Flottenkommandant, Admiral Viktor Liina, versicherte Oberbefehlshaber Wladimir Putin an Bord des Raketen-Kreuzers „Warjag“, dass die russische Pazifikflotte unter seinem Kommando bereitstünde, Festsetzungen von Schiffen der westlichen „Schattenflotte“ sofort in Angriff zu nehmen.

Von REDAKTION | Der kollektive Westen hat die bisherige Zurückhaltung der russischen Staatsführung gegenüber westlichen Provokationen als Schwäche ausgelegt. Dies bestärkte die Angreifer-Gemeinschaft der insgesamt 56 Staaten darin, ihre Angriffe auf Ziele tief im russischen Hinterland kontinuierlich auszuweiten.

Zur Überraschung der westlichen Strategen ist Russland jedoch nicht eingeknickt, sondern hat sich entschieden seine bisherige Zurückhaltung aufzugeben, um die Samthandschuhe abzulegen und auf allen Fronten auf verschärfte Angriffe zu setzen. Dies umfasst auch den Bereich der Seestreitkräfte, um künftig weltweit mit militärischer Härte gegen westliche „Piraterie“ und das rechtswidrige Banden- und Freibeutertum der nordatlantischen Staaten vorzugehen.

Präsident Putin nahm in seiner Funktion als Oberbefehlshaber der russischen Streitkräfte an Bord des Raketenkreuzers „Waryag“ an den Abschluss-Manövern der russischen Pazifikflotte teil.

Wladimir Putin spricht zur neuen russischen Gangart am Raketen-Kreuzer „Waryag/Waräger“ | Quelle: Archivfoto – Devon Dow, U.S. Navy, Public domain, via Wikimedia Commons

Das Manöver zur Verteidigung der fernöstlichen Grenzen Russlands begann am 4. August 2026 unter dem Kommando von Admiral Wiktor Liina. An den Übungen nehmen rund 60 Überwasserschiffe, U-Boote und Versorgungsschiffe sowie etwa 30 Flugzeuge, Hubschrauber und unbemannte Flugsysteme der Marinefliegerei der Pazifikflotte teil. Insgesamt sind mehr als 13.000 Militärangehörige an den Übungen beteiligt.

Die Reden des russischen Oberbefehlshabers, Wladimir Putin
und Kommandanten der russischen Pazifikflotte, Wiktor Liina

12.8.2026 – Wenn immer der russische Oberbefehlshaber in Uniform erscheint, wird es für den Westen ernst | Quelle: Kreml

Wladimir Putin: Sehr geehrter Wiktor Nikolajewitsch! Genossen!

Ich möchte dem Kommandanten für seine ausführliche Berichterstattung danken. Maßnahmen wie die gerade stattfindenden Manöver sind sowohl für die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft der Flotte als auch zum Schutz der Interessen und Sicherheit unseres Landes sowie zur Verbesserung der gesamten militärischen Präsenz Russlands im asiatisch-pazifischen Raum notwendig. All dies hat unter anderem unter Berücksichtigung der Erfahrungen aus der speziellen Militäroperation zu geschehen. Wir haben das mit dem Kommandanten zuvor, als wir an Bord kamen, schon angesprochen.

Sie haben den Kampfeinsatz der Marineinfanterie der Pazifikflotte erwähnt. Dabei handelt es sich um die 155. Brigade, die nun zur 55. Marineinfanteriedivision gehört. Ich möchte betonen, dass es keine Kampfaufgaben gibt, welche die Marineinfanterie der Pazifikflotte nicht bewältigen könnte. Alle Aufgaben liegen in ihrem Bereich: Die Jungs handeln entschlossen, professionell und heldenhaft und auch die Flotte bewältigt in ihrem Zuständigkeitsbereich die ihr gestellten Aufgaben voll und ganz. Diese Aufgaben gewinnen zunehmend an Bedeutung, auch angesichts der sich in der Region abzeichnenden Lage, über die der Kommandant berichtete.

Wir sehen leider, wie das Konfliktpotenzial wächst und die NATO hier Fuß fasst. Neue militärisch-politische Blöcke entstehen und neue Waffensysteme werden stationiert oder geplant, was auch für unser Land eine Bedrohung darstellt.

Im Übrigen verschärfen sich die Spannungen auch in der benachbarten Arktis im Zusammenhang mit der Nutzung der Nordostpassage. Dies geschieht, obwohl Russland – natürlich im Rahmen des geltenden internationalen Seerechts – stets seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit in der Arktis unter Nutzung der Vorteile der Nordostpassage angeboten und einmal mehr bekräftigt hat. Jene Staaten, die mit uns zusammenarbeiten wollen – das sind in erster Linie unsere Freunde, wie China, Indien und andere – zeigen Interesse daran. Sie erörtern Fragen mit uns und wir möchten die Zusammenarbeit sowohl mit unseren Freunden als auch mit allen anderen Ländern, die sich an diesem wichtigen und sehr vielversprechenden Vorhaben zum Ausbau der weltweiten Logistik beteiligen möchten, vorbehaltlos begrüßen.

