Im 2. Teil der Serie beschreibt Ryan Perkins die unternehmungslustigen Kaufleute des 18. Jahrhunderts, die nicht gegenseitigen Nutzen, sondern Menschenhandel realisierten, was jedoch zum unschuldig klingenden Schöpfungsmythos des Kapitalismus im krassen Widerspruch steht.
Der Beitrag “Das unvermeidbare Scheitern in der Ära der Finanzialisierung” von Ryan Perkins auf Deutsch – Teil 2a
Der Mythos
Der Kapitalismus bevorzugt einen bestimmten Schöpfungsmythos: die Geschichte vom Erfinder in seiner beengten Garage, dessen angeborenes Genie ihn selbst bereichert und zugleich das Leben seiner Gemeinschaft verbessert. Nach dieser Version wäre das Kapital per Handschlag mit einem für beide Seiten vorteilhaften Austausch zwischen freien Individuen entstanden. Es würde einem Produkt der freien Marktwirtschaft gleichen und auf einem Vertrag mit Einvernehmen beruhen.
Das würde der Mythologie des freien Marktes entsprechen!
Doch wie Marx dokumentierte, sah die Realität weitaus brutaler aus. Was er als „primitive Akkumulation“ bezeichnete, spiegelt die wahre und blutige Vorgeschichte des Kapitals wider. In England vertrieben die Enclosure Acts [Einfriedungsgesetze; siehe dazu auch Teil 1a dieser Serie] die Bauern von den Allmenden [gemeinschaftliches Eigentum] und zerstörten systematisch gemeinschaftliche Lebensformen. Land, das sich jahrhundertelang in gemeinschaftlichem Besitz befunden hatte – mit Weiderechten, Waldstücke und Wasserquellen – wurde eingezäunt, privatisiert und in Schafweiden verwandelt:
Es handelte sich nicht um eine einvernehmliche Transaktion, vielmehr um einen unverblümten Diebstahl!
Auf einen Schlag wurde eine ganze Klasse von Menschen enteignet, die in Folge nichts mehr außer ihrer Arbeitskraft anzubieten hatte. So entstand das erste Proletariat: Als Rohmaterial für den Lohnarbeiter-Markt, der die industrielle Revolution antreiben und Großbritannien schließlich über die Ozeane, auf der Suche nach einer Lösung für die von ihm selbst geschaffenen Widersprüche, katapultieren sollte.
Doch die Einfriedung der Allmende erwies sich als nur vorübergehende Lösung für den stagnierenden Wollhandel. Das System brauchte mehr als nur Arbeitskraft; es brauchte noch Raum. Und diesen Raum fand es durch koloniale Ausrottung der indigenen Völker und Kommodifizierung afrikanischer Körper [Sklavenhandel]:
Die Eroberung Amerikas war die erste große Raum-Lösung und schuf den eigentliche Geburtsort des Kapitalismus!
Nicht auf dem Marktplatz, sondern im Gehege, auf der Plantage und auf dem Sklavenschiff wurde dieser geschaffen. Nach dieser Version der Geschichte war die Gewalt keine Nebensache, sondern repräsentierte fundamentales Handeln!
Die Ressourcen, die sich aus der Neuen Welt ergossen, entsprachen nicht nur Waren, sie waren auch der Antrieb für die industrielle Revolution. Doch das Silber aus Potosí, der Zucker aus der Karibik und die Baumwolle aus dem amerikanischen Süden wurden zu einem Preis beschafft, die sich in keiner Bilanz wiederfand:
Durch absoluten bzw. nahezu totalen Völkermord an den indigenen Völkern!
Das führte zur Versklavung von Millionen Afrikanern und Zwangsarbeitern unter 3iner Vertragsknechtschaft [indentured workers]. Das waren weder Exzesse noch Randerscheinungen, sondern bildeten die Grundvoraussetzungen [des Systems].
[Anmerkung der Redaktion zur Vertragsknechtschaft oder „Indentured Labour“: In Großbritannien stellte die sogenannte Vertragsknechtschaft bis zu ihrer Abschaffung im Jahr 1917 – de facto jedoch erst im Jahr 1920 – die Fortsetzung von Sklaverei in leicht modifizierter Form nur dar. Viele kennen den Begriff der Sklaverei, doch nur wenige Leute – vor allem in deutschsprachigen Breiten – haben je etwas von „Indentured Servants“ [Vertragsknechten] gehört. Das ist verständlich, weil jene Form der Knechtschaft schon seit vielen Jahrhunderten in Mitteleuropa verboten ist.
