Fünf somalischstämmige Abgeordnete und eine gespaltene Gesellschaft. Rund zehn Millionen Einwohner, mehr als 105.000 Menschen somalischer Herkunft und insgesamt 2,7 Millionen Menschen mit ausländischen Wurzeln: Schweden hat sich innerhalb weniger Jahrzehnte tiefgreifend verändert.
Die Folgen dieser Entwicklung zeigen sich längst nicht mehr nur auf dem Arbeitsmarkt oder im Sozialsystem, sondern auch in der politischen Landschaft des Landes.
Nach den Angaben, die dieser Debatte zugrunde liegen, leben in Schweden mehr als 105.000 Somalier. Hinzu kommen große Bevölkerungsgruppen aus Syrien, Afghanistan, Pakistan, Indien und weiteren Staaten Asiens und Afrikas.
Besonders scharf fällt die Kritik an der wirtschaftlichen Integration aus. In der zugrunde liegenden Darstellung wird behauptet, dass bis zu 90 Prozent der Migranten keiner regulären Beschäftigung nachgehen und stattdessen von Sozialleistungen, Wohnbeihilfen und weiteren staatlichen Unterstützungen abhängig seien.
Besonders problematisch: die zweite (!) Generation
Schwedische Sozialforscher untersuchten bereits vor Jahren, warum Kinder von Einwanderern in der Kriminalitätsstatistik häufiger vertreten sind. Eine Untersuchung der Universität Stockholm mit 66.330 Personen zeigte, dass die familiären Ressourcen sowie das soziale Umfeld, die Wohnsituation und die Segregation einen erheblichen Teil der Unterschiede bei registrierter Kriminalität erklären können. Bei Jungen konnten zwischen der Hälfte und drei Vierteln des Unterschieds bei registrierter Kriminalität durch die sozioökonomischen Ressourcen der Eltern und die Wohnumgebung erklärt werden. Bei Mädchen ließ sich der Unterschied teilweise noch stärker erklären.
Damit entsteht ein problematischer Kreislauf: Wenn Eltern dauerhaft vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen sind oder in sozial benachteiligten Verhältnissen leben, wachsen ihre Kinder unter denselben Bedingungen auf. Sie übernehmen nicht automatisch das Verhalten ihrer Eltern, sind aber häufiger mit denselben sozialen Verhältnis, Perspektivlosigkeit und segregierten Milieus konfrontiert.
Auch die schwedische Kriminalpräventionsbehörde Brå stellte erhebliche Unterschiede bei registrierten Tatverdächtigen fest:
Zwischen 2007 und 2018 wurden im Ausland geborene Personen 2,5-mal häufiger als Tatverdächtige registriert als in Schweden Geborene mit zwei in Schweden geborenen Eltern.
Bei in Schweden Geborenen mit zwei im Ausland geborenen Eltern lag die entsprechende Überrepräsentation bei mehr als dem 3-Fachen.
Brå weist zugleich darauf hin, dass Faktoren wie Alter, Geschlecht, Einkommen, Bildungsniveau und Wohnort einen erheblichen Teil dieser Unterschiede erklären.
Fünf somalischstämmige Abgeordnete im neuen Reichstag
Die demografische Veränderung spiegelt sich inzwischen auch unmittelbar im schwedischen Parlament wider:
Nach der Reichstagswahl vom 13. September 2026 zogen fünf Politiker somalischer Herkunft in den 349 Sitze umfassenden Riksdag ein. Unter ihnen befinden sich drei Politiker der Grünen und zwei Politiker der Linkspartei. Zu den Gewählten gehören Leila Ali Elmi, Mursal Isa und Mohamed Mohamed von den Grünen sowie Ilyas Hassan und Mohamed Abdukardir Ali von der Linkspartei.
Besonders umstritten ist der Fall von Mohamed Abdukardir Ali. Gegen den neu gewählten Linkspartei-Politiker läuft eine Untersuchung wegen des Verdachts auf Wahlbeeinflussung. Nach Angaben von Reuters erhielt Ali überraschend viele persönliche Stimmen, nachdem vorab markierte Stimmzettel verwendet worden sein sollen. Er hat deshalb sein Mandat zunächst nicht angetreten. Die Behörden haben bislang offiziell keinen Verdächtigen festgestellt.
Migrantenmilieus werden zur politischen Machtbasis der Linken
Auch das Wahlverhalten in stark migrantisch geprägten Stadtteilen hat die politische Debatte verschärft. In Rinkeby, einem Stockholmer Vorort mit einem hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund, erhielt der Mitte-links-Block rund 94 Prozent der Stimmen. In Teilen von Tensta kam die Linkspartei auf mehr als die Hälfte der Stimmen. Daraus ist abzuleiten, dass dort Migranten für die Linkspartei stimmen.
Verschleierung von unliebsamen Tatsachen
Nach unserem Dafürhalten wird natürlich nur von Migranten im Allgemeinen gesprochen, gerade so, als ob diese Menschen alle gleich wären. Offenbar will man die Problematik hin zur alteingesessenen Bevölkerung hin verschieben, die angeblich zu wenig für eine gelungene Integration tut. Dass es einen bestimmten Menschenschlag gibt, der sich als besonders integrationsresistent erweist, will man lieber nicht hören.
Man sollte sich die Frage stellen, warum es mit Einwanderern aus Asien (z. B. Chinesen oder Koreanern) keinerlei Probleme gibt, mit Nordafrikanern hingegen schon. Spielt da nicht deren religiös geprägter Kulturhintergrund in Kombination mit einem unbegründeten Gefühl der Überlegenheit eine Rolle?
Warum wollen die reichen Golfstaaten ihre Glaubensbrüder aus gewissen Ländern lieber nicht im Land haben? Kennen die etwa ihre Pappenheimer besser als der europäische Gutmensch, der glaubt, aus einem raubgierigen Wolf ein zahmes Lamm formen zu können, wenn man nur genug Geld in den besagten Personenkreis investiert?
Wäre es nicht für alle Seiten humaner, die Leute dort zu lassen, wo sie besser hinpassen als in eine industrielle Hochleistungsgesellschaft samt dekadenter Regenbogenkultur? Wäre da nicht allen geholfen?
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