Die westlichen Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind metaphysisch erschöpft. Die demographische Entwicklung ist durch Geburtendefizit und Masseneinwanderung außer Kontrolle. Klima- und Genderideologie zerstören Wirtschaftssystem und Gesellschaftsordnung. Eine nihilistische Grundstimmung verhindert jegliche Zukunftsvision. Der noch vorhandene Wohlstand lenkt vom Bewusstwerden der Gefahrenlage ab. Die drei hier zitierten Autoren sind „Rufer in der Wüste“, die mit Analysen der gegebenen Fakten, den daraus entwickelten Prognosen, erstellten Bilanzen und dem Suchen nach Möglichkeiten zur Beseitigung von Fehlentwicklungen unbedingt gehört werden müssen.

Reflexionen über den Zustand unseres Abendlands
Huntington, Sarrazin, Birnleitner – Prognosen, Bilanzen, Lösungen
Autor: Edith Pekarek [1] 
Wien, im August 2025

  1. Samuel Huntington, Kampf der Kulturen (1996) [2]

Huntington, US-amerikanischer Politologe, versuchte nach dem Fall des Eisernen Vorhangs (1989) und dem Untergang der Sowjetunion (1991) eine Prognose der „Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jh.“ zu stellen. Nach dem Kalten Krieg würden seiner Meinung nach Konflikte nicht mehr durch Ideologien, wie dem Kommunismus, ausgelöst werden, sondern durch Zusammenprall der bestehenden acht unterschiedlichen Kulturkreise. Dabei könnten sowohl deren Kernstaaten aneinandergeraten als auch Bruchlinienkämpfe entstehen, etwa zwischen dem Christentum und dem Islam. Nach der Phase der bipolaren Machtkonzentration würde es künftig eine multipolare Weltordnung geben. Kritiker bezeichneten seine Überlegungen als „Handbuch für amerikanische Präsidenten“ zur globalen Verbreitung der liberalen westlichen Demokratie – auch mit militärischen Mitteln – im Sinn der Neocons. Seiner Meinung nach hätte der Westen die Welt nicht durch seine Ideen und Werte oder durch die Überzeugungskraft der „Frohen Botschaft“ des Christentums erobert, sondern durch Anwendung organisierter Gewalt: „Oftmals vergessen Westler diese Tatsache, Nichtwestler vergessen sie niemals.“ (68). So wird die „Europäisierung der Erde“ zum schuldbelasteten Problemfall für Europa.

Treffend für die derzeitige geopolitische Situation ist Huntingtons Einschätzung des Islam (168 –187). Er beschreibt die „Resurgenz des Islam“, seine „Wiederbelebung“, mit der Akzeptanz der Moderne bei gleichzeitiger Ablehnung der westlichen Kultur und deren Rechtsordnung. Der Islam sei die kulturelle, religiöse, soziale und politische Richtschnur für das Leben seiner Anhänger in der modernen Welt. Er sei nicht bloß eine Religion, sondern eine Ideologie mit dem Auftrag zur Weltbeherrschung. Wie wir wissen, kam es im Verlauf der europäischen Geschichte immer wieder zu kriegerischen, die Existenz des Abendlands bedrohenden Konfrontationen zwischen Christentum und Islam, die Huntington im Kapitel „Islam und der Westen“ (334 –350) ausführlich erörtert. Eine Pflichtlektüre für alle Politiker, die meinen, Integration sei mit dem Glaubensgut des Islam vereinbar!

  1. Thilo Sarrazin, Deutschland schafft sich ab. Die Bilanz nach 15 Jahren (2010/2025) [3]

 Sarrazin hatte als Ökonom, Spitzenbeamter und Politiker jahrzehntelang Einblick in die Finanz- und Sozialstruktur Deutschlands. Als sein Buch „Deutschland schafft sich ab“ 2010 – also noch vor dem Schicksalsjahr 2015 – erschien, wurde es zum Bestseller. Sarrazins Warnung, dass der Weiterbestand Deutschlands in höchster Gefahr sei, stützt sich auf sorgfältig recherchierte Fakten hinsichtlich Migration und Integration, Bildungswesen und Qualifikation, Geburtendefizit der Deutschen und überproportionale Fertilität der Migranten. Pull-Faktor der Massenimmigration ist das großzügige Sozialsystem. Eine übergeordnete Doktrin würde den Multikulturalismus, das Verschwinden des Christentums, die Islamisierung Mitteleuropas und die Zerstörung der Wirtschaftskraft nicht nur Deutschlands vorantreiben. Die deutsche Politik, durch Sarrazins Erkenntnisse mit der Realität konfrontiert, reagierte empört und sprach von einem „Angriff auf Unsere Demokratie“.

