Die schwedische Reichstagswahl 2026 ist denkbar knapp ausgegangen. Nach dem derzeitigen vorläufigen Stand kommen die vier Oppositionsparteien Sozialdemokraten, Linkspartei, Grüne und Zentrumspartei gemeinsam auf 176 Mandate. Die vier Parteien des Tidö-Lagers – Moderate, Schwedendemokraten, Christdemokraten und Liberale – erreichen 173 Sitze.

Politische Lager durch wenige Mandate getrennt – Wie unterschiedliche Wählergruppen das Ergebnis prägen

Damit trennen die beiden politischen Lager nur wenige Mandate. Nach der Wahlnacht betrug der Abstand zudem lediglich rund 30.000 Stimmen. Das endgültige Ergebnis steht allerdings noch nicht fest.

Migranten wahlentscheidend

Neben dem knappen Gesamtergebnis ist eine andere Entwicklung politisch interessant: Verschiedene gesellschaftliche Gruppen unterscheiden sich teilweise deutlich in ihren Parteipräferenzen. Besonders ausgeprägt scheint dies bei Wählern mit außereuropäischem Migrationshintergrund zu sein.

Deutliche Unterschiede im Wahlverhalten

Nach Daten aus der SVT-Wahltagsbefragung ValU stimmten Wähler mit außereuropäischem Hintergrund deutlich häufiger für Parteien links der politischen Mitte als die Gesamtbevölkerung. Rund 70 Prozent dieser Gruppe unterstützten demnach das oppositionelle Lager, während die Parteien des Tidö-Lagers auf deutlich geringere Werte kamen. Angesichts eines insgesamt äußerst knappen Wahlausgangs können solche Unterschiede zwischen einzelnen Wählergruppen erheblichen Einfluss auf die Zusammensetzung des Parlaments haben.

Geografische Unterschiede

Auch geografisch werden die Unterschiede sichtbar. In einzelnen Stadtteilen der großen schwedischen Städte, die einen besonders hohen Anteil von Einwohnern mit Migrationshintergrund aufweisen, erzielen Parteien des linken beziehungsweise mitte-links orientierten Spektrums teilweise außergewöhnlich hohe Ergebnisse.

Aus ihrer Sicht verändert eine hohe Einwanderung deshalb nicht nur die Gesellschaft, sondern mittel- und langfristig auch die Zusammensetzung der Wählerschaft.

Zu berücksichtigen wäre aber auch die Zusammensetzung der Wähler mit Migrationshintergrund. In Österreich liegt die FPÖ in dieser Personengruppe beispielsweise bereits auf dem zweiten Platz. Viele der neu hinzugekommenen Österreicher, die berufstätig oder selbstständige Unternehmer sind, lehnen ebenfalls den Zuzug von Migranten ab, die nur Kosten und Probleme verursachen.



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