Der US-Vizepräsident JD Vance machte am Mittwoch den anhaltenden Iran-Krieg für das schlechte Abschneiden der Republikaner bei den Zwischenwahlen (Midterms) verantwortlich. „Jeder weiß, warum wir verloren haben. Und jede Diskussion darüber, wie es weitergeht, muss dort ansetzen“, schrieb Vance in einem langen Beitrag auf der Online-Plattform X.
Der Vizepräsident hatte zuvor geschrieben:
„Wenn man argumentieren möchte, dass es das wert war – dass es wert war, den Senat für sechs Jahre zu verlieren –, dann soll man das tun.“
Zuvor hatte Präsident Trump den Iran-Krieg teilweise für die deutlichen Wahlniederlagen der republikanischen Kandidaten verantwortlich gemacht. Zugleich zeigte er sich unbeirrt und erklärte, er hätte den Krieg wieder begonnen: Vor Journalisten im Ballsaal des Weißen Hauses, der derzeit umgebaut wird, räumte Trump ein, dass ihm bewusst gewesen sei, dass der Krieg Auswirkungen auf das Wahlverhalten haben würde.
„Aber unabhängig davon, ob er sich auf die Wahl ausgewirkt hat oder nicht: Iran darf keine Atomwaffen besitzen, und er wird niemals Atomwaffen besitzen.“
Trump wurde wenig später auf die Analyse von Vance angesprochen und sagte: „Ich denke, das stimmt größtenteils.“ Zugleich bekräftigte er: „Was diesen Krieg betrifft, hätte ich nichts anders gemacht“ – da es darum gegangen sei, dass Iran keine Atomwaffe haben dürfe. Damit führten Trump und Vance eine Art Ferndiskussion.
One of the things the data analysts on our side obsessed over was „composition“—whether the electorate looked close enough to 2024 for Republicans to win. And despite polls that showed a Democrat blowout, the data kept on telling us the same story: in some states turnout was merely OK, in other states it was downright amazing, and in no state was it catastrophic. There was a genuine sense of optimism on our team: our people were showing up.
So, I asked the smartest data guy I know, does that mean we’re going to shock the world? „No,“ he told me. „We might do better than the polls suggest. But the data is telling us that a lot of Trump/Vance 2024 voters are pissed and planning to vote for the other guys. Our voters are turning out, but they may not vote for us.“
Well, that looks prophetic now. Our voters did show up. In Florida, for example, the electorate was 9 points more Republican than Democrat, just a couple points worse than 2024. Undoubtedly there were places we could have done better on turnout. But the main problem is not turnout. The main problem is that many people who voted for Trump/Vance in 2024 voted for Democrats in 2026.
There will be a lot of infighting and arguing over what happened and why that is. One of the pollsters I really respect told me that our economic messaging wasn’t sharp enough down the stretch. I’m sure that’s true.
But the real reason we lost is obvious to almost everyone.
Another pollster—one of the smartest people I know in politics, told me yesterday we’d lose the generic ballot by 13 points. I felt negative going into Tuesday, but even I was shocked by this. In his polling, he saw that a lot of Trump 2024 voters were angry and planning to vote for Democrats. He asked those voters who had abandoned us what would cause them to come back on our team. The top four answers, accounting for nearly all of the responses were:
1) End the war
2) Focus on cost of living/inflation
3) Put America First
4) Change our relationship to IsraelOur voters showed up. And the above four reasons are why many of them voted for Democrats. This is according to a pollster who nailed the results. While many spent Monday attacking Rachel Campos Duffy for calling for a diplomatic resolution to the conflict, it turns out her political advice was sound. (She’s also a great person.)
In the next few months, there’s going to be a lot of gaslighting. Expect to hear any number of establishment politicians say the solution to our woes is amnesty. I’m open to the idea that we should change enforcement—by focusing more on businesses that hire illegal labor, for instance. But anyone pushing amnesty is lying to you.
The reason we lost is the war. The president himself said so last night.
If you’d like to argue it was worth it, that losing the Senate for the next 6 years was worth it, then do so. Argue it was a worthwhile cost to pay. Agree or disagree, that’s at least honest.
But everyone knows why we lost. And any honest conversation about where we go from here must start there.