Nun zog Sarrazin 2025, 15 Jahre danach, Bilanz. Die Evaluierung zeigt, dass die damals prognostizierten Entwicklungslinien noch viel drastischer in den Untergang führen würden als 2010 angenommen. Die Politik jedoch bleibt weiterhin auf Linie: Problemvertuschung, Appeasement gegenüber anderen Rechtsordnungen, Schuldkult, Angst vor Machtverlust und Unterdrückung der Meinungsfreiheit durch gezielte Kriminalisierung von Kritikern. Das autochthone Volk fühlt sich fremden Kulturträgern gegenüber benachteiligt, wagt aber keinen Widerstand. Während die USA den Einwanderern keinen alimentierenden Sozialstaat anbieten, kombiniert „Europa dagegen… offene Grenzen und eine dysfunktionale Asylpolitik mit einem ausgebauten Sozialstaatsangebot. Wer es als Asylbewerber oder Wirtschaftsflüchtling einmal nach Spanien oder Süditalien geschafft hat, zieht dann im offenen Schengenraum weiter nach Deutschland oder Österreich.“ ( 512 f.). Noch gäbe es Möglichkeiten für eine Trendwende.

  1. Heinrich Birnleitner, Das Projekt Überleben – anstelle uns abzuschaffen (2019) [4]

 Dr. Heinrich Birnleitner, Jurist, Diplomat, Wirtschaftsexperte, war als Vertreter Österreichs in Top-Positionen tätig, u.a. beim Europarat in Straßburg, als Stellvertreter des Botschafters in Dakar (zuständig für zehn afrikanische Staaten), bei der UNIDO in Wien und von 1980 bis 1984 als Botschafter im Irak während der Herrschaft Saddam Husseins (2).

Inspiriert durch Sarrazins aufrüttelndes Buch analysierte er 2019 die Situation in Österreich mit dem Ziel, eine Überlebensstrategie zu entwickeln. Sein Verdienst ist es, zunächst auf das Fundament, in dem die Entwicklung des Abendlands wurzelt, hinzuweisen: Es ist das Widerspiel zwischen aristotelischem Wirklichkeitsdenken und platonischem Transzendenzanspruch. Unsere Zeit kämpft mit dem Verlust des ideellen Überbaus, der Sinn stiftet und Zukunftsgestaltung ermöglicht. Das Denken bleibt im Materiellen, im Hier und Jetzt, gebunden. Das Christentum als die tragende Säule Europas ist durch Schuldkult und Anpassung an den Zeitgeist auf dem Weg zur Selbstzerstörung. Das christliche Prinzip der Nächstenliebe, das im Singular, für die räumliche Nähe und die eigene Gruppe gilt, wird derzeit im Sinn politischer Forderungen global angewendet und ist eine Einladung zur Masseneinwanderung (51).

Wie Huntington thematisiert auch Birnleitner, der als Diplomat in islamischen Ländern tätig war, das Wiedererwachen des Islam, dessen derzeitige expansive Phase eine sofortige Abwehrreaktion herausfordern müsste (28 -59), wären Politiker und Kirche über die Struktur dieser Religion informiert. Sie sollten wissen, dass deren Wertvorstellungen unseren europäisch-christlichen Grundsätzen diametral widersprechen, dass die Ideologie vom Herrschaftsdenken geprägt ist, dass die Anordnungen Allahs im Koran vor allen staatlichen Gesetzen zu gelten haben und dass das Ziel die von Allah vorbestimmte Weltherrschaft ist. Die Strategie bestand von Anfang an darin, sich in funktionierende Wirtschaftssysteme ohne eigene Leistungen einzubinden (34, 122). So präsentiert sich der Islam als Erfolgsmodell, dem das Christentum mit seiner „Sklavenmoral“ (Nietzsche) derzeit nichts entgegensetzen kann.

Birnleitners Vorschläge zur Beseitigung von Fehlentwicklungen könnten als Leitfaden den – wie Sarrazin überzeugt ist – offenbar an höhere Direktiven gebundenen Politikern und der Kirchenleitung in die Hand gegeben werden.

