Donald Trump befindet sich gerade auf seinem schon länger geplanten Staatsbesuch in der VR China. Dieser musste verschoben werden, weil der vermeintliche Blitzsieg der Angreifer über den Iran ins Wasser fiel.

Der renommierte Analyst und Autor Pepe Escobar zum Staatsbesuch des US-Präsidenten im Reich der Mitte

Von PEPE ESCOBAR aus Shanghai | Chinas Wirtschaftsmacht gleicht einem pfeilschnellen Elektro-Auto vor elektrisierender Kulisse. Bei einem Geschäftsessen in einem herausragenden kantonesischen Restaurant lenkt Trumps China-Besuch die Gespräche zumindest auf etwas Fassbares:

Die gegensätzlichen Wege künftiger Generationen im Westen und im Osten!

Die Geschäftswelt Shanghais lässt sich von der Ankunft des Imperators aus Barbarien nicht wirklich beeindrucken. Auch wenn bei diesem wohl wichtigsten diplomatischen Treffen des Kriegsjahres 2026 jede nur denkbare geopolitische Variable, mit möglichen Handels- und sicherheitspolitischen Entscheidungen und zwangsläufigen Auswirkungen auf den gesamten Globalen Süden, auf dem Spiel zu stehen scheint.

Beginnen wir mit den alltäglichen amerikanischen Sorgen. Als Meister der Kunst fehlender Empathie hat Trump das ganze Spiel vielleicht schon lautstark verspielt: „Ich denke nicht an die finanzielle Situation der Amerikaner – ich denke an niemanden!“

Und doch tut er es, denn er hat panische Angst davor, nach den Zwischenwahlen [im November] auf eine fette, lahme Ente [lame duck] reduziert zu werden. So wird er Peking unter Druck setzen, um mehr Sojabohnen zur Besänftigung seiner Basis im Mittleren Westen und auch noch mehr Boeings zu kaufen. Er wird China unter Druck setzen, mehr Seltene-Erden freizugeben, um den militärisch-industriellen Komplex der USA am Laufen zu halten.

Natürlich wird er maximalen Druck auf Xi ausüben, um Teheran bedrängen zu lassen, die Straße von Hormus freizugeben, damit die Ölpreise wieder fielen, die Inflation zurückginge und die Fed ihre Zinsen senken könnte.

Doch Trump hält keinerlei Trümpfe in der Hand, um eine solche Agenda durchzusetzen. Sein Technologiekrieg maximalen Druckes führte nur dazu, dass China US-Lieferanten einmal mehr nur spektakulär links liegen ließ. Im Zuge des Handelskrieges hat China seine Exporte stark diversifiziert und konnte sogar einen Rekordüberschuss realisieren.

Der Iran stellt natürlich den Schlüssel dar – nicht zuletzt, weil er der ganzen Welt die gähnenden Mega-Struktur-Lücken der „unverzichtbaren Nation“ vor Augen führt. Was wird Trump tun? Xi drohen, weil das chinesische BeiDou-Satelliten-System für den Iran ganz Westasien [Nahost] de facto in ein Glashaus für iranische ballistische Raketen verwandelt hat?

Der Iran hat seinen Öl-Verbindungskorridor nach China nie verloren, obwohl der „Imperator von Barbarien“ seine „[Hormus-]Blockade“ verhängen ließ. Über ein Netzwerk an Schatten-Tankern mit Schiff-zu-Schiff Transfers und getarnten Ladungen, gehen die Exporte entlang den nahen iranischen und pakistanischen Hoheitsgewässern weiter. Dazu kommt, dass Peking chinesische Raffinerien anwies, das Sanktionsrisiko [durch die USA] einfach zu negieren.

Der Kampf findet nicht nur auf hoher See statt, sondern umfasst auch die Landwege – sprich eurasische Eisenbahnkorridore mit Zügen, welche von Xi’an nach Teheran hin und zurück verkehren. Die Bahnkapazitäten reichen zwar noch nicht an das Volumen der Seetransporte heran, sind jedoch strategisch absolut entscheidend und unterstreichen, dass sich maritime Engpässe von wirtschaftlicher Strangulierungs-Versuchen der Landwege vollständig unterscheiden.

