Die jemenitischen Huthis haben nunmehr Reedereien davor gewarnt, dass Schiffe, die saudische Häfen nutzen, innerhalb ihrer Einsatz-Reichweite als Ziel dienen könnten. Diese Warnung folgte unmittelbar auf die Ankündigung einer Seeblockade nach Angriffen auf Sanaa.

Tanker mit saudischem Öl kehren um

Auf See machte sich dies Meldung rasch „bemerkbar“, wobei mehrere Tanker, die saudisches Rohöl nach Asien transportierten, im Roten Meer den Kurs umgehend geändert hatten.

Riad hatte versucht, eine Front wieder zu öffnen, von der man geglaubt hatte, sie bereits „im Griff“ zu haben. Nunmehr steht die wichtigste alternative Öl-Route jedoch unter massivem direkten Druck.

Saudisches Problem größer als eine Meerenge

Das Königreich ist mittlerweile zunehmend auf das Rote Meer angewiesen, da der Verkehr durch die Straße von Hormus im Zuge des US-Krieges gegen den Iran stark zurückgegangen ist.

Saudisches Öl erreicht das Rote Meer über die Ost-West-Pipeline, die Rohöl vom Persischen Golf zum Hafen von Yanbu transportiert.

Von Yanbu wird der Großteil dieses Öls südlich durch die Bab al-Mandab-Straße per Schiff verbracht, direkt durch jemenitische Hoheitsgewässer, nämlich zu den asiatischen Märkten. Dieser einzige Korridor verarbeitet 3,6 Millionen Barrel pro Tag und bedeutet das Lebenselixier für China, Indien und andere asiatische Volkswirtschaften.

Globale Versorgung unter „Belagerung“

Eine langanhaltende Blockade könnte somit fast 4 % des weltweiten Angebots kürzen und die Preise dadurch noch weiter in die Höhe treiben. Rohöl ist bereits auf 94 US-Dollar pro Barrel gestiegen. Wenn auch diese Meeres-Straße geschlossen wird, muss Saudi-Arabien über drei Millionen tägliche Barrel um Afrika umleiten, was massive Verzögerungen und brutale Kostenanstiege für asiatische Käufer verursachen würde.
Die Welt steht nun also vor einem der schwersten Ölversorgungs-Schocks seit Jahren. Europa und Asien stehen vor Engpässen und unkoordinierten Notfallplänen. Die rosige Prognose der Internationalen Energieagentur für eine starke Erholung der Raffinerie in diesem Quartal läuft nun plötzlich auf „Lebenserhaltungs-Modus“.

Die Ölmärkte sind also weiterhin „außer Kontrolle“, da die Hormus-Krise, ausgelöst durch den US-Krieg gegen den Iran, mit der wachsenden Bedrohung für die Bab-al-Mandab-Route kollidiert. Befürchtungen gleichzeitiger Störungen an zwei wichtigen Energieengpässen haben nunmehr das Rohöl auf mehrwöchige Hochs getrieben und die Händler in „Krisen-Modus“ versetzt.

US-Präsident Trump hatte während seiner Pressekonferenz mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun darauf bestanden, dass die Huthi-Blockade nicht zustande gekommen sei. Der Markt allerdings scheint weniger überzeugt davon zu sein. Brent stieg zum dritten Mal in Folge, gewann seit Montag mehr als 5 % und erreichte kurzzeitig 95,47 Dollar pro Barrel, der höchste Wert seit dem 11. Juni.

Präsident Trump kann also so viel „Propaganda“ hinausposaunen wie „gewohnt“, die Tanker und Ölhändler scheinen die Blockade jedoch sehr wohl bemerkt zu haben.


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