Klassische – bzw. Leib-Sklaverei und Indentur-Knechtschaft, die sich zwar rechtlich etwas voneinander unterscheiden, doch in der Praxis große Deckungsmengen haben, bildeten das maßgebliche Hauptmerkmal kolonialer Plantagenwirtschaft.
Automatikeinschub 1 – 2026.9.30
Noch vor(!) dem Erlass erster Sklavengesetze in Virginia im Jahr 1661 kam es zu gesellschaftlichen Fehlentwicklungen, die in anglo-amerikanischen Gesellschaften langfristig tiefe Spuren hinterließen. Denn im Land der unbegrenzten Möglichkeiten hatte sich von Anbeginn die sogenannte Vertragsknechtschaft – als Art einer `Leibeigenschaft auf Zeit` – systemimmanent breit gemacht und begonnen die Gesellschaft kulturell von innen heraus zu vergiften:
Ein Vertragsknecht – im englischem Sprachgebrauch `indentured servant´ genannt – war eine vertraglich gebundene Arbeitskraft, die für eine bestimmte Zeit – im Regelfall sieben Jahre – ohne Lohn für eine dritte Partei nicht freier Wahl, zu arbeiten hatte. Den Leibeigenen auf Zeit wurde die Überfahrt in die Kolonien bezahlt – dazu erhielten sie Unterkunft und Verpflegung. Doch die Halter des Knechtschaft-Vertrags konnte diesen an Dritte weiterverkaufen oder auch rechtliche Sanktionen erwirken, sollte ihnen z.B. Zeitsklaven entlaufen sein. Heirat unterlag ebenso der Genehmigungspflicht. So konnten jene unglücklichen Vertragssklaven auf Zeit vielfach nur hoffen das Vertragsende noch erleben zu dürfen.
Nachdem in Virginia erst im Jahr 1661 die Sklavengesetze offiziell eingeführt wurden, waren juristisch betrachtet sowohl Afrikaner wie auch Weiße davor(!) allesamt nur Leibeigene auf Zeit und wurden rechtlich ausschließlich nur als sogenannte indentured servants erkannt. Erst mit den Sklavengesetzen bekamen die Afrikaner ihren Rechtstitel „Sklave“ gesetzlich lebenslänglich verpasst, während die weißen Zeitsklaven als indentured servant ihre Ausstiegsklausel behielten:
So waren rund zwei Drittel aller weißen Einwanderer in die englischen Kolonien zwischen 1630 bis 1780 Zeitsklaven!
Das heißt jene Weißen – wer hätte das nur gedacht – wurden temporär, so sie es überlebten, zu einer Art menschlichen Ware im Sinne von indentured servants bzw. Vertragsknechten reduziert.
In der Tat hat die Kultur der Vertragsknechtschaft in England besondere Tradition und wurde schon im Jahr 1349 durch eine Arbeiter Ordonanz rechtlich verbrieft. Doch die Vertragsdauer war im englischen Mutterland im Gegensatz zu seinen Kolonien meist nur auf ein Jahr beschränkt. Für die Opfer jedoch war es nur ein kleiner und geographischer Schritt: Vom Vertragsknecht im Mutterland zum Zeit-Sklaven in den Kolonien.
Ganz besonders hat die englische Sklavenhaltermentalität die Iren getroffen, welche unter Oliver Cromwell (1599 – 1658) zum Teil ethnisch gesäubert, um als weiße Leibeigene zu Zehntausenden in die Neue Welt verkauft zu werden, noch lange bevor der Sklavenhandel mit Afrikanern seine große `Blüte` erlebte. In einer Buchbesprechung – `Providence Lost The Rise & Fall of Cromwell`s Protectorate` von Paul Lay – schrieb die Financial Times am 11. Januar 2020:
“… wie Lay [der Autor] in `Providence Lost` aufzeigt, legte die Außenpolitik des Protektorats die Grundsteine für ein Reich getragen von Sklaverei (driven by slavery).“
Der Übergang von Vertragsknechtschaft (Indentured Servitude) zur rassenbasierten Sklaverei vollzog sich erst im 17. Jahrhundert in den britischen Kolonien Nordamerikas (besonders in Virginia und Maryland) schleichend, doch systematisch:
Anfänglich arbeiteten verarmte europäische Vertragsknechte und erste afrikanische Ankömmlinge nebeneinander auf den Tabakfeldern. Doch ökonomische Zwänge, rechtliche Veränderungen und die Angst der Elite vor Aufständen führten dazu, dass afrikanische Arbeiter rechtlich herabgestuft und dauerhaft versklavt wurden, während europäische Vertragsknechte mehr Rechte hielten.
