Die Journalistin Julia Ruhs kehrt als Moderatorin des Reportagemagazins „Klar“ auf den Bildschirm zurück. Die vom Bayerischen Rundfunk (BR) produzierte neue Folge trägt den Titel „Wo Islamisten Deutschland unterwandern“ und soll der Frage nachgehen, ob der Staat den Einfluss religiösen Fundamentalismus ausreichend im Blick hat. Die Sendung wird am kommenden Mittwoch um 22 Uhr sowohl im BR als auch im Norddeutschen Rundfunk (NDR) ausgestrahlt, und ist bereits ab 28. April in der ARD-Mediathek sowie auf den YouTube-Kanälen von BR24 und NDR Doku verfügbar.

„Klar“ wird abwechselnd vom BR und vom NDR produziert. Während die NDR-Folgen künftig von der Journalistin Tanit Koch moderiert werden, hält der BR an Julia Ruhs fest. Die Sendung mit Ruhs ist die erste BR-eigene Ausgabe des Formats seit der Kontroverse im vergangenen Jahr.

Hintergrund der Debatte

Die Kontroverse um Julia Ruhs entzündete sich an der Auftaktsendung von „Klar“ im April 2025 zum Thema Migration. In der Folge „Migration – Was falsch läuft“ berichtete die Journalistin unter anderem über Gewalt im Zusammenhang mit Einwanderung. Die Sendung stieß innerhalb des NDR auf teils heftige Kritik, da sie als politisch zu rechts empfunden wurde. Rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wandten sich in einem internen Schreiben gegen das Format und warfen ihm vor, journalistische Standards zu verletzen.

Der NDR entschied daraufhin, Julia Ruhs nach den Pilotfolgen nicht mehr für die von ihm verantworteten Ausgaben einzusetzen. Der BR hingegen hielt an der Moderatorin fest. Julia Ruhs selbst äußerte sich enttäuscht über die Entscheidung des NDR und sprach von einem „Armutszeugnis“. Die Trennung löste eine breitere Debatte über Meinungsvielfalt und Zensur im öffentlich-rechtlichen Rundfunk aus.

Was erwartet die Zuschauer?

Mit dem sensiblen Thema Islamismus betritt die neue Folge erneut ein politisch hoch aufgeladenes Feld. Die Sendung will unter anderem den Alltagseinfluss islamistischer Strukturen in Schulen, der Onlinewelt und der Politik beleuchten. Zu den Gesprächspartnerinnen gehört laut Ankündigung die ehemalige Verfassungsschützerin Gülden Hennemann.

Ob Julia Ruhs in ihrer Moderation erneut eine klare und ungeschönte Haltung einnehmen wird oder ob die vorangegangene Debatte zu einer vorsichtigeren Herangehensweise führt, dürfte ein wichtiger Indikator für die weitere Entwicklung des Journalismus in Deutschland sein.

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