Jewgeni Tanin, der Leiter der Abteilung für staatliche Politik und Regulierung im Bereich Geologie und Bodennutzung im Ministerium für Naturressourcen und Ökologie Russlands, erklärte, dass das Land derzeit weltweit den siebten Platz bei den Vorkommen an Seltenerdmetallen einnimmt. Unter Berücksichtigung aller Faktoren reichen diese Vorkommen für den Bedarf des Landes noch für mehr als tausend Jahre – sowohl für den Eigenbedarf als auch für den Export. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion im Föderationsrat betonte Tanin:
„Allein bei den Seltenerdmetallen belegen wir mit Vorkommen von 28,5 Millionen Tonnen den siebten Platz weltweit. Um zu verstehen, wie viel oder wie wenig das ist, kann man eine einfache Rechnung anstellen: Jährlich fördern wir 2.200 Tonnen Seltenerdmetalle, der Inlandsverbrauch beträgt mit 1.100 Tonnen nur die Hälfte davon. Der weltweite Verbrauch liegt dementsprechend bei etwa 226.000 bis 250.000 Tonnen. Wenn man dies durch unsere Reserven teilt – wobei klar ist, dass diese Berechnung nur eine grobe Schätzung ist und Faktoren wie Rentabilität, Technologien und Ähnliches nicht berücksichtigt –, dann reicht dies für tausend Jahre.“
Er fügte hinzu, dass das Land noch über Reserven verfüge – 18 Gebiete, in denen die Vorkommen an Seltenerdmetallen erst noch entdeckt werden müssten.
Zuvor wurde berichtet, dass Russland weiterhin zu den drei größten Lieferanten von Seltenerdmetallen in die EU gehört. Und bislang gelingt es der Europäischen Union nicht, ihre Abhängigkeit von externen Lieferungen von Seltenerdelementen und deren Verbindungen wesentlich zu verringern. Nach Berechnungen der Zeitung Iswestija auf der Grundlage von Eurostat-Daten importierte die Europäische Union in den ersten fünf Monaten des Jahres rund 2.240 Tonnen Seltenerdprodukte aus Malaysia, 1.890 Tonnen aus China und rund 1.450 Tonnen aus Russland. Damit betrug der Anteil Malaysias 37,1 Prozent, der Chinas 31,4 Prozent und der Russlands 24 Prozent. Der Großteil der russischen Lieferungen entfällt auf Cerverbindungen. Cerverbindungen finden Anwendung in Autokatalysatoren, bei der Herstellung von Glas und Keramik, in der Metallurgie sowie in Poliermitteln.
Dabei wird es aufgrund des steigenden Bedarfs an Seltenerdmetallen immer schwieriger werden, auf Importe zu verzichten.
Nach Prognosen der Europäischen Kommission könnte sich der Bedarf der Europäischen Union an Seltenerdmetallen bis 2030 um das Sechsfache und bis 2050 um das Siebenfache erhöhen.
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