Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat in einem Interview mit dem Spiegel erklärt, dass der Ukraine-Konflikt in „eine entscheidende Phase“ eingetreten sei. Im Interview wurde Pistorius auf den geplanten Fonds zur Unterstützung der Ukraine angesprochen, der voraussichtlich auf dem NATO-Gipfel in Ankara eingerichtet werden soll.

Der Journalist wies darauf hin, dass Deutschland rund zwölf Milliarden Euro beisteuert, und fragte, ob auch von anderen europäischen Staaten ein substanzieller Beitrag zu erwarten sei. Darauf gab der Verteidigungsminister keine direkte Antwort. Stattdessen betonte Pistorius, dass sich der Ukraine-Konflikt „in einer entscheidenden Phase“ befinde, in der die Ukraine Geld für die Waffenproduktion brauche. Man müsse diesen Moment ausnutzen, da die Unterstützung nicht nachlassen dürfe.

Außerdem kritisierte Pistorius, viele NATO-Bündnispartner hätten ihre Versprechen, unter anderem zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben, nicht eingehalten. Deshalb hätten die USA versucht, den Druck auf die europäischen Verbündeten zu erhöhen. Gleichzeitig betonte er, die NATO impliziere „kein blindes Unterordnen“ und Entscheidungen müssten gemeinsam und ohne Diktat getroffen werden.

Zugleich erklärte Pistorius, die deutsche Verteidigung sei derzeit ohne Rüstungsgüter aus den USA „schlicht unmöglich“. Rund 20 Prozent des Sondervermögens für die Bundeswehr seien für den Kauf US-amerikanischer Waffen vorgesehen.

Im April hatte die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa Deutschland als „Hauptsponsor des Krieges“ und der Militarisierung der Ukraine bezeichnet. Moskau fordert die westlichen Staaten weiterhin auf, ihre militärische Unterstützung für die Ukraine einzustellen.

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