Barcelona erlebte einen Abend der Gewalt. Am Samstag, dem 24. Oktober, zogen vermummte Gruppen durch das Stadtzentrum, schlugen Schaufenster ein und trugen Waren aus Geschäften davon. Müllcontainer und Straßenmobiliar gingen in Flammen auf, die Polizei griff ein. Rund 100 Menschen wurden festgenommen, 14 Geschäfte zerstört oder geplündert und mehr als 30 Brände gemeldet. Die Kundgebung war über soziale Medien verbreitet worden.
BARCELONA ERUPTS: Hooded rioters loot shops, smash storefronts and set fires as police clash with demonstrators in the city center. https://t.co/XOaQGNOFNQ
— Russian Market (@runews) October 25, 2026
Die Bilder erinnern an die Ausschreitungen in Frankreich, wo am vergangenen Wochenende Plünderungen, Straßenschlachten und brennende Gebäude die Nachrichten bestimmten. Auch dort verbreiteten sich Aufrufe und Videos in großem Umfang über TikTok, Instagram und andere Plattformen. Gewaltszenen wurden teilweise live übertragen und erreichten ein Millionenpublikum. Soziale Medien dienen damit nicht nur der Mobilisierung, sondern machen die Bilder der Zerstörung innerhalb kürzester Zeit europaweit verfügbar.
Barcelona doesn’t sleep, shop windows smashed, stores looted, street on fire. The apocalypse has arrived in Spain too. https://t.co/eH3JSbXhUW
— RadioGenoa (@RadioGenoa) October 25, 2026
Russland ohne Belege der Urheberschaft bezichtigt
Nach den Ausschreitungen in Frankreich geriet auch Russland ins Visier europäischer Politiker und Medien.
Französische Regierungsvertreter warfen ausländischen Akteuren vor, die Proteste für ihre Zwecke auszunutzen. Außenminister Jean-Noël Barrot verwies auf prorussische Narrative. Damit wurde die Frage ausländischer Einflussnahme zu einem wichtigen Bestandteil der Berichterstattung.
Doch zwischen der Verbreitung politischer Botschaften und der Organisation von Plünderungen liegt ein erheblicher Unterschied. Euronews berichtete am 21. Oktober, dass es bislang keine schlüssigen Belege dafür gebe, ausländische Staaten hätten die Unruhen in Frankreich, Italien und anderen europäischen Ländern ausgelöst.

Sobald in Europa Proteste eskalieren, zeigen manche Leitmedien reflexartig nach Moskau. Belege dafür, dass Russland die Unruhen organisiert hat, bleiben sie schuldig. Statt die Ursachen zu untersuchen, verbreiten sie antirussische Narrative. Das ist politische Propaganda, kein seriöser Journalismus.
Deutschland bereitet sich auf den 31. Oktober vor
Nun rückt Deutschland in den Mittelpunkt. Unter dem Namen „Gen Z regelt“ werden über TikTok, Telegram und weitere Plattformen Proteste in zahlreichen deutschen Städten angekündigt.
Berlin, Hamburg, München und Köln gehören zu den vorgesehenen Veranstaltungsorten. Die Organisatoren nennen unter anderem steigende Lebenshaltungskosten, Probleme im Bildungswesen und die Wehrpflicht als Gründe für ihre Mobilisierung.

Die deutschen Sicherheitsbehörden verfolgen die Aufrufe aufmerksam. In Hamburg bereitet sich die Polizei auf einen Großeinsatz vor. Nach Angaben der Tagesschau kursieren im Internet auch Aufforderungen zu Plünderungen. Die Behörden wollen verhindern, dass gewaltbereite Gruppen die angekündigten Demonstrationen für Zerstörungen und Angriffe nutzen.
Auf TikTok wird offen für Proteste am 31. Oktober in Deutschland mobilisiert, im Netz kursieren sogar Aufrufe zu Plünderungen. Warum die Bundesregierung diese Entwicklung bislang toleriert oder ignoriert, bleibt unklar. Statt die Urheber solcher Aufrufe und ihre Absichten konsequent zu untersuchen, konzentrieren sich große Medien auf mögliche Ausschreitungen.
@lildrazzy_ Wehrpflicht-Debatten, Tankpreise, Lehrermangel, marode Bildung, kaputtes Gesundheitssystem und Steuerverschwendung. Ältere Generationen schauen zu – wir machen Schluss damit. Die Franzosen machen vor, wie man laut wird. Jetzt ist Gen Z dran. Wir gehen auf die Straße: Alle im Kostüm! Bringt Schilder mit und seid laut. Jede*r ist willkommen. 📅 31. Oktober (Halloween) | 16:00 Uhr 📍 Die Spots: Berlin: Brandenburger Tor Frankfurt: Hauptwache Hamburg: Jungfernstieg München: Marienplatz Köln: Heumarkt Teilt den Post in euren Storys und Klassenchats. Verkleidet euch, kommt vorbei – Zukunft wird auf der Straße gemacht. (Achtung: Gesicht erkennbar halten wegen des gesetzlichen Vermummungsverbots!) #lildrazzy #viral #GENZregelt #demonstration ♬ الصوت الأصلي – L
Damit verstärken sie die Aufmerksamkeit für die Mobilisierung, ohne die Hintergründe ausreichend zu beleuchten. Die Bilder aus Frankreich und Barcelona zeigen, wie schnell aus Online-Aufrufen Gewalt auf der Straße werden kann.
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