Die Entscheidung war erwartet worden, besonders, seit der Preis für die Gallone Diesel die Schwelle von sechs US-Dollar überschritten hat: Die US‑Notenbank Federal Reserve erhöht den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte. Damit liegt die Spanne zwischen 3,75 und 4 Prozent. Die Regierung unter US-Präsident Donald Trump hatte zuvor explizit auf eine Zinssenkung gedrängt; mit den Leitzinsen steigen schließlich auch die Zinsen, die aus dem US-Haushalt für die Staatsschulden aufgewandt werden müssen. Hier hatte der Druck in letzter Zeit deutlich zugenommen.

Ziel der FED bei dieser Zinserhöhung ist die Bekämpfung der Inflation. Während die Kerninflation ohne Energiepreise noch vergleichsweise moderat ist (zuletzt 2,4 Prozent), stiegen die Energiepreise im Vergleich zum Vorjahr im August um 16,3 Prozent.

Allerdings gibt es, auch wenn Zinserhöhungen zur Inflationsbekämpfung seit Jahrzehnten praktiziert werden, ein Problem: Wenn die Preissteigerungen durch ein zu geringes Angebot ausgelöst werden, dann ist der Erfolg einer Zinserhöhung dabei, diese Inflation einzudämmen, ungewiss, da nicht zu viel Geld der Auslöser ist, sondern zu wenig Ware.

FED-Chef Kevin Warsh hat sich jedenfalls durchgesetzt und die Zinserhöhung vorgenommen, die weithin erwartet worden war. Das ist die erste Zinserhöhung seit Juli 2023. Da die Entscheidung für die Erhöhung einstimmig war, wird daraus bereits geschlossen, dass vor Jahresende noch ein weiterer Erhöhungsschritt stattfinden könnte.

„Die Inflation bleibt erhöht“, heißt es in der Presseerklärung der FED zu dieser Entscheidung; „die heutige Handlung wird eine zeitigere Rückkehr zum Zwei-Prozent-Ziel des Komitees unterstützen“. Zwei Prozent sind das offizielle Inflationsziel der US-Notenbank.

Für Trump ist die Entscheidung problematisch – demnächst stehen die Wahlen in der Mitte seiner Amtszeit an, die eventuell zu einer demokratischen Mehrheit im Kongress führen können. Seine Chancen, das zu verhindern, stehen umso besser, je günstiger sich die Wirtschaft entwickelt. Jede Zinserhöhung schwächt aber das Wirtschaftswachstum.

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