Das Pannenprojekt Stuttgart 21 hat wohl mittlerweile „historische Chaosdimensionen“ angenommen. Neuen Prognosen zu Folge soll mit der Fertigstellung nicht vor Ende 2031 zu rechnen sein. Schuld daran sollen diesmal über 1000 Kilometer falsch verlegter Kabel sein.
„Lachnummer“ Stuttgart 21
Laut einem jüngsten Bericht sollen nun falsch verlegte Kabel für weitere Verzögerungen bei Stuttgart 21 sorgen. Ministerpräsident Cem Özdemir erklärte, das Bahn-Projekt verkomme zur „Lachplatte“ und forderte Antworten, wie auch die Welt berichtet hatte.
Deutschlands wohl bekanntestes, wie umstrittenstes Bahnprojekt soll nun einem Medienbericht zu Folge noch später in Betrieb gehen als zuletzt prognostiziert. Wie die FAZ unter Berufung auf das Umfeld, der mit dem Projekt vertrauten Personen berichtete, müsse die Eröffnung des Durchgangsbahnhofs auf Ende 2031 verschoben werden. Ein Bahnsprecher teilte dazu mit, dass man sich zu derartigen Spekulationen nicht äußern werde.
Deutsche Bahn ohne Stellungnahme
Laut einem weiteren Bericht des Senders SWR verzögert sich die Eröffnung des Stuttgarter Hauptbahnhofs nunmehr vor allem deshalb, da mehr als 1000 Kilometer Kabel und Kabelschächte falsch verlegt worden waren. Davon müsse freilich der allergrößte Teil nun ausgetauscht werden, wie der SWR unter Berufung auf Insider berichtete. Die Deutsche Bahn wollte, wenig überraschend, dazu gegenüber dem Sender keine Stellung nehmen und verwies auf eine Pressekonferenz zu Stuttgart 21, die noch im Juni stattfinden solle.
Der Konzern hat angekündigt, er werde Mitte des Jahres bekannt geben, wann der Stuttgarter Hauptbahnhof in Betrieb genommen werden soll. Am Bahn-Projekt Stuttgart 21 wird nunmehr seit unglaublichen 16 Jahren gearbeitet.
Aus Sicht des baden-württembergischen „Neo-Ministerpräsidenten“ Cem Özdemir muss die Bahn nun alle Karten auf den Tisch legen. „Ich will nicht, dass wir da jetzt jedes Jahr neue Zahlen bekommen“, erklärte der Grüne dazu in Stuttgart. „Aber es muss ja auch mal ein Ende haben.“ Er verlange von der Bahn belastbare Zahlen und Antworten auf die Fragen, wann die einzelnen Etappen und wann das gesamte Projekt Stuttgart 21 fertig seien.
Das Projekt werde langsam „zur Lachplatte“, meinte Özdemir auch mit Verweis auf die als „Fernwanderweg“ bekanntgewordene Umleitung für Fußgänger von den Gleisen in die Stadt. Es gehe auch darum, zu zeigen, dass Stadt, Land und die Bundesrepublik Großprojekte stemmen könnten und sich nicht in Grund und Boden schämen müssten.
Auch Digitalisierung als Problem für DB
Die zuletzt für Ende 2026 geplant gewesene Teileröffnung des Tiefbahnhofs war jedoch bereits im November 2025 revidiert worden. Als Grund für die erneute Verschiebung nannte Bahnchefin Evelyn Palla, angebliche Probleme bei der Digitalisierung des Bahnknotens. Beinahe erwartungsgemäß hatte es jedoch kein neues Datum für den Start gegeben. Stattdessen hatte Palla eine umfassende Überprüfung des Projekts angekündigt, an deren Ende ein neuer Termin genannt werden sollte. Wirkt zweifelsfrei wie die „Salami-Taktik“ der Planlosigkeit.
Gebaut wird an dem Großprojekt bereits seit dem Jahr 2010. Bei Abschluss der Finanzierungsvereinbarung 2009 war man allerdings noch von einer Eröffnung 2019 ausgegangen.
Fraglos haben sich auch die Kosten für das Projekt über die Jahre steil nach oben entwickelt. In einem Finanzierungsvertrag aus dem Jahr 2009 ist nur die Verteilung von Kosten bis zu einer Höhe von gut 4,5 Milliarden Euro geregelt. Zuletzt bezifferte die Bahn die Kosten allerdings bereits auf rund 11,3 Milliarden Euro. Die Mehrkosten soll die Bahn einem Gerichtsurteil zu Folge offenbar alleine tragen.
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