Als der Chef der Identitären Bewegung Deutschland Maximilian Märkl am vergangenen Donnerstag in ein Flugzeug nach Portugal steigen wollte, erwartete ihn nach eigenen Angaben eine üble Überraschung: Die Bundespolizeiinspektion am Münchner Flughafen erteilte ihm eine Ausreiseuntersagung in das südeuropäische Land bis zum 30. Mai 2026.
Genau an diesem Tag wollte Märkl nämlich an RESUM26, einem Remigrationsgipfel rechter und migrationskritischer Gruppierungen, in der Küstenstadt Porto teilnehmen. Ein Foto vom amtlichen Bescheid teilte Märkl auf seinem Account auf der Plattform X.
Märkl berichtete, dass er sogar kurzzeitig festgenommen worden sei. Als Begründung für die Maßnahme hätten die Beamten angegeben, dass er durch seine Teilnahme an dem Gipfel den Ruf der Bundesrepublik Deutschland bedrohe. Märkl war auf der Veranstaltung in Porto als Moderator einer Podiumsdiskussion eingeplant. Strafrechtlich liegt nichts gegen den 29-jährigen Deutschen vor.
Medienberichten zufolge lautete die Erklärung der Polizeiinspektion dahingehend, dass „die Verschwörungstheorie des ‚Großen Austauschs'“ genutzt werde, „um die Ansicht zu verbreiten, dass politische Eliten absichtlich Masseneinwanderung fördern, um die einheimischen Völker und Kulturen Europas zu ersetzen“. Märkls Anwesenheit in Porto könne zur Stärkung der „internationalen Verbindungen der Identitären Bewegung in Europa“ und zur Verbreitung der „identitären Interpretation des Begriffs Remigration“ beitragen und sei deshalb zu verhindern.
Der identitäre Aktivist und frühere AfD-Politiker kommentierte das Vorgehen der Behörden folgendermaßen: „Kurz vor dem Remigrationsgipfel geraten sie in Panik. Sie haben bereits jede Debatte und den Kulturkrieg verloren. Jeder Europäer kann die verheerenden Folgen des Bevölkerungsaustauschs mit eigenen Augen sehen. Deshalb spielen sie ihren letzten Trumpf aus: rohe Repression.“
Das Ausreiseverbot für den jungen Aktivisten sorgte im rechtskonservativen Lager für Empörung. Die brandenburgische AfD-Landtagsabgeordnete Lena Kotré erklärte ihre „volle Solidarität“ mit Märkl und kritisierte die BRD als einen Staat, der seine eigenen Bürger einsperre, während er die deutschen Grenzen nicht schützen könne. In einem indirekten historischen Vergleich postete die AfD-Politikerin einen Antrag auf Ausreise aus der DDR.
Offenbar hat es Märkl über öffentlich nicht bekannt gewordene Reisewege doch nach Portugal geschafft. Denn ebenfalls auf X veröffentlichte er ein darauf hindeutendes Video mit dem Kommentar: „Wenn Migranten es schaffen können, kann es jeder schaffen.“ Und RESUM26 zeigte ein Bild eines strahlenden, in einen Anzug gewandeten Märkl, das offensichtlich auf dem Remigrationsgipfel in Porto aufgenommen wurde.
Dazu der Kommentar: „Sie versuchten, ihn daran zu hindern, nach Portugal zu kommen. Deutsche Behörden verhinderten, dass Maximilian Märkl sein Flugzeug zu RESUM26 besteigen konnte. Jetzt ist er trotzdem hier. Der stehende Applaus im Saal sagt alles. Immer mehr Menschen erkennen die totalitären Tendenzen, die sich in Deutschland entwickeln. Maximilian Märkl wird zum Symbol einer neuen Generation von Freiheitskämpfern in Europa.“
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