Offiziell dringen immer nur Gerüchte aus den Verhandlungen zwischen Russland und den USA sowie der Ukraine durch.
Wie etwa über den angeblich von Washington in den Raum gestellten straffen Zeitplan für eine Beendigung des Krieges.
Waffenstillstand schon im März?
Waffenstillstand im März, Neuwahlen und ein Referendum in der Ukraine im Mai, dringt hier und da aus der Gerüchte-Küche.
Selbst die Agentur Reuters, die diesen Plan unter Berufung auf Teilnehmer der Beratungen öffentlich gemacht hatte, äußerte Zweifel daran, ob dies überhaupt realistisch sei. Immerhin scheinen die USA bekanntlich davon auszugehen, dass die Ukraine ohne Gebietsabtretungen an Russland nicht davonkommen wird. Allerdings wäre eben nur hierzu ein Referendum nötig.
Es somit erneut nur die Äußerlichkeiten, aus denen man leise Anzeichen für Optimismus herauslesen kann. So der Umgang mit dem Anschlag auf den russischen Generalleutnant Wladimir Alexejew am 6. Februar in Moskau. Alexejew ist allerdings nicht Irgendjemand, sondern der Stellvertreter des russischen Delegationsleiters bei den Gesprächen in Abu Dhabi. Es liegt also die Vermutung nahe, dass der Urheber des Anschlags neben der Tötung des Generals auch einen Vorwand dafür schaffen wollte, die Gespräche zum Platzen zu bringen.
Aber genau das ist eben nicht geschehen. Beide Seiten haben es für klüger gehalten, den Anschlag herunterzuspielen. Allerdings mit Ausnahme des Statements des Asow-Chefs Denis Prokopenko, der zumindest eine Spur in Richtung eines möglichen Motivs legen wollte, zu ukrainischen Hardlinern, die sich ausrechnen könnten, dass ihr Land aus den Friedensverhandlungen „beschädigt“ hervorgehen wird.
Keine weiteren Angriffe auf ukrainisches Stromnetz
Weiters gibt es auch keine Bestätigung für die, seitens russischer Medien kolportierte Meldung, die neue Angriffswelle auf das ukrainische Stromnetz am letzten Wochenende sei eine Vergeltung für den Anschlag auf Alexejew gewesen. Obwohl das russische Verteidigungsministerium früher in solchen Fällen eine dementsprechende Rechtfertigung immer nachgeschoben hat. Auch die ukrainische Seite hat auf allzu schrille Moralisierungen der Angriffe bisher verzichtet und das, obwohl die faktische Lahmlegung von 15 Prozent der Stromerzeugungskapazität und 30 Prozent des nach den bisherigen Angriffen verbliebenen Potentials in einer einzigen Nacht ein wirklich schwerer Schlag gewesen war.
Bei der Gelegenheit lässt sich übrigens unschwer aus den Kiewer Katastrophenmeldungen etwas herauslesen. Wenn die Ukraine aktuell nur noch 50 Prozent ihrer Stromerzeugungskapazität besitzt, die Bewohner von Kiew aber lediglich für ein Sechstel eines Tages Strom bekommen, dann kann man daraus schließen, welchen Anteil die Versorgung der Zivilbevölkerung am Stromverbrauch überschlägig hat, nämlich genau ein Drittel. Der Rest dient dann wohl zweifelsfrei der ukrainischen Kriegsanstrengung. Und ist damit wohl fraglos auch ein militärisches Ziel, so bitter das für die frierenden Zivilisten ist.

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