I remain hopeful about our country. To the people who are pissed off and want to say, “I told you so”: you’re right, you did tell us so. Take that energy into electing Republicans who share your worldview. To the people who are just pissed at the results, you should be. Let’s take that anger and get back to the work of saving our country.
— JD Vance (@JDVance) November 4, 2026
Regierungsvertreter bemühten sich unterdessen rasch, die Verantwortung für das verheerende Abschneiden der Republikaner von sich zu weisen. Keine der beiden großen Parteien hatte in den vergangenen 50 Jahren bei einer Zwischenwahl ein derart schlechtes Ergebnis erzielt. Die Ergebnisse gelten weithin als Urteil der Wähler über Trumps Präsidentschaft.
Seit Beginn des Krieges Ende Februar sind die Benzin- und Dieselpreise in den USA und weltweit stark gestiegen. Dies verstärkte den Unmut vieler Wähler, nachdem Trump im Wahlkampf 2024 versprochen hatte, Auslandskriege zu beenden und die Lebenshaltungskosten zu senken.
Vance, der seit langem ein Kritiker amerikanischer Militäreinsätze im Ausland ist, versucht angesichts des äußerst unpopulären Krieges öffentlich auf Distanz zu gehen. Hintergrund könnte auch eine mögliche Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2028 sein. Bereits zu Beginn des Krieges war berichtet worden, dass Vance einem US-amerikanischen Angriff auf Teheran skeptisch gegenüberstand und sich dagegen ausgesprochen hatte, während Trump noch über einen solchen Schritt beriet.
Zwar verteidigte Vance die Operation „Epic Fury“ nach Kriegsbeginn öffentlich. In den vergangenen Monaten bemühte er sich jedoch, das Thema weitgehend zu meiden.
In seinem Beitrag auf X vom Dienstag betonte der US-Vizepräsident, dass die Republikaner trotz ihrer deutlichen Verluste vor der Wahl durchaus optimistisch gewesen seien. Interne Analysen hätten gezeigt, dass die Wahlbeteiligung in einigen Bundesstaaten durchaus respektabel, in anderen sogar außergewöhnlich hoch gewesen sei.
Das Hauptproblem sei jedoch nicht die Wahlbeteiligung gewesen. Vielmehr hätten zahlreiche Menschen, die 2024 für Trump und Vance gestimmt hatten, 2026 den Demokraten ihre Stimme gegeben. Als Gründe nannte Vance den Unmut über den Iran-Krieg, die hohen Lebenshaltungskosten und die Inflation, die mangelnde Konzentration auf eine Politik nach dem Prinzip „America First“ sowie das derzeitige Verhältnis der USA zu Israel.
Nach einer Prognose von Decision Desk HQ (DDHQ) verloren die Republikaner mindestens sieben Sitze im Senat. Zwei Senatswahlen in Mississippi und Alaska waren am Mittwochmorgen noch nicht entschieden. Im Repräsentantenhaus verloren die Republikaner laut DDHQ zudem 30 Sitze. Bei mehr als 20 Wahlkreisen stand das Ergebnis noch aus.
„Es wird viele interne Auseinandersetzungen und Diskussionen darüber geben, was passiert ist und warum“, räumte Vance ein. Einer der Meinungsforscher, dessen Einschätzung er besonders schätze, habe ihm gesagt, dass die wirtschaftspolitische Kommunikation der Republikaner in der Schlussphase des Wahlkampfs nicht prägnant genug gewesen sei. „Ich bin sicher, dass das stimmt“, fügte er hinzu.
Der Sprecher des iranischen Parlaments reagierte später auf Vances Beitrag mit scharfer Kritik:
„Das ist die Haltung eines Verlierers, der beim Glücksspiel nicht aufhören kann und immer weiter am Tisch sitzen bleibt. Während der Chef bereits die nächste Phase des Krieges vorbereitet, steht Amerika am Abgrund einer ‚Israel First‘-Politik. Spar dir den langen Vortrag. Warum sagst du das nicht deinem Chef ins Gesicht?“
Losing gambler energy, can’t walk away from the table. Boss is prepping the next war phase while America teeters on an Israel-First cliff. Skip the TED talk. Why not say this to your boss?
— محمدباقر قالیباف | MB Ghalibaf (@mb_ghalibaf) November 5, 2026
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