Hier einige Kernpunkte seines Programms:

* Umstieg von einer Politik der Öffnung aller Lebensbereiche auf defensive Konzepte (179),

* Aufbau des Grenzschutzes, einer Kernaufgabe des Staats, da durch das Versagen des EU-Außengrenzschutz-Systems das Einströmen kulturfremder Menschen ermöglicht wird (128),

* Problematik der Personenfreizügigkeit als derzeitiger Motor der Bevölkerungsveränderung (130),

* Trennung von Asylrecht und Einwanderung (190)

*Evaluierung der Genfer Flüchtlingskonvention (128, 186ff),

* Möglichkeiten, die Asylgewährung den Interessen der Österreicher anzupassen (128 f., 186 f.) ,

* Integration in den österreichischen Wertekanon ist nur bei Einzelpersonen oder kleineren Gruppen möglich. Bei einem größeren muslimischen Bevölkerungsanteil gelten dessen eigene Wertvorstellungen (162),

* Selbstbestimmung über die Zusammensetzung der Bevölkerung muss eine nationale Kompetenz von Staat, Bundesländern und Gemeinden sein (156 f.),

* Bedeutung eines restriktiven Staatsbürgerschaftsgesetzes für die politische Weiterentwicklung Österreichs,

* Diskussion über die auf eine homogene Bevölkerung zugeschnittene Rechtsordnung (128),

* Beseitigung der Geburtenverhinderungspolitik durch Neustrukturierung des Pensionssystems, in dem der Bezug von Alterspensionen an das Vorhandensein von eigenen Kindern gebunden ist sowie die Bindung der Familienförderung an die österreichische Staatsbürgerschaft (194ff),

* Wiederbelebung und Stärkung des Christentums durch Rückbesinnung auf die authentischen Forderungen des Evangeliums (u.a.167 ff).

Noch hält auch Birnleitner eine Kurskorrektur für möglich, wenn Politik und Amtskirche die beiden wichtigsten Überlebenschancen erkennen: die Mobilisierung aller vitalen Kräfte, um ein Aussterben der Österreicher zu verhindern und die Wiederentdeckung der Stärke des Christentums, auf die Kaiser Konstantin vertraute: „In hoc signo vinces“. 

  1. Die aktuelle Situation in EU-Europa: eine Faktensammlung

Die Europäische Union, das ehemalige Wunschziel vieler Österreicher, hat an Attraktivität verloren. Nach dreißig Jahren EU-Mitgliedschaft unseres Landes (als Nettozahler!) sind viele Illusionen verflogen. Nur die Hälfte aller Befragten (51%) vertrauen der EU, für 38% hat sie ein positives, für 25% ein negatives Image (Eurobarometer, Dez. 2024). Nicht zu Unrecht, denn es ergibt sich folgende höchst problematische Faktenlage:

Aus einer 2012 mit dem Friedens-Nobelpreis gekrönten Union europäischer Völker wurde ein Projekt der gelenkten Konfrontation gegenüber Russland. Die achtzehn Sanktionspakete, die seit 2022 verabschiedet wurden, schaden dem Binnenmarkt mehr als sie den Gegner treffen. Zudem weicht der Wohlstand einer gezielt inszenierten wirtschaftlichen Schwächung im globalen Wettbewerb durch den „Green Deal“. Die Migrationspakte, deklariert als „Soft Law“, aber durch das Solidaritätsgebot in fast allen Mitgliedstaaten durchgesetzt, ermöglichen das Einströmen von Menschen aus Ethnien, die in anderen Wertordnungen sozialisiert sind. So werden die traditionellen europäischen Völker grundlegend und irreversibel durch die entstandene „Vielfalt“ in eine neue „Bevölkerung“ mit multikulturellen Ansprüchen verändert. Im Schutz des von Kirche und Staat verordneten Toleranzprinzips erreicht der Islam kampflos (und finanziert vom Steuerzahler!), was ihm 1683 [Belagerung von Wien] nicht gelang. Der Anwendungsvorrang des Europarechts (Erklärung Nr. 17) schränkt das Selbstbestimmungsrecht der Mitgliedstaaten ein. Das Subsidiaritätsprinzip (Art. 5 Abs. 3 EUV) wird überspielt, wobei EuGH und EGMR prinzipiell gegen nationale Interessen entscheiden, wie auch das soeben ergangene Urteil in den Rechtssachen C-758/24 und C-759/24 (Sichere Herkunftsländer) zeigt. Bekannt ist die Einflussnahme finanzkräftiger NGO´s auf politische Maßnahmen. Dem einheimischen Wähler wird neuerdings seine Entscheidungskompetenz verweigert. Der immer wieder zitierte Wertekatalog der EU basiert auf dem Art. 2 EUV und der Grundrechtecharta. Neben dem Prinzip der Rechtsstaatlichkeit wird hier der Nicht-Diskriminierung [5] besondere Beachtung geschenkt. Daher dominiert die Umsetzung von Sonderrechten für einzelne Minderheiten den politischen Alltag, wobei sich besonders die „Regenbogen-Community“ profiliert.

