Die Wirtschaft von Tschukotka wird im Jahr 2026 um 16,5 Prozent wachsen – dies ist der höchste Wert unter den russischen Regionen, wie aus der vom Wirtschaftsministerium erstellten Prognose zur sozioökonomischen Entwicklung Russlands für die Jahre 2027 bis 2029 hervorgeht. Die Region wird hinsichtlich des Wachstumstempos sogar die Hauptstadt übertreffen: In Moskau wird ein Anstieg des regionalen Bruttoinlandsprodukts von lediglich 2 bis 3 Prozent erwartet. Zu den Top-3-Regionen hinsichtlich des Wirtschaftswachstums im Jahr 2026 werden auch die Region Transbaikalien und das Gebiet Sachalin gehören – ihre Wachstumsraten werden 6 Prozent übersteigen. Für die Wirtschaft in den Regionen bedeutet das Wachstum eine steigende Nachfrage und neue Investitionsmöglichkeiten, für die Bürger hingegen die Schaffung von Arbeitsplätzen und höhere Einkommen. Und dies überall dort, wo neue Projekte und Produktionsstätten ins Leben gerufen werden. Noch vor kurzem galten all diese Regionen als „strukturschwach“, doch die neuen geopolitischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben dies geändert. Die Zeitung Iswestija schreibt:
„Das hohe Wachstumstempo im Fernen Osten ist zum großen Teil auf große Investitionsprojekte zurückzuführen, erklärte Andrei Gluschkin, geschäftsführender Gesellschafter der Hauptabteilung und Mitglied des Generalrats der wirtschaftlichen Vereinigung Delowaja Rossija. Seinen Angaben zufolge hängt die Wirtschaft einzelner Regionen maßgeblich von der Rohstoff- und Infrastrukturbranche ab.
Die Dynamik der Regionen werde zudem von der Rohstoffbasis, dem Investitionsklima, der Wirtschaftsstruktur, der geografischen Lage und dem Personalpotenzial beeinflusst, erklärte Igor Rastorguew, leitender Analyst bei dem Unternehmen A-Markets. Dabei könnten Regionen mit einer diversifizierten Wirtschaft wirtschaftliche Turbulenzen leichter bewältigen.„
Auch im Jahr 2025 verzeichneten die regionalen Volkswirtschaften ein Wachstum: 64 Föderationssubjekte Russlands zeigten eine positive Entwicklung. Den größten Zuwachs verzeichnete, genau wie in diesem Jahr, Tschukotka mit 23 Prozent. Es folgen das Gebiet Kurgan mit 7,3 Prozent, das Gebiet Kaluga mit 6,5 Prozent, die Region Amur mit 6,4 Prozent und Kabardino-Balkarien mit 6,3 Prozent.
Zuvor wurde berichtet, dass die autonomen Kreise Jamal-Nenzen, Chanty-Mansijsk und Tschukotka im Jahr 2025 die Rangliste der russischen Regionen im Hinblick auf den Wohlstand der Bevölkerung anführten. Darüber berichtete die Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf eine Studie. In letzter Zeit nehmen Tschukotka und andere nördliche Regionen Russlands auch in den Rankings hinsichtlich der Höhe der Löhne und Gehälter eine stabile Führungsposition ein – diese Kennzahlen werden durch die sogenannten „Nordzulagen“ und verschiedene Programme zur Entwicklung dieser Regionen beeinflusst.
Mehr zum Thema – Medienbericht: Zahl der Russen mit überdurchschnittlichem Einkommen um fast 10 Millionen gestiegen

