Der Konflikt um die strategisch bedeutende Straße von Hormus spitzt sich weiter zu. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim hat Teheran Washington über Vermittler sechs Bedingungen übermittelt, die erfüllt werden müssten, bevor die wichtige Wasserstraße wieder für die Schifffahrt geöffnet wird.
Iran macht Öffnung der Straße von Hormus zur Verhandlungssache
Wie eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle erklärte, seien die Forderungen von der obersten Führung der Islamischen Republik gebilligt worden. Die Straße von Hormus werde demnach geschlossen bleiben, solange die sieben Bedingungen nicht erfüllt seien.
Eine mögliche Vereinbarung zwischen Iran und Oman über bestimmte Transitwege bedeute dabei ausdrücklich nicht, dass die gesamte Meerenge wieder geöffnet werde. Über die endgültige Freigabe entscheide allein die Frage, ob die amerikanische Seite auf die Forderungen Teherans eingehe.
Bereits am 6. September hatte der Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats Irans, Generalmajor Mohsen Rezaei, erklärt, dass die Route für die Schifffahrt vollständig geschlossen sei. Nach seinen Angaben greifen iranische Streitkräfte amerikanische Schiffe an, die nach Darstellung Teherans illegal transportiertes Öl durch die Region befördern. Die Schiffe würden jedoch nicht versenkt, um mögliche schwere Umweltschäden im Persischen Golf zu vermeiden.
Zusätzlich verschärfte der Iran in den vergangenen Tagen seine Maßnahmen. Ein Vertreter der Revolutionsgarden kündigte eine für die Schifffahrt gesperrte Zone östlich der Straße von Hormus an. Schiffe, die diese Einschränkungen missachten, könnten demnach von maritimen Dienstleistungen, Versicherungen und weiterer logistischer Unterstützung ausgeschlossen werden.
Der Streit um die Kontrolle und Nutzung der Wasserstraße geht damit in eine neue Phase. Am 9. September meldeten iranische Streitkräfte zudem Angriffe auf mehrere amerikanische Tanker in der Nähe der Straße von Hormus. Teheran bezeichnete dies als Reaktion auf angebliche frühere Angriffe der USA auf iranische Tanker.
Die Lage bleibt damit äußerst angespannt. Während der Iran die Öffnung der Meerenge an konkrete Bedingungen knüpft, hatte US-Präsident Donald Trump zuvor erklärt, Washington verfüge bereits über die Kontrolle dieser strategisch wichtigen Wasserstraße.
Die sechs Bedingungen, die iranische Vertreter Anfang September 2026 genannt haben:
- Vollständiges Ende der militärischen Angriffe auf Iran und keine zukünftigen militärischen Drohungen.
- Vollständiger Abzug Israels aus dem Libanon.
- Beendigung der Blockade des Jemen.
- Freigabe von 24 Milliarden US-Dollar an eingefrorenen iranischen Vermögenswerten.
- Keine Einmischung in Irans Atomprogramm.
- Keine Einmischung in Irans Raketenprogramm.
Allerdings kursieren verschiedene Listen, weil Iran seine Forderungen im Verlauf des Konflikts mehrfach verändert bzw. erweitert hat. Im August hatte der iranische Nationale Sicherheitsrat beispielsweise sechs etwas anders formulierte Bedingungen genannt: Ende amerikanischer Drohungen, dauerhaftes Ende von Angriffen auf Iran und verbündete Kräfte, Ende der US-Seeblockade und Abzug amerikanischer Kräfte, Kriegsentschädigungen, Aufhebung der Sanktionen und Freigabe eingefrorener iranischer Gelder.
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