Der Autor und Analyst, Ryan Perkins, legt dar, dass Europas Kapitulation vor US-Finanzinteressen Teil konsequenter US-Politik ist. Der Unterschied besteht dieses Mal nur darin, dass die Plünderung von Verzweiflung, doch nicht von geostrategischen Überlegungen, getrieben ist.
Ryan Perkins: „Imperien, die ihre Vasallen verschlingen, verzehren sich selbst!“
Der Artikel von Ryan Perkins, wie Europa zum Vasallen des Hegemons verkam, in deutscher Übersetzung
Der Plan wird offenbar
Europas jüngste einseitige Kapitulation vor US-Finanzinteressen, euphemistisch als „Abkommen zur Handelsneugewichtung“ [das EU/USA Handelsabkommen] propagiert, ist nur jüngste Ausprägung konsequenter US-Politik. Eine Politik, die Verbündete erst fördert, doch dann wieder verschlingt, sobald …
… diese US-Kerninteressen einschränken oder ihren geopolitischen Nutzen überdauert haben!
Der Unterschied besteht diesmal darin, dass die Plünderung global angelegt ist, vielmehr von Verzweiflung getrieben, doch nicht von geostrategischem Kalkül. US-Finanzminister Scott Bessent zeigte in einem Kommentar in Reaktion auf Präsident Donald Trumps Zollpolitik einen seltenen Moment der Ehrlichkeit:
„Im Grunde genommen stellen uns andere Länder Staatsfonds zur Verfügung!“
Damit war die wohlwollende Fassade gefallen und wurde durch eine brutale finanzielle Unterordnung ersetzt.
Der Kompromiss des Kalten Krieges
Nach dem Zweiten Weltkrieg ermöglichten die Vereinigten Staaten Europa und Japan den Wiederaufbau – nicht aus neu entdecktem Altruismus, sondern aus geopolitischem Kalkül. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs verlagerten sich die US-Prioritäten auf die Eindämmung von Sozialismus, welcher die deutlichste Bedrohung ihrer „globalen Führungsrolle“ war.
In Europa ließ man durch Marshall-Hilfen Fabriken wiederaufbauen, doch an eine untergeordnete Position der Weltordnung geknüpft. Der Sicherheitsschirm der NATO ermöglichte es Westeuropa, Ressourcen in Sozialstaaten und Industriesubventionen umzuleiten. Die Sozialdemokratie wurde toleriert, ja sogar gefördert, zumal Wohlstand vor Kommunismus zu schützen versprach.
In ähnlicher Weise erlaubte Washington Japan etwas, was es anderenorts verbot. Tokio baute seine Industrie hinter Zollschranken wieder auf, förderte Keiretsu-Konzerne und lenkte günstige Kredite in strategische Sektoren.
[Anmerkung der Redaktion: Keiretsu in Japan steht als japanischer Begriff für den Verbund definierter Unternehmens-Konglomerate, die miteinander eng und durch spezielle Geschäftsbeziehungen und Beteiligungen verflochten sind und sich gegenseitig bevorzugend unterstützen und zuarbeiten.
Ein ähnliches System zusammenarbeitender Unternehmens-Konglomerationen existiert auch in Korea und ist dort dem Begriff als Chaebol bekannt.
In Deutschland existierte bis zur Jahrtausendwende ein vergleichbares System, die sogenannte Deutschland AG, welche sich als Grundlage des industriellen Aufstiegs von Deutschland nach der Zweiten Reichgründung (1871) entwickelt hatte. Das Konstrukt, Deutschland AG, wurde beginnend mit der Ermordung (30.11.1989) des damaligen Chefs Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, durch atlantische Dienste rückabgewickelt und bis zum Jahr 2008 endgültig eliminiert. Die folgende staatliche Auflösung der BRD im atlantischen Finanzsystem ist damit zwingend vorgegeben.]
Exportgetriebenes Wachstum machte Japan zu einem kapitalistischen, industriellen Vorzeigeland und einem Gegenpol zum kommunistischen China!
Ebenso erhielten die asiatischen Tigerstaaten – Südkorea, Taiwan, Hongkong und Singapur, zu denen später Thailand, Malaysia und Indonesien stießen – Zugang zu US-Märkten, wobei Protektionismus einmal mehr toleriert wurde. Ihre staatlich gelenkten, exportorientierten Modelle durften florieren, weil sie die Vorzüge des Kapitalismus in einer Region propagierten, in welcher die USA Krieg gegen kommunistische Auflehnung führten.
