Südkorea baut einem Bericht der Financial Times zufolge seine Beziehungen zu Russland wieder aus, während sich das Verhältnis zur Ukraine deutlich verschlechtert. Die Entwicklung sorgt bei europäischen Verbündeten für Besorgnis.
Unter Präsident Lee Jae-myung stelle Seoul schrittweise diplomatische und wirtschaftliche Kontakte zu Moskau wieder her – trotz des russischen Krieges gegen die Ukraine und der militärischen Zusammenarbeit Russlands mit Nordkorea, schreibt die Zeitung.
Im Juli und August seien mehr als 170.000 Tonnen Treibstoff aus Südkorea nach Russland geliefert worden. Ein Teil der Transporte sei dabei mit Tankern erfolgt, die auf Sanktionslisten stehen.
Gleichzeitig belastet ein Streit über den Umgang mit vertraulichen Informationen die Beziehungen zwischen Seoul und Kiew. Nach Darstellung der Financial Times zog Südkorea seinen Botschafter aus der Ukraine ab und verringerte seine diplomatische Präsenz, nachdem Informationen über zwei nordkoreanische Kriegsgefangene öffentlich geworden waren.
Europäische Partner befürchten laut dem Bericht, dass Seoul eine umfassende Wiederaufnahme seiner Beziehungen zu Moskau vorbereitet und dabei eigene Interessen stärker gewichtet als die Unterstützung der Ukraine.
Anfang Oktober hatte das südkoreanische Außenministerium entschieden, Botschafter Park Hee-chang aus der Ukraine zurückzurufen. Auslöser war demnach die öffentliche Bekanntgabe durch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, dass gefangene nordkoreanische Soldaten an Südkorea übergeben worden seien. Präsident Lee kritisierte die Offenlegung dieser Information scharf.
Kiew entschuldigte sich anschließend. Die südkoreanische Regierung hielt die Entschuldigung jedoch für unzureichend. Außenminister Cho Hyun kündigte an, sein Land bereite entschlossene Maßnahmen vor.
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