Köln hat schon einiges erlebt: Karneval, Kölsch-Exzesse oder Nafri-Bereicherungen zu Sylvester vor dem Dom. Doch jetzt schreibt die Domstadt Technikgeschichte. Ein 1,20 Meter großer Roboter soll eine 16-Jährige sexuell belästigt haben.
Die Polizei ermittelt, der Blech-Unhold wurde beschlagnahmt
… und die Menschheit darf sich fragen: War das wirklich der Fortschritt, auf den wir gewartet haben?
Eigentlich sollten Roboter eines Tages unsere Wohnungen putzen, den Müll rausbringen, Krankheiten heilen und vielleicht sogar die Welt retten. In Köln hat man offenbar andere Prioritäten. Dort soll ein Roboter vor einem Schnellrestaurant einer 16-Jährigen ans Gesäß gefasst und anschließend eindeutige Stoßbewegungen ausgeführt haben. Mit anderen Worten: Während die NASA-Roboter zum Mars schickt, schicken zwei junge Männer in Köln ihren mechanischen Kollegen auf eine Mission, für die es vermutlich selbst in der tiefsten Silicon-Valley-Entwicklungsabteilung keinen offiziellen Projektantrag gibt.
„Übergriff“ live in sozialen Medien übertragen
Hinter der Aktion sollen ein 16-jähriger Roboterbesitzer und sein 19-jähriger Begleiter stecken. Die beiden sollen das Ganze auch noch live in sozialen Medien übertragen haben. Ob der Roboter gezielt ferngesteuert wurde, untersucht nun die Kriminalpolizei. Dabei dürfte eine Frage besonders spannend werden: War es künstliche Intelligenz – oder lediglich der
Polizei nimmt Blech-Belästiger aus dem Verkehr
Die alarmierten Beamten fackelten jedenfalls nicht lange und beschlagnahmten den Roboter sowie zwei Mobiltelefone. Damit dürfte der mutmaßliche mechanische Casanova vorerst aus dem Verkehr gezogen sein. Ob er auf der Polizeiwache einen eigenen Vernehmungsraum erhielt, ob ihm das Recht auf einen Anwalt vorgelesen wurde oder ob er einfach schweigend mit leerem Akku in der Asservatenkammer sitzt, ist nicht überliefert.
Die Ermittler prüfen nun, wer für die mutmaßliche Belästigung verantwortlich ist. Gegen die beiden jungen Männer wird wegen des Verdachts einer Beleidigung auf sexueller Grundlage ermittelt. Und genau hier liegt die eigentliche Pointe dieser absurden Geschichte. Wir diskutieren ernsthaft darüber, ob künstliche Intelligenz eines Tages die Menschheit überflügeln, ganze Berufszweige ersetzen oder gar die Weltherrschaft übernehmen könnte. Und dann das!
Wie menschlich dürfen Roboter werden?
Die schlechte Nachricht: Wenn Roboter sich in Zukunft ihre menschlichen Besitzer zum Vorbild nehmen, könnte dieser Weg direkt in die nächste Polizeiwache führen. Irgendwo in Köln sitzt jetzt ein Roboter in Polizeigewahrsam und fragt sich – sofern er überhaupt denken kann: „Warum musste ausgerechnet ich an diese beiden Menschen und dann an die junge Dame geraten? Hätten die das nicht selber erledigen können?“
Die Ermittlungen laufen jedenfalls. Ob die Bewegungen gezielt gesteuert wurden, ist noch ungeklärt. Für die beiden Beschuldigten und den Roboter gilt die Unschuldsvermutung.
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