[Anmerkung der Redaktion: Sogenannte antikommunistische Säuberungsaktionen beispielsweise in Indonesien unter General Suharto, die von westlichen Ländern, angeführt von den Vereinigten Staaten und ihren Diensten maßgeblich unterstützt wurden, töteten zwischen 1965 und 1966 – je nach Schätzungen – eine bis drei Millionen Menschen.
Die Gewalt richtete sich offiziell gegen Mitglieder der Kommunistischen Partei Indonesiens (PKI), wütete jedoch auch gegen mutmaßliche Sympathisanten, wie vor allem Gewerkschafter, Linke, Mitglieder von Frauenorganisationen (Gerwani), vielen ethnischen Chinesen und anderen Minderheiten. So rottete man Konkurrenz aus!]
Die stillschweigende Vereinbarung war klar: Washington würde merkantilistische Politik, Subventionen und Industrieplanung tolerieren, solange diese den globalen, geopolitischen Zielen der USA dienten.
Wenn Erfolg in Rivalität umschlägt
Das System begann zu bröckeln, als Verbündete in Konkurrenz zu den Kerninteressen der USA traten. Im Jahr 1980 übertraf Japans BIP das der Sowjetunion und japanische Unternehmen dominierten die globalen Märkte für Halbleiter, Automobile und Unterhaltungselektronik. Das ließ in Washington die Alarmglocken schrillen: Das Plaza-Abkommen erzwang eine massive Aufwertung des Yen und brachte japanische Exporteure ins Straucheln.
[Anmerkung der Redaktion: Das Abkommen, abgeschlossen im Plaza Hotel in New York City am 22.9.1985 war ein historisches Währungsabkommen der fünf großen Wirtschaftsnationen (G5), um eine gezielte Abwertung des US-Dollars auf Kosten anderer zu erzwingen].
Die von der Bank of Japan zur Abfederung des Schocks ausgelöste Politik billiger Kredite blähte eine spektakuläre Immobilien- und Aktienblase auf, die nachfolgend in jahrzehntelange Stagnation mündete. Handels-„Abkommen“, verhängte Quoten, Preisuntergrenzen und Strukturreformen führten dabei zur Zerschlagung von Japans Lieferketten. Das japanische BIP-Wachstum fiel von 6% auf 1%:
Japans Herausforderung war damit kastriert worden!
Als Nächstes kamen die asiatischen Tiger-Staaten an der Reihe. In der Finanzkrise von 1997 tätigten US-Hedgefonds Leerverkäufe ihrer Währungen. In Folge erzwangen vermeintliche „Rettungspakete“ des IWF Sparmaßnahmen, Zwangsprivatisierungen bzw. zwangen Regierungen dazu, protektionistische Industriepolitik wieder abbauen zu lassen. Die folgende Kapitalflucht an die Wall Street …
… finanzierte den amerikanischen Dotcom-Boom, während die asiatischen Volkswirtschaften untergingen!
Eine Generation des Wohlstands wurde auf dem Altar der Dollar-Hegemonie geopfert. Das Muster war klar: Verbündete durften aufsteigen – aber niemals zu Rivalen werden. Sobald sie an die Grenzen amerikanischer Macht stießen – oder ihren geopolitischen Nutzen überdauert hatten – wurden sie niedergemacht.
Europas neue Unterordnung
Dieses Muster finanziellen Raubs ist im Jahr 2025 wieder aufgetaucht. Trumps „Abkommen zur Handelsneugewichtung“ mit der EU und Japan formalisieren …
… wirtschaftliche Unterordnung mit einer vertraglichen Präzision, die an koloniale Tributzahlungen erinnert!
Für Europa war das Abkommen vom Juli 2025 eine als Kompromiss getarnte Kapitulation. Über die meisten EU-Exporte wurden Basiszölle von 15% verhängt, während für Stahl und Aluminium Strafsätze von 50% festgelegt wurden. Deutsche Automobilhersteller, französische Luft- und Raumfahrtunternehmen und italienische Maschinenbau-Exporteure sahen ihre Gewinnmargen über Nacht schwinden.