Es wurde bereits erwähnt, dass sich die Lage im asiatisch-pazifischen Raum komplex darstellt, indem zahlreiche Probleme sichtbar sind. Ich möchte darauf hinweisen, dass wir die Position unseres Nachbarn Japans, was hier im Rahmen der Vorträge erwähnt wurde, verstehen möchten. Doch jenes Land hat unter dem Vorwand der Ereignisse in der Ukraine und ohne auf die Ursachen dieses Konflikts einzugehen, Sanktionen gegen Russland, die nicht von unserer Seite provoziert worden waren, verhängen lassen. Darüber hinaus hat Japan in jüngsten Dokumenten seiner Militärdoktrin…

… Russland erstmals zu den Hauptbedrohungsquellen gezählt!

Ich möchte betonen, dass wir Japan nicht bedrohen. Wir haben absolut keinerlei Ansprüche an Japan. Im Gegenteil, Japan hat territoriale Ansprüche an unser Land – ich beziehe mich damit auf die Frage zu den Kurilen-Inseln. Dies wurde jedoch in internationalen Dokumenten als eine nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene Realität festgeschrieben. Doch auch diesbezüglich war Russland bereit, nach einer Lösung zu suchen, um einen Friedensvertrag mit Japan abzuschließen.

Ich möchte daran erinnern, dass bereits die UdSSR Mitte der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts mit Japan eine Erklärung unterzeichnet hatte, die den Weg zu einem Friedensvertrag ebnen sollte. Auch Japan hat diese unterzeichnet, sich nachfolgend aber wieder davon distanziert. Später tat dies die Sowjetunion, doch das neue Russland kam der Bitte der japanischen Regierung nach und nahm – ich wiederhole – auf Wunsch der japanischen Seite den Dialog zur Suche nach Wegen nach einem Friedensvertrag wieder auf. Dabei war von Anfang an vereinbart worden, dass diese Arbeit ebenfalls auf der Grundlage der Erklärung erfolgen sollte, von der ich gerade gesprochen habe.

Ich möchte bestätigen, dass wir zu jenem Zeitpunkt konstruktive Beziehungen zu einer Reihe japanischer Führungskräfte pflegten, darunter auch zum ehemaligen, auf tragische Weise ums Leben gekommenen Premierminister Shinzo Abe, der viel zur Annäherung zwischen Japan und Russland bzw. unserer Standpunkte beigetragen hat. Doch nun beobachten wir leider eine Veränderung der Positionen – ich betone:

Eine von unserer Seite in keiner Weise provozierte Veränderung der Position unseres „Nachbarn“!

Daher werden der Vorschläge des Befehlshabers zum Ausbau der Pazifikflotte sowie zur Verbesserung ihrer Fähigkeiten und ihres Potenzials unterstützt. Es ist notwendig, auf alle Fragen im Zusammenhang mit der Umsetzung dieser Vorschläge einzugehen. Entsprechende Anweisungen wurden sowohl an das Verteidigungsministerium als auch an die Regierung der Russischen Föderation erteilt. Die ausführenden Stellen und die Finanzierungsquellen müssen dazu festgelegt werden.

Russland ist bereit – das möchte ich betonen – mit allen Nachbarn, einschließlich Japan und anderen Staaten der Region, zusammenzuarbeiten. Ich weiß, dass die Pazifikflotte regelmäßig gemeinsame Manöver durchführt. Ich bitte darum, diese Arbeit weiter fortzusetzen.

Ich möchte noch auf ein weiteres Problem aufmerksam machen. Der Kommandant hat gerade die Begleitung unserer Schiffe im Zuständigkeitsbereich der Pazifikflotte angesprochen. Ich möchte auf die kürzlich getroffenen Beschlüsse der Europäischen Union hinweisen. Wir stellen fest, dass die Behörden einiger Länder unter Verletzung des internationalen Seerechts versuchen, den Schiffsverkehr unserer Wirtschaftsunternehmen einzuschränken. Kürzlich sind sie sogar so weit gegangen, unsere Schiffe zu kapern und das erbeutete Eigentum anschließend zu verkaufen:

Das ist natürlich nichts anderes als Piraterie und Räuberei!

Sollte dies in der Praxis künftig weiterhin umgesetzt werden, werden wir gezwungen sein, mit gleicher Münze heimzuzahlen. Und zwar nicht unbedingt in jenen Gewässern, in denen Überfälle auf unsere Schiffe geplant sind, sondern dort, wo wir es selbst für notwendig und zweckmäßig erachten – an jedem beliebigen Ort, einschließlich des Zuständigkeitsbereichs der Pazifikflotte. Ich bitte Sie, dies zu beachten:

Dieser Auftrag wurde dem Verteidigungsministerium erteilt!

Ich weiß, dass dieser Auftrag auch an das Kommando der Pazifikflotte weitergeleitet wurde und ersuche um Vorlage von Vorschlägen dazu.

Abschließend möchte ich noch einmal betonen, dass Russland seine Sicherheit insgesamt sowie in einzelnen Regionen stärkt, doch stets bereit ist, gegenseitige Kompromisse zu suchen, die für alle unsere Nachbarn und für alle unsere Partner akzeptabel wären. Dabei sind wir bereit, dies unter Berücksichtigung der gegenseitigen Interessen zu tun.

