Am Wochenende fand in Köln die laut Medienberichten weltweit größte Fitness-Messe FIBO statt. Unter dem Motto „Für eine starke und gesunde Gesellschaft“ stellten 955 Aussteller aus 56 Ländern ihre Fitness-Angebote auf dem Kölner Messegelände vor. In der Präsentation der Veranstalter hieß es:

„Unsere Vision ist eine starke Fitnessbranche und eine gesunde Gesellschaft. Ein aktiver und ganzheitlich achtsamer Lebensstil ist wichtiger denn je und wird im Mittelpunkt der FIBO 2026 stehen.“

Zudem gelte die FIBO seit 40 Jahren „als Hotspot für Innovationen, Investitionen und Trends rund um einen aktiven Lebensstil“. Hier werde die Zukunft der Gesundheit gestaltet. Dementsprechend versuchten die Anbieter von Sportgeräten, Fitnesstrainings und Eiweißgetränken die rund 175.000 Messebesucher am Wochenende von ihren Produkten für ein gesünderes Leben zu überzeugen.

Eine Institution betrachtet sich offenbar als besonders prädestiniert für einen „aktiven und ganzheitlichen achtsamen Lebensstil“: Die Deutsche Bundeswehr. Sie hatte in diesem Jahr inmitten der Messehalle 10.2 auf 400 Quadratmetern den bisher größten Stand seit Beginn ihrer Präsenz auf der FIBO vor sechs Jahren aufgebaut. Um dem sportlich-gesundheitlichem Motto der Messe gerecht zu werden, bot die Truppe an ihrem überdimensionalen Stand Nahkampfübungen an. 

Auf der Werbefläche der Bundeswehr konnten sich die Messe-Besucher an sechs Stationen militärisch-sportlichen Herausforderungen stellen. Darüber hinaus konnte man sich mitten in der Kölner Messe mit Militärfahrzeugen fotografieren lassen, oder in einen gepanzerten Dingo setzen, berichtete der Westfälische Anzeiger (WA) am Sonntag. Mit insgesamt 90 „Kameradinnen und Kameraden“ habe die Truppe den Messestand betreut.

Aber während andere Aussteller ihre Fitnessprodukte an den Mann bringen wollten, ging es der Bundeswehr darum „den Mann“ – und die Frau – an die Bundeswehr bringen. Messestandleiter und Oberleutnant Peter erklärte das Motiv der Bundeswehr auf der Fitnessmesse:

„Wir sind hier, um Personalwerbung und Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben.“

Die Mission bestehe darin, „junge, motivierte und fitte Menschen für die Bundeswehr als Arbeitgeber zu begeistern.“ 

Die Bundeswehr-Karriereberaterin Jenny informierte Messebesucher darüber, was die Truppe alles zu bieten habe. Auf der Messe erlebe sie ein großes Interesse an den Angeboten. Der Stand werde von den Besuchern gut angenommen. Dazu führte sie aus:

„Hier sieht man einfach, dass die Leute Bock haben, die Bundeswehr anzufassen.“

Auf der Messe bestehe ihre Aufgabe darin, interessierte Personen zum Ausfüllen von Karrierekarten zu motivieren. Nach der Messe würden die Leute kontaktiert. Der leitende Offizier erklärte, auf der FIBO habe man mittlerweile Hunderte Menschen „vom Arbeitgeber Bundeswehr überzeugt.“

Zusätzliche Soldaten habe die Bundeswehr nötig, kommentierte der WA die Bundeswehrpräsentation auf der Fitnessmesse. In der Zeitung hieß es: 

„Das von Verteidigungsminister Boris Pistorius gewünschte ‚Aufwachsen der Truppe‘ stockt weiterhin. Angesichts der weltpolitischen Lage und immer wieder neu aufflammender Konflikte bleibt die Personaldecke beim Bund weiter bedenklich dünn.“ 

Der Messeveranstaltung bewarb die Ausstellung unter anderem mit dem Versprechen, dass ein Besuch der Messe das Leben verändern werde. Auf der Messe könne man „Produktpräsentationen entdecken, die Ihr Geschäft und Ihr Leben verändern werden.“

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