Wieder entstand in Europa ein großer Graben zwischen West und Ost, denn die Satellitenstaaten der ehemaligen UdSSR, jetzt EU-Mitgliedstaaten, allen voran Ungarn, wehren sich, die Migrationsagenda der EU mitzutragen und bestimmte Forderungen von Minderheiten zu erfüllen. Sie bewahren damit ihre nationale Identität und das christliche Fundament und schützen ihre Gesellschaftsordnung vor der Kulturtransformation. Im Übrigen ist die Europäische Union nur ein Teil des Kontinents Europa. Sie mit „Europa“ gleichzusetzen, widerspricht den geographischen, kulturellen und historischen Fakten. Die Grenze unseres Kontinents ist der Ural. Mit jeder Erweiterung in Richtung Osten (Ukraine!) würde die EU die „kritische Größe“ erreichen, und dies wäre, um Leopold Kohr zu zitieren, „Das Ende der Großen“.

Prognosen: Wenn Huntington meinte, Ideologien hätten ihre zerstörende Kraft verloren, so unterschätzte er das destruktive Potential einer untergehenden, demoralisierten Zivilisation, in der Naturgesetze und wissenschaftliche Erkenntnisse aus Inkompetenz und Hybris geleugnet werden. Klima- und Genderideologie unterminieren Wirtschaft und Gesellschaft mit dem Ziel einer umfassenden nihilistischen Kulturtransformation. Prosperierende Kulturen würden in die positive Gestaltung der Zukunft investieren.

Fakten: Wenn Sarrazin vor einem islamisierten Westeuropa warnt, so interpretiert er die Zeichen der Zeit realistisch, anders als die veröffentlichte (weisungsgebundene?) Meinung.

Lösungen: Wenn Birnleitner die Beseitigung der Geburtenverhinderungspolitik und ein Erstarken des Christentums zur Selbstbehauptung fordert (199), dann könnte dies die Rettung Westeuropas wie 1529, 1571 und 1683 einleiten.

Es ist daher an der Zeit, eine Evaluierung des Projekts Europäische Union vorzunehmen, denn die Ideologie „No borders, no nations“ ist ein Instrument der Globalisierung. Und es ist Zeit für eine Neuordnung. Österreich braucht eine Politik der eigenen Interessen. Ob Trump hier richtungweisend sein könnte?

[1] MMag. DDr. Edith Pekarek studierte Geographie, Germanistik und Rechtswissenschaften (Schwerpunkt Europarecht) an der Universität Wien.

[2] Samuel P. Huntington, Kampf der Kulturen. Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert. 3. Auflage, Mai 2002, W. Goldmann Verlag München. ISBN: 3-442-15190-2. Originaltitel: The Clash of Civilisations.

[3] Thilo Sarrazin, Deutschland schafft sich ab. Die Bilanz nach 15 Jahren. 3. Auflage 2025. ISBN: 978-3-7844-3732-3

[4] Dr .Heinrich Birnleitner, Das Projekt Überleben – anstelle uns abzuschaffen. BoD Norderstedt. ISBN: 978-3-7481-3639-2

[5]  discriminare: unterscheiden, trennen

Grundrechtecharta Art.21, Nichtdiskriminierung:

1)   Diskriminierungen insbesondere wegen des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der ethnischen oder sozialen Herkunft, der genetischen Merkmale, der Sprache, der Religion oder der Weltanschauung, der politischen oder sonstigen Anschauung, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung sind verboten.

(2)   Unbeschadet besonderer Bestimmungen der Verträge ist in ihrem Anwendungsbereich jede Diskriminierung aus Gründen der Staatsangehörigkeit verboten.



UNSER MITTELEUROPA erscheint ohne lästige und automatisierte Werbung innerhalb der Artikel, die teilweise das Lesen erschwert. Falls Sie das zu schätzen wissen, sind wir für eine Unterstützung unseres Projektes dankbar. Details zu Spenden (PayPal oder Banküberweisung) hier.



 

 

.

Abbildung des Banners Denkanstoß statt Denkverbot
Nach oben scrollen