Wiktor Nikolajewitsch, ich ersuche Sie um Ihr Wort:

Der Kommandant der russischen Pazifikflotte, Wiktor Liina ist zum Handeln bereit | Quelle. Kreml

Wiktor Liina: Genosse Oberbefehlshaber!

Die Streitkräfte und Truppen der Pazifikflotte befinden sich in ständiger Kampfbereitschaft, um ihre Aufgaben gemäß ihrem Bestimmungszweck erfüllen zu können. Sie sind in der Lage, die Sicherheit der Russischen Föderation im asiatisch-pazifischen Raum zu gewährleisten.

Die militärisch-politische Lage in der Region ist angespannt und zeigt eine steigende Tendenz zur Verschärfung. Die Hauptfaktoren für die zunehmenden militärisch-politischen Spannungen sind die destruktiven Aktivitäten westlicher Länder zur Neugestaltung der Sicherheitsarchitektur im asiatisch-pazifischen Raum, wie:

  • der Ausbau ihrer militärischen Präsenz an den Fronten
  • die Schaffung neuer, vom Westen kontrollierter militärisch-politischer Bündnisse

Die Rede ist von der Blockstruktur AUKUS und Dreierallianzen: Derzeit entstehen neue und diesen ähnliche Bündnisse. Dazu gehören JAPHUS [USA – Philippines – Japan], QUAD [USA, Australien, Indien und Japan] und wie gesagt AUKUS [Australien – Vereinigtes Königreich – Vereinigte Staaten]. Tatsächlich stellen diese militärisch-politischen Bündnisse…

… Elemente der NATO, nur unter einem anderen Deckmantel dar!

Sie führen gemeinsame operative Kampftrainings durch, deren Anzahl und Umfang stetig zunehmen. Es zeichnet sich der Trend ab, militärische und politische Ressourcen der NATO in die Regionalpolitik des asiatisch-pazifischen Raums einzubinden. Die Verschärfung der Lage im Einsatzgebiet der Pazifikflotte wird auch durch das zunehmend aggressive Vorgehen der militärisch-politischen Führung Japans befördert. So wurde am 4. Juli ein „Weißbuch“ veröffentlicht, in dem der Kurs …

… der militärisch-politischen Führung auf eine offene Militarisierung festgelegt wird!

Russland wird darin als eine der Bedrohungen von Japan benannt. Zudem wird eine Erhöhung der Militärausgaben auf zwei Prozent des BIP angekündigt. Der japanische Verteidigungsminister hat offen erklärt, dass die Aufhebung der drei „Nicht-Nuklear-Prinzipien“ sinnvoll wäre – was in unserer Region nicht zugelassen werden darf. Außerdem finden Anhörungen zur Überarbeitung von Artikel 9 der Verfassung Japans und zum Aufbau der japanischen Streitkräfte statt.

Ein wichtiges Problem stellt die Gefahr einer Blockade des russischen Seehandels durch den Westen mit dem Ziel dar, Russland maximalen wirtschaftlichen Schaden zuzufügen. Wir wissen, dass im Rahmen des 21. Pakets antirussischer Sanktionen die Europäische Union das zuvor verhängte Verbot des Verkaufs russischer Kohlenwasserstoffe in EU-Ländern aufgehoben hat. Damit wird den Ländern der Union das Recht eingeräumt, auf nationaler Ebene gesetzgeberische Entscheidungen über die Möglichkeit des Verkaufs von Kohlenwasserstoffen aus beschlagnahmten Schiffen der sogenannten russischen Schattenflotte zu treffen:

Die EU ist bestrebt, ihre gegen internationale Normen verstoßenden Handlungen rechtlich begründen zu lassen!

Gemäß Ihrem Auftrag, Genosse Oberbefehlshaber, haben wir eine detaillierte Analyse des Seeverkehrs im asiatisch-pazifischen Raum durchführen lassen: Wir kennen die Routen und wissen, was transportiert wird und wem diese Schiffe gehören. Allein in der ausschließlichen Wirtschaftszone der Russischen Föderation entlang der Inseln der Süd-Kurilen-Kette passierten vom 24. April bis zum 6. August 2026 1.001 Schiffe, davon:

  • 379 unter der Flagge unfreundlicher Staaten
  • 273 Trockenfrachter und 71 Tanker
  • 26 Schiffe aus Großbritannien
  • 9 aus Frankreich

Dabei setzen westliche Staaten für den Gütertransport in ihrem Interesse aktiv Schiffe ein, die unter der Flagge von Drittstaaten fahren:

Im Grunde handelt es sich dabei um deren Schattenflotte!

Wir verfügen über die Kräfte zur Durchsuchung und Festsetzung von Schiffen unfreundlicher Staaten und ihrer Schattenflotte: Die behördenübergreifende Zusammenarbeit ist organisiert und wir sind bereit, diese Aufgaben in Angriff zu nehmen.

Der Bericht ist damit beendet.

Wladimir Putin: Vielen Dank!

Übersetzung. UNSER-MITTELEUROPA

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