US-Präsident Donald Trump hat seinen chinesischen Amtskollegen Xi Jinping zum Auftakt des dreitägigen Gipfeltreffens in Washington mit einem militärischen Überflug und einem rund 30 Meter langen roten Teppich empfangen. In einem ungewöhnlichen Schritt begrüßte Trump Xis Delegation persönlich am Flughafen, während die Kapelle der US-Luftwaffe auf dem Rollfeld spielte und amerikanische sowie chinesische Flaggen wehten.

Trump und First Lady Melania Trump empfingen Xi und dessen Ehefrau Peng Liyuan am Mittwochabend auf dem Militärstützpunkt Joint Base Andrews im Bundesstaat Maryland. Es ist das erste Mal seit 1962, dass ein US-Präsident einen ausländischen Staatschef persönlich auf dem Militärstützpunkt empfängt. Damit unterstreicht Trump die besondere Bedeutung, die er dem Besuch beimisst. Im Jahr 1962 hatte der damalige US-Präsident John F. Kennedy den britischen Premierminister Harold Macmillan auf dem Stützpunkt begrüßt. 

In einer von der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua veröffentlichten schriftlichen Erklärung sagte Xi, China und die USA seien „großartige Nationen“ und ihre Völker „großartige Menschen“. „Die beiden Länder sollten Partner und keine Rivalen sein“, sagte Xi.

Der hochrangige Besuch – Xis erster Aufenthalt in Washington seit 2015 – soll Gespräche hinter verschlossenen Türen und ein Staatsbankett umfassen. Auf der Tagesordnung stehen zahlreiche heikle Themen: von Künstlicher Intelligenz (KI) über den Iran-Krieg und Taiwan bis zu einer möglichen Verlängerung der Handelsvereinbarung zwischen den USA und China.

Unklar ist, ob Xi auch chinesische Unternehmenschefs mit nach Washington gebracht hat. Die Teilnahme chinesischer Unternehmen könnte zusätzliche Fragen zu Geschäftspraktiken, staatlichen Subventionen und Überkapazitäten aufwerfen – Themen, die für Xi und die Kommunistische Partei politisch heikel sein könnten.

Bei Trumps Besuch in Peking im Mai wurde der US-Präsident von einer Gruppe führender US-Manager aus der Technologiebranche begleitet, darunter Apple-Chef Tim Cook, Tesla-Chef Elon Musk und Nvidia-Chef Jensen Huang. Führende Vertreter von US-Unternehmen im Bereich KI sollen am Donnerstag an einem aufwendig ausgerichteten Staatsbankett teilnehmen. Xis Besuch endet am Freitag.

Trump hat jüngste Warnungen aus der Technologiebranche vor den möglichen Gefahren von KI als „Schwindel“ zurückgewiesen. Beide Länder liefern sich zugleich einen Wettlauf um die technologische Vorherrschaft im Bereich der KI.

Trump will weitere Vereinbarungen im Bereich Handel und Zölle erreichen. Dazu könnten niedrigere chinesische Zölle auf US-Produkte, höhere chinesische Importe Seltener Erden in die USA sowie steigende US-Exporte von Agrarprodukten nach China gehören. China scheint seine Zusagen, mehr US-Agrarprodukte zu kaufen und mehr Seltene Erden an die USA zu verkaufen, allerdings nicht eingehalten zu haben.

Beobachter erwarten, dass Xi Trump dazu bewegen wird, einen vom US-Kongress genehmigten Waffenverkauf an Taiwan im Umfang von 14 Milliarden US-Dollar (knapp 12,3 Milliarden Euro) weiter aufzuschieben oder ganz zu stoppen. Zudem könnte Xi auf eine stärkere wirtschaftliche Verflechtung zwischen den USA und China drängen.

Bereits am Mittwoch kündigte US-Finanzminister Scott Bessent an, dass die USA und China ihre Handelspause bis Januar verlängern werden. Das Abkommen, das am 10. November auslaufen sollte, sieht vor, dass Trump die Zölle auf bestimmte Waren senkt, während Xi im Gegenzug die Beschränkungen für Seltene Erden lockert.

Bessent erklärte nach einem Treffen mit dem chinesischen Vizepremier He Lifeng, beide Seiten hätten auch darüber gesprochen, ob langfristig ein umfassenderes Handelsabkommen zwischen den beiden Ländern möglich sei.

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