Die „geniale“ amerikanische Idee, Chinas Öl-Logistik-Kette – von Venezuela bis nach Hormuz – abnabeln zu wollen und dazu noch Chinas Raffinerien mit Sanktionen zu belegen, führte lediglich dazu, dass China neben Russland zu einem der wichtigsten Schlüssel-Vermittler für den (laufend gebrochenen) Waffenstillstand aufstieg.

Das ganze Hormuz-Spiel, welches Iran zur Perfektion brachte, hat die chinesischen Importe nur geringfügig berührt, genauso wie die Export-Beschränkungen für Nvidia H100 – und H200 Halbleiter, um die chinesische KI-Industrie auszubremsen, ebenso ins Leere liefen. China hat Nvidia de facto ignoriert: Das DeepSeek-V4-Modell verwendet nur lokale Chips, nachdem der Typ H200 in China nicht in den Verkauf gelangte.

Xi brauchte Trump persönlich gar nicht mitzuteilen, dass Peking gar kein Problem damit hätte, auch einen umfassenden Wirtschaftskrieg aufzunehmen, falls Trump darauf bestehen wollte, gegen die Finanzinstitute hinter Chinas Raffinerien [wie von ihm ausgerufen] vorzugehen.

Die vermeintlich einzige verbleibende Karte „Taiwan“ gibt genau so wenig her. Taiwan wird von Peking als eine Angelegenheit innerer Sicherheit betrachtet. Alles andere entspräche nur Propaganda. Peking könnte ggfs. noch versuchen, Trump davon zu überzeugen, den 11-Milliarden-Dollar-Waffenverkauf an Taiwan annullieren zu lassen. Darunter fielen mit Aegis [BMD – Ballistic-Missile-Defence]-Systemen ausgerüstete Zerstörer, F-35, (ineffiziente) Patriot-Raketen und E-2D-[Advanced]-Hawkeye-Flugzeuge zur Frühwarnung. Aber selbst das ist nebensächlich. Was bliebe also nach all dem (weggefallenen) Pomp und Prunk noch übrig?

Bestenfalls der derzeitige, doch recht prekäre Status quo!

Der Plan Chinas für den [möglichen] Technologiekrieg

Kurz gesagt: Trumps Strategie dürfte darin bestehen, zu versuchen Xi zu zwingen, diplomatischen Druck auf den Iran auszuüben, damit diese besagte Bedingungen von „Barbarien“ zur Beendigung des Krieges akzeptieren würden. Das bleibt jedoch in jeder Hinsicht ein hoffnungsloses Unterfangen.

Falls es dennoch gelänge, dürfte Trump im Gegenzug stabile Handelsbeziehungen zwischen USA und China, eine Verlängerung der Handelskriegs-Ruhe und gewissse Zugeständnisse in Bezug auf Technologie-Liefer-Einschränkungen anbieten. Xi wird von all dem nicht beeindruckt sein – zumal er, ganz nach Lawrows Maxime, weiß, dass die USA nicht abkommensfähig seien.

Die schwer angeschlagene BRICS-Marke wird in den Diskussionen vielleicht gar nicht zur Sprache kommen. China wird seine ernsten internen Herausforderungen separat angehen und zwar auf dem Treffen der Außenminister in Indien, das fast zeitgleich mit dem Treffen zwischen Trump und Xi in Peking stattfindet.

Xi könnte zudem vermuten, dass Trumps eigentliche Anschaffer – die aus dem Tech-Feudalismus – & Hochfinanz Bereich samt ausgewählten Sprösslingen der „Zionismus Inc.“ – einen abgestuften, systemischen Weltkrieg ausgeheckt hätten, der bereits läuft: Von jetzt bis etwa 2040 und auf die globale Infrastruktur, den Handel und die Energieversorgung abzielt, um die alte Ordnung aus den Angeln zu heben und einen echten „Great Reset“  – zu weitaus profitableren Bedingungen – darzustellen.

Dies stellte genau das unverblümte und brutale Gegenteil zur offiziellen chinesischen Politik dar: Diese zielt darauf ab, eine Gemeinschaft für eine gemeinsame Zukunft der Menschheit zu bilden. Doch Xi wird keinen Millimeter von dieser seiner ureigenen Politik abweichen, um auf das überdimensionierte Ego eines pathologischen und psychopathischen Narzissten einzugehen.

Xi konzentriert sich vielmehr auf den 141-seitigen Fünfjahresplan, der im März vorgestellt wurde und in dem KI über 50 mal Erwähnung findet. Der Plan sieht eine KI-Durchdringung von 70