Die industrielle Logik ist offensichtlich. Um ihren Ruin zu vermeiden, verlagern Europas Kronjuwelen – BMW, Audi, Mercedes – ihre hochmoderne Batterie- und Elektrofahrzeugproduktionen auf US-amerikanischen Boden, angelockt durch Subventionen der Biden-Ära im Rahmen des „Inflation Reduction Acts“ und unter dem Druck der Zölle aus der Trump-Ära. Produktion, Arbeitsplätze und Technologie wandern somit in den Westen ab:
Was in Europa zurückbleibt, sind ausgehöhlte Montagelinien mit importierten High-End-Komponenten!
Der Energiesektor fügt eine zweite Abhängigkeitskette hinzu. Die EU ist gezwungen, amerikanisches Flüssigerdgas (LNG) im Wert von 750 Mrd. US-Dollar zu beschaffen – fast doppelt so teuer wie das russische Pipelinegas vor den Sanktionen. Zudem muss die Infrastruktur auf eigene Kosten neu aufgebaut werden, da US-LNG andere Re-Gasifizierungs-Anlagen erfordert. Gleichzeitig hat Washington Ausnahmen von den EU-Kohlenstoffzöllen für seine eigenen Exporte durchgesetzt und damit die Klimapolitik zu einer Waffe asymmetrischer Vorteile geschärft.
Die militärische Abhängigkeit bildet das dritte Glied in der Kette. Eine vorgeschriebene Einfuhr der EU-Staaten von US-Waffen im Wert von 600 Mrd. US-Dollar, die als „Lastenteilung“ vermarktet wird, zementiert die Abhängigkeit von amerikanischen Gütern. Europa mag zwar seine eigene Flagge hissen, kann aber ohne Washingtons Lieferkette keine eigene Armee aufstellen: Damit werden…
… Europas Rüstungsschmieden zu quasi Tochtergesellschaften von Raytheon und Lockheed Martin degradiert!
Japans Tribut
Japans Handelsabkommen von 2025 spiegelt das Schicksal Europas wider. Zölle über 15% – das Vierfache des Niveaus vor dem Abkommen – treffen die Automobil- und Elektronikindustrie, während für Stahl gegen Zoll-Hürden von 50% trifft. Selbst die Landwirtschaft wird auf das Hackbrett gelegt: Jahrzehntelanger Schutz für japanische Reisbauern wurde beiseite gefegt, wodurch …
… der Markt für billigen, subventionierten amerikanischen gentechnisch veränderten Reis geöffnet wurde!
Noch aufschlussreicher ist der 550-Milliarden-Dollar-Staatsfonds, zu dessen Einrichtung Tokio gezwungen wurde – der überwiegend von US-Finanzinstituten verwaltet wird mit einer Gewinnaufteilung, die Wall Street stark begünstigt. Was eigentlich inländisches Kapital …
… zur Wiederbelebung der japanischen Wirtschaft sein sollte, finanziert inzwischen die amerikanische Industrien!
Die Anklänge an die 1980er Jahre sind unverkennbar: Japan erhebt sich, Washington stutzt ihm die Flügel. Der Unterschied zu heute besteht darin, dass die Leine finanzieller und vertraglicher Natur nur total geworden ist.
Die Krise von 2008: Die „unbeabsichtigte“ Parasitierung
Lange vor der gezielten Nötigung durch des Inflation Reduction Acts [IRA] und den Trump-Zöllen orchestrierte die globale Finanzkrise von 2008 einen noch spektakuläreren Transfer globalen Reichtums in die Vereinigten Staaten – wenn auch vermeintlich unbeabsichtigt – wodurch die strukturelle Vorherrschaft des amerikanischen Finanzsystems offenbar wurde. Zwar war die Krise „Made in USA“ und entstand aus der Subprime-Hypothekenblase, doch ihre Bewältigung zeigte eindrucksvoll: Wenn das finanzielle Herz der USA eine Erkältung erwischt, …
… erkrankt die (restliche) Welt nicht nur an einer Lungenentzündung, sondern bezahlt die U.S.-Arzt-Rechnungen!
Der Mechanismus funktionierte in zweifacher Hinsicht: In eine Flucht in sichere Anlagen und in eine der Dollar-Vorherrschaft durch die Fed. Als das globale System ins Stocken geriet, flüchtete in Panik geratenes Kapital von europäischen Banken, asiatischen Staatsfonds und Schwellenländern weltweit in die vermeintliche Sicherheit von US-Staatsanleihen und den Dollar. Dieser massive Kapitalzufluss drückte die US-Kreditkosten künstlich nach unten, gerade in dem Moment, als die Regierung massive Rettungsmaßnahmen auf die Schiene brachte, was es der USA ermöglichte, …
… seinen Aufschwung zu einem durch ausländisches Kapital subventionierten Zinssatz finanzieren zu lassen!
