten Anhänger in den Altersgruppen 18-29 (11 Prozent), 30-39 (10 Prozent) und über 70 (11 Prozent).
Wenig überrascht, dass die Anhänger der AfD (mit 78 Prozent) und der Linken (mit 41 Prozent) klar Neuwahlen bevorzugen und die von SPD (56 Prozent) und CDU/CSU (45 Prozent) ein „Weiter so“ wünschen. Auffällig sind aber die Anhänger der Grünen, die ebenfalls mit 48 Prozent für einen Erhalt votierten. Dies könnte darauf hindeuten, dass sie einen massiven Stimmenverlust befürchten.
In der Geschichte der Bundesrepublik wurden bisher genau zweimal derart hohe Umfragewerte für Neuwahlen verzeichnet: 2005 und gegen Ende der Ampelkoalition. In beiden Fällen kam es tatsächlich zu Neuwahlen mit einem Regierungswechsel. Allerdings muss man hinzufügen, dass derart detaillierte Umfragen beispielsweise gegen Ende der Ära Adenauer, als es ebenfalls eine ausgeprägte Wechselstimmung gab, noch nicht durchgeführt wurden.
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