Die Wahl zum 20. Abgeordnetenhaus von Berlin findet am 20. September 2026 statt. Die aktuelle Grünen-Opposition positioniert im Wahlkampf den 45-jährigen Spitzenkandidaten Werner Graf, der sich in einem aktuellen Interview erneut abfällig über ihm missliebige Hauptstadt-Medien äußerte. So bezeichnete er die Medienunternehmen Apollo News und Nius abschätzig als „Schmierblätter“ und „Online-Hetzportale“, die laut seiner Wahrnehmung nur „schreckliche Propaganda“ verbreiten.

In der neuesten Podcast-Folge des Formats Jung & Naiv, die am Montag veröffentlicht wurde, äußerte sich Graf zu seinem Werdegang und den beabsichtigten politischen Maßnahmen, sollte die Partei in die Verantwortung als Senatstegierungspartei kommen.

Zur aktuellen inhaltlichen Ausrichtung der Hauptstadt-Grünen erklärte Graf, dass der Berliner Landesverband „ein bisschen anders tickt als der Baden-Württemberger Landesverband“. Die Fraktion in der Hauptstadt habe dabei zum Thema Antifeminismus aktuell „größere Untersuchungen gemacht“. Angesichts der mitgeteilten Ergebnisse seien dann „Aktivisten“ von den Medien angegangen worden. Graf führt dazu aus:

„Wir haben Aktivisten, die sagen etwas, dann kommt Nius und Apollo. Schreckliche Propaganda … – was für Schimpfwörter ich jetzt alles sagen darf und welche nicht? –, … Schmierblätter, sage ich so, oder Blätter sind es ja nicht mehr, sind ja Online-Hetzportale. Und dann springen oft rechte Politiker da mit drauf. Und das ist immer wieder die CDU.“

Zu rechnerischen Koalitionen und den neuerdings vermehrten manipulativen Absprachen der „Brandmauer“-Parteien hinsichtlich drohender AfD-Wahlerfolge führt der Grünen-Politiker für die Zuschauer aus, dass er es „als richtig empfinde“, dass die Linke im Augenblick in Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern ankündigt, „bevor die AfD mit an die Macht kommt, wählen wir einen CDU-Ministerpräsidenten“.

Zur Situation in der Hauptstadt und Grünen-Absichten kündigt Graf an, dass er in Berlin ein „progressives Bündnis aus SPD, Linken und uns schmieden“ möchte. Zum Thema Machtstrategien und -erhalt führt er weiter wörtlich aus:

„Ich muss auch sehen, dass ich im Augenblick Debatten in der Linken mitkriege, ob sie wirklich regieren wollen, und in der SPD lauter rote Linien hochgezogen werden und das auch irgendwie schwierig ist. Und das ist das Ding, die Grünen haben keine roten Linien.“

Vordergründig sei jedoch für seine Partei „die Brandmauer gegen die AfD entscheidend“. Im Rahmen von Zuschauerfragen führte er dazu weiter aus, dass „ich alles dafür tun werde, dass es sie weiter gibt“.

Neben der AfD ist die CDU laut vorheriger Graf-Aussagen „der Hauptgegner der Grünen im Wahlkampf“. In einer Umfrage des Tagesspiegel zur Bürgermeisterwahl hatte Graf dabei bereits Ende Mai abgeschlagen auf Platz fünf hinter den Kandidaten von CDU, SPD, Linken und AfD gelegen. Laut Aussage im Jung-&-Naiv-Interview lautet sein Anspruch im Wahlkampf weiterhin: „Wir müssen die Faschisten bekämpfen, nicht kopieren.“

Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts INSA im Auftrag der Bild kommt die CDU auf 20 Prozent und die Linkspartei auf 19 Prozent. Auf dem dritten Platz liegt die AfD mit 17 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 16 Prozent und der SPD mit 15 Prozent. BSW und FDP würden nicht in das Abgeordnetenhaus einziehen.

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