Im Jahr 1676 war es in Virginia zu einem Ereignis gekommen, das die koloniale Elite stark alarmiert hatte: Die Bacon‘s Rebellion! Ein wohlhabender Siedler namens Nathaniel Bacon mobilisierte eine Armee aus bewaffneten weißen Vertragsknechten und versklavten Afrikanern. Sie brannten die koloniale Hauptstadt Jamestown nieder, um Land sowie den Sturz des Gouverneurs zu fordern.
Die herrschende Klasse erkannte die immense Gefahr, die von einer solidarischen Allianz zwischen armen Weißen und Schwarzen ausgehen würde. Um eine solche Einheit künftig zu verhindern, setzte die Elite auf eine Strategie der Spaltung durch Rassismus („Divide and Rule“). Diese Prinzip wird heute in EU-Europa von den maßgeblichen transnationalen Puppenspielern in Bezug auf den Konflikt zwischen lokalen Bevölkerungen und Zuwanderern ähnlich erfolgreich weiter getrieben.
Nach dem Verbot der Sklaverei (1833) hat Großbritannien im 19. Jahrhundert zur Umgehung wieder verstärkt auf Vertragsknechtschaft setzen und z.B. auf Mauritius das Programm-neu als das „Große Experiment“ (The Great Experiment) propagieren lassen. Auf diese Art und Weise hat Großbritannien in Folge rund eine halbe Million indische Sklavenarbeiter unter dem Label „Indentured Servants“ nach Mauritius verbringen und darüber das Land in den 1840-er Jahren zum führenden Zuckerproduzenten des Empires machen lassen.
Zwischen 1861 und 1871 wurden über 200.000 indische Sklaven-Arbeiter wegen „Vagabundierens“ oder illegaler Abwesenheit von ihren Konzentrationsstätten verhaftet und zur Zwangsarbeit verurteilt. Aufgrund solcher Erfolge wurde das mauritische Modell schnell auch auf andere Kolonien wie Guyana, Trinidad, Jamaika, Fidschi und Südafrika angewandt.
Für Mauritius selbst hatte das Experiment tiefgreifende demografische Konsequenzen: Innerhalb weniger Jahrzehnte veränderte sich die Bevölkerung komplett. Heute sind rund 70% der mauritischen Bevölkerung indischer Abstammung (Indo-Mauritier). Mit einer Geburtenrate um 1.2 wird es in EU-Europa um das Jahr 2050 nicht viel anders ausschauen.
Nach dem Jahr 1920 benötigte Anglo-Amerika keine Vertragsknechte mehr, weil man dazu übergangen war, sich nicht mehr mit Einzelsklaven herumschlagen zu müssen, sondern als Weltkriegssieger nunmehr ganze Völker en bloc unterwerfen zu lassen, was auch geschah: Siehe die Situation in der EU unter NATO-Oberkommando heute.
Ende Anmerkung der Redaktion]
Das ist die kalte Realität, die der Schöpfungsmythos verschleiert hat. Die Wahrheit ist: Der einsame Erfinder, der in seiner Werkstatt schuftete, hat die industrielle Revolution nicht geschaffen. Sie wurde durch Vertragsknechte [Indentured Servants] und auf den Knochen der Sklaven und den Gräbern der indigenen Völker errichtet. Zwischen 1709 und 1793 verabschiedete das britische Parlament rund 4.000 Enclosure Acts, nach denen über 6 Millionen Acres Gemeinschaftsland privatisiert und zwischen einer Viertelmillion und 400.000 Bauern vertrieben wurden. Dadurch wurde eine enteignete Klasse geschaffen, die gezwungen war, in das Fabriksystem transferiert zu werden. [1]
Der unternehmungslustige Kaufmann des 18. Jahrhunderts handelte nicht zum gegenseitigen Nutzen; er betrieb vielmehr Menschenhandel. Allein im 18. Jahrhundert transportierten britische Schiffe gewaltsam über 3 Millionen Afrikaner über den Atlantik, wobei die Gewinnspannen bei einzelnen Transaktionen in Spitzenzeiten zwischen 500 und 800 Prozent lagen. Die enormen Gewinne – fast 16 Millionen Pfund in einem einzigen Jahrzehnt zwischen 1783 und 1793 für den Handel in Liverpool, was nach heutigem Wert mehreren Dutzend Milliarden entspricht – flossen direkt in Textilfabriken, Häfen wie von Liverpool und frühe Bankinstitute.[2]
Diese „Selfmade-Männer“ stiegen nicht durch ihre eigene Tatkraft, Entschlossenheit und ihren Einfallsreichtum auf. Sie übernahmen eine Welt, die darauf vorbereitet worden war, ihren Aufstieg zuzulassen: Eine Welt, die ausgebeutet, geplündert und versklavt wurde, um die notwendigen Voraussetzungen für ihren Erfolg zu schaffen. Nirgendwo wurde dieser Prozess deutlicher veranschaulicht als im kolonialen Indien:
- Zwischen 1750 und 1900 brach Indiens Anteil an der weltweiten Industrieproduktion von rund 25 Prozent auf gerade einmal 2 Prozent ein.
