Am Montag gab der rumänische Inlandsgeheimdienst (SRI) bekannt, dass er „ein von der Russischen Föderation aus koordiniertes“ Sabotagenetzwerk identifiziert habe. Dieses Netzwerk stehe angeblich hinter dem Brandanschlag auf das Industriegelände Carfil, einer Tochtergesellschaft des größten staatlichen rumänischen Rüstungskonzerns CN ROMARM, hieß es in der Pressemitteilung. Der Vorfall ereignete sich am 14. September in der Stadt Brașov. 

Wie es heißt, handele es sich um die Beteiligung mehrerer Staatsangehöriger aus ehemaligen Sowjetstaaten, die derzeit in der EU ansässig seien. Der SRI berichtete, dass rechtliche Schritte im Zusammenhang mit Aktivitäten dieser Personen in Rumänien und anderen europäischen Ländern eingeleitet worden seien.  

Rumänische Direktion zur Untersuchung von organisierter Kriminalität und Terrorismus (DIICOT) präzisierte, dass im Zuge der Ermittlungen zwei Weißrussen in Deutschland festgenommen worden seien. Ein weiterer Verdächtiger – ein ukrainischer Staatsbürger – sei in Polen aufgefunden worden. Alle drei seien in den Vorfall in Brașov verwickelt gewesen. Nach Angaben von DIICOT gehören sie zu einem Sabotagenetzwerk.

Laut dem SRI hätten sich die Aktivitäten dieses Netzwerks nicht auf Rumänien beschränkt. „Die Koordinatoren in der Russischen Föderation hatten dem Netzwerk eine Vielzahl von Zielen in der gesamten Region zugewiesen, darunter staatliche und private Rüstungsbetriebe sowie weitere militärisch oder industriell relevante Objekte“, hieß es in der Stellungnahme weiter.

Der Geheimdienst behauptete, dass der Vorfall „Teil einer umfassenderen Kampagne von Sabotageaktionen“ in Europa sei, die Moskau koordiniert haben soll. Die Behörde habe weitere Sabotageversuche in Rumänien aufgedeckt, die sich unter anderem gegen internationale militärische Objekte oder Standorte zur Ausbildung ukrainischer Streitkräfte gerichtet hätten. Diese Aktionen sollen auf Einschüchterung sowie Untergrabung des Verteidigungspotenzials europäischer Staaten abgezielt haben.

Dem rumänischen Inlandsgeheimdienst zufolge erfolge die Anwerbung in der Regel über soziale Medien. Gegen eine finanzielle Belohnung erhalte man einen Auftrag, bestimmte Orte oder Objekte zu überwachen oder zu fotografieren. Später könnten der Person komplexere Aufgaben übertragen werden, beispielsweise Brandstiftungen.

In den letzten Jahren haben die Behörden der EU-Länder sowie westliche Medien Russland wiederholt beschuldigt, in verschiedene Vorfälle auf europäischem Territorium verwickelt zu sein. Moskau hat jedoch alle Vorwürfe zurückgewiesen. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte, dass diese Anschuldigungen unbewiesen seien. Die Vorwürfe über russische Sabotageaktivitäten seien „nichts weiter als ein Schüren russophober Hysterie“, fügte er hinzu.

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