Gleichzeitig wurden europäische Banken, die weitaus stärker verschuldet bzw. gegenüber toxischen US-Vermögenswerten exponiert waren, lahmgelegt. Sie benötigten staatliche Rettungsmaßnahmen, welche den Kontinent in eine Staatsschuldenkrise stürzte und ein „verlorenes Jahrzehnt“ der Sparpolitik bescherte.
Die USA gingen mit rekapitalisierten Banken und einem boomenden Aktienmarkt aus der Krise hervor, während Europa auf zerrütteten Staats-Finanzen und einer zermürbenden Deflation sitzen blieb. Die Krise erwies sich als ultimativer Stresstest für die etablierte Hegemonie der Finanz: Obwohl die USA selbst das Epizentrum des Desasters abgaben, …
… sorgte die von ihnen geschaffene globale Architektur dafür, dass die Rechnung letztendlich vom Ausland bezahlt wird!
Zuckerbrot und Peitsche: Das neue imperiale Instrumentarium
Auf den ersten Blick scheinen Trumps „Befreiungstag durch Tarife“ und Bidens „Inflation Reduction Act“ ideologische Gegensätze zu sein – nationalistischer Protektionismus gegenüber Subventionen für grüne Industrie. Doch sie bilden ein nahtloses Ganzes – zwei Seiten derselben Medaille finanzieller Ausbeutung.
- Bidens IRA (2022) bot: 369 Mrd. Dollar an Subventionen, um ausländische Firmen anzulocken, ihre Produktion auf US-amerikanischen Boden zu verlagern. Z.B. verlegte BMW die Montage von Elektrofahrzeugen nach South Carolina, um diese Voraussetzungen zu erfüllen.
- Trumps Zölle von 2025, verhängen Kosten zur Strafe über all jene, die sich einer Verlagerung widersetzen. Mercedes drohen ruinöse Zölle, sollte das Unternehmen weiterhin Batterien in Deutschland produzieren lassen.
Zusammen bilden diese Maßnahmen [von Biden & Trump] ein zweistufiges System, um Kapital erst mit Subventionen anzulocken und im Anschluss noch mit Zöllen einzufangen. Ob Zuckerbrot oder Peitsche – das Ergebnis ist identisch:
Technologie, Kapital und Souveränität fließen in Richtung der Vereinigten Staaten ab!
Was diese Ordnung auszeichnet, ist ihre Raffinesse. Die Instrumente sind finanzieller, vertraglicher und regulatorischer Natur. Straftarife als „Peitsche“ und Subventionen als „Zuckerbrot“ verlagern die Produktion über Grenzen hinweg:
- Überteuertes Flüssiggas (LNG) und Infrastruktur-Zwänge leiten Renditen an US-amerikanische Unternehmen der fossiler Rohstoffbranche weiter!
- Rüstungsimporte sorgen dafür, dass die Verteidigungssektoren der Verbündeten zu Tochtergesellschaften von Lockheed und Raytheon verkommen!
Dieses Modell spiegelt den kolonialen Merkantilismus wider – nur getarnt in der Sprache des „Freihandels“ und vermeintlicher „Neugewichtung“.
Die Sicht der Wall Street?
Was Washington als „Wirtschaftspatriotismus“ propagiert, dient in der Praxis einer Aktion zur finanziellen Umfassung. Hinter der US-Rückverlagerung der Industrie verbirgt sich ein tieferer Antrieb zur finanziellen Ausbeutung. Die aus Japan und Europa …
… abgezogenen staatlichen Investitionsfonds werden von amerikanischen Institutionen verwaltet!
Strafzölle werden in Dollar gezahlt. Subventionsprogramme sind als Steuergutschriften und Kreditgarantien strukturiert, wobei Wall Street in jeder Phase den Vermittler spielt. Das Ergebnis ist ein Kreislauf der Dollar-Dominanz:
- Kapital flieht von den unter Druck geratenen Verbündeten!
- Es treibt die amerikanischen Vermögensmärkte in die Höhe!
- Es finanziert die Haushaltsdefizite der US-Regierung!
Verbündete finanzieren die Reindustrialisierung Amerikas nicht aus gutem Willen, sondern unter Zwang!