- Zwischen 1700 und 1950 brach Indiens Anteil am weltweiten BIP von rund 24 Prozent im Jahr 1700 auf nur noch 4 Prozent im Jahr 1950 ein.
Dies waren die Symptome eines systematischen Ausbeutungsprozesses. Ein Prozess, der die Lebensgrundlage von Millionen von Handwerkern zerstörte, wobei die Zahl der Textilarbeiter von 6 Millionen im Jahr 1850 auf 2,3 Millionen im Jahr 1913 sank. [3]
Die Ökonomin Utsa Patnaik schätzt, dass die britische Kolonialherrschaft allein zwischen 1765 und 1938 rund 45 Billionen US-Dollar (nach heutigem Wert, verzinst) aus Indien abgezogen hat. Es war einen Ausbeutung über Besteuerung und Produktionsüberschüsse, die exportiert und nie mehr zurückgeführt wurden. Dieser Ausbeutungsprozess, diese Subventionierung des Kerns, stellte sicher, dass die Selfmade-Industriellen und Erfinder der industriellen Revolution in Manchester und London durch die umfassende Deindustrialisierung und Verarmung eines ganzen Subkontinents finanziert werden konnten.[4]
Dies sind keine moralischen Urteile bzw. werden nicht vorgebracht, um eine Form von Kollektivschuld zu beschwören und darüber eine Art Absolution zu erlangen:
Es sind vielmehr historische Fakten, die für das Verständnis des Systems, in dem wir leben, unerlässlich sind!
Die systemische Gewalt der ursprünglichen Akkumulation war nicht der tragische Prolog zu einem aufgeklärteren Zeitalter. Sie war hingegen ein grundlegendes Muster, eine Vorlage, die es zu wiederholen galt. Die innere Logik, welche die Enclosure Acts, die Eroberung der Neuen Welt und die Versklavung Indiens antrieb, hat sich seither nicht geändert:
Sie ist lediglich raffinierter, versteckter geworden und hat sich nur verlagert!
Nun versteckt sich Eroberung & Versklavung hinter der Sprache vom IWF:
- zwischen auferlegten Sparmaßnahmen und Strukturanpassungen;
- zwischen humanitären Interventionen und Terrorismusbekämpfung;
- zwischen Menschenrechten und ethnischen Säuberungen;
- zwischen Massenvernichtungswaffen und antiautoritären Vorgehens;
- zwischen Großmacht Konkurrenzstreben und Demokratieförderung.
Zumal man an geographische Grenzen gestoßen war, wendet man sich nach innen:
Eroberung & Versklavung kehrte nach Hause zurück. [5]
Der „spacial fix“ [die Problemüberwindung durch Raumergreifung] war niemals das Ende der ursprünglichen Akkumulation: Sie war nur deren Fortsetzung mit anderen Mitteln. Jedes neu erworbene Kolonialgebiet war eine Neue Welt, die es auszuplündern galt. Jedes neue Arbeitskräftereservoir war eine weitere enteignete Bauernschaft. Inzwischen setzt sich diese ursprüngliche Akkumulation in neuer Gestalt nur fort: Jedes neue Sanktionspaket, jedes vom IWF auferlegte Strukturanpassungspaket, jeder auf Dollar lautende Weltbankkredit für Exportinfrastruktur zur Bedienung von Zinszahlungen, jede Regimewechsel-Operation oder jede Antiterror-Kampagne entspricht einem neuen „Enclosure Act“. Es ist ein System, das ohne Enteignung nicht überleben kann: Es ist der Sauerstoff, der den Motor am Laufen hält!