Historische Parallelen
Reminiszenzen an vergangene Ereignisse sind kaum zu übersehen:
- Das Japan der 1980er Jahre: Es durfte unter US-Schutz aufsteigen, doch wurde niedergeknüppelt, sobald es in Konkurrenz zur US-Technologiebranche geriet.
- Die asiatischen Tiger Staatender 1997er Jahre: Als Vorzeigebeispiele des Kalten Krieges wurden sie erst geduldet, um dann durch Spekulationsangriffe und IWF-Sparmaßnahmen wieder zerschlagen zu werden.
- Das Europa in 2025: Jahrzehntelang unter dem Schutz von NATO und mit Zugang zu US-Märkten, um nachfolgend in Energie-Hörigkeit und Industrieabwanderung gezwungen zu werden, sobald China als wahrer strategischer Rivale aufgetaucht war.
Der Kreislauf ist konsistent und besteht aus: Fördern, dulden und verzehren!
Das Geschäft im Zwielicht der Dämmerung
Der Kompromiss des Kalten Krieges – Souveränität im Abtausch gegen Wohlstand – ist vorbei. Was bleibt, ist ein reines Ausbeutungsmodell: Die Verbündeten als Tributzahler, deren Reichtum über Zölle, Subventionen und Staatsfonds verschoben wird. Dies gleicht einer Unternehmensumstrukturierung im globalen Maßstab:
Die Verbündeten der USA werden von Juniorpartnern zu Vasallen degradiert!
Die Aushöhlung Japans und Europas entspringt weder einem Zufall noch war es Teil einer kalkulierten geopolitischen Strategie. Es ist ein Akt der Verzweiflung einer Hypermacht, die nie eine war, doch erkannt hat, dass der unipolare Moment genau das war: Nur ein Moment!
Das Imperium verzehrt sich selbst
Die Tragik dieser aktuellen Strategie liegt in ihrer kurzfristigen Brillanz und ihrer langfristigen Fragilität. Washington kann zwar Kapital abziehen, Industrien verlagern und Energieabhängigkeiten erzwingen. Doch indem es all seine Verbündeten aushöhlt, untergräbt es das Fundament seiner eigenen Ordnung selbst.
Rom hat seine Provinzen ausgebeutet und Großbritannien seine Kolonien. Die Vereinigten Staaten beuten ihre Verbündeten aus – finanziell, industriell und psychologisch:
Doch Imperien, die ihre Vasallen verschlingen, verzehren sich zu guter Letzt selbst!
Der Untergang der Pax Americana gleicht keinem friedlichen Sonnenuntergang. Es stellt den vermeintlichen Aufstieg eines ausbeuterischen, protektionistischen Imperiums dar, in dem Vasallen bis zur letzten Faser ausgebeutet werden und in dem Hegemonie an erbeuteten Vermögenswerten, doch nicht an geschlossenen Partnerschaften, gemessen wird. Die „Staatsfonds“ der Verbündeten Amerikas sind kein Zeichen dauerhafter Führungsstärke, …
… sondern Symptome eines Imperiums im Niedergang: Ausbeuterisch, brüchig, doch letztlich nicht nachhaltig!
***
Übersetzung: UNSER-MITTELEUROPA
Zum Autor: Ryan Perkins ist Senior Analyst und als Editor für den Global Economic Indicator tätig. Er lebt in Peking. Seine Analysen wurden in internationalen Medien wie dem „The Atlantic Magazine“ veröffentlicht und sowohl von Unternehmen wie auch Thinktanks in Anspruch genommen. Sein Substack-Blog erreichte Platz 49 in der Kategorie „Weltnachrichten und Politik“.

- Der Artikel von Ryan Perkins (20.11.2025) “ Die Vasallisierung Europas und Pax Americana im Zwielicht der Dämmerung ” im englischen Original: HIER
- Der Artikel (10.11.2025) von Ryan Perkins “Germany’s Deindustrialisation Is a Capital Coup” im englischen Original: HIER
- Der UM-Artikel (29.10.2025) von Ryan Perkins “Deutschlands Deindustrialisierung ist ein Coup des Kapitals! “: HIER
- Der UM-Artikel von Ryan Perkins (10.11.2025) “Finale im Putsch des Kapitals: Europa zerlegt zwischen USA & China! “: HIER
- Der UM Artikel zum “Dunklen Deal” (17.1.2025) – wie und wann die geplante, systematische Vermögensverlagerung in die USA ihren Anfang nahm: HIER
Ryan Perkins: „Deutschlands Deindustrialisierung ist ein Coup des Kapitals!“
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