Um den 500-jährigen Aufstieg des Kapitals zu verstehen, müssen wir von solch einer Wahrheit ausgehen. Das System entstand aus struktureller Gewalt und hat durch strukturelle Gewalt überlebt:
Und es wird letztendlich in Gewalt enden!
Nicht deshalb, weil Menschen von Natur aus selbstzerstörerisch wären. Sondern weil das System, das wir geschaffen und aufrechterhalten haben – ein System, das auf Enteignung beruht – keine andere Funktionsweise [als die der Gewalt] kennt. Das ist noch nicht das „Ende der Geschichte“, …
… aber es könnte das Ende einer Geschichte sein!
Eine Geschichte, die mit einem Mythos, den wir zerschlagen müssen, beginnt, falls wir darüber hinausgehen wollten!
Fortsetzung mit Teil 2b folgt
Übersetzung UNSER-MITTELEUROPA
Literaturverzeichnis
[1] E. P. Thompson, The Making of the English Working Class (Penguin, 1963), 237–238 (250.000–400.000 vertriebene Bauern); J. L. Hammond und Barbara Hammond, The Village Labourer 1760–1832 (St. Martin’s Press, 1970), 37–38 (4.000 Enclosure Acts 1709–1793, 6 Millionen Acres); Clara Mattei, The Capital Order: How Economists Invented Austerity and Paved the Way to Fascism (University of Chicago Press, 2022), 18–20.
[2] Trans-Atlantic Slave Trade Database, slavevoyages.org (3 Millionen Afrikaner auf britischen Schiffen im 18. Jahrhundert); David Richardson, „Profits in the Liverpool Slave Trade“, in Liverpool and Transatlantic Slavery (Liverpool UP, 2007), 64–89 (16 Mio. £ 1783–93, Gewinnspannen von 500–800 %); Michael Hudson, Super-Imperialism: The Economic Strategy of American Empire, 3. Aufl. (Pluto, 2021), 3–5.
[3] Paul Bairoch, Victoires et déboires, Bd. 2 (Gallimard, 1997), 528 (25 %–2 % Industrie 1750–1900); Angus Maddison, The World Economy: A Millennial Perspective (OECD, 2001), 261 (24 %–4 % des BIP 1700–1950); Tirthankar Roy, Artisans and Industrialization (Oxford UP, 1993), 17–18 (6 Mio.–2,3 Mio. Textilarbeiter); Utsa Patnaik, „The Drain of Wealth from India“, Monthly Review 72, Nr. 9 (2021): 1–18.
[4] Utsa Patnaik, „Revisiting the ‚Drain‘“, in Agrarian and Other Histories (Tulika, 2017), 277–318 ($45tn 1765–1938, 5 % verzinst); Utsa Patnaik, The Long Transition (Tulika, 1999), Kap. 6.
[5] Frederick Jackson Turner, „The Significance of the Frontier in American History“, Annual Report of the American Historical Association for 1893 (1894), 199–200 (Volkszählung von 1890: „keine Grenzlinie mehr“); Hugh Brogan, The Pelican History of the United States (Penguin, 1985), 288 (20 Millionen Einwanderer 1820–1900).
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Zum Autor: Ryan Perkins ist Senior Analyst und als Editor für den Global Economic Indicator tätig. Er lebt in Peking. Seine Analysen wurden in internationalen Medien wie dem „The Atlantic Magazine“ veröffentlicht und sowohl von Unternehmen wie auch Thinktanks in Anspruch genommen. Sein Substack-Blog erreichte Platz 49 in der Kategorie „Weltnachrichten und Politik“.
Diese neue Serie von Ryan Perkins wird die Anatomie des System-Zusammenbruchs nachzeichnen – von der Verschmelzung des nationalen Kapitals zu transnationalem Kapital und der Entstehung der globalen Finanzhegemonie über die Schaffung des Schuldenstaates und den Aufstieg des fiktiven Kapitals bis hin zur letzten Jagd nach Sicherheiten, um das Gebilde zu stützen. Eine Jagd, die nun droht, uns alle zu verschlingen.
- Der UM-Artikel von Ryan Perkins (30.7.2026) „Die zweite Front des globalen Finanzimperiums“ – Teil 1a erschien: HIER
- Der UM-Artikel von Ryan Perkins (30.7.2026) „Die zweite Front des globalen Finanzimperiums“ – Teil 1b erschien: HIER
- Der Artikel von Ryan Perkins (3.8.2026) “The Inevitability of Collapse in the Age of Financialization” Teil 2 im englischen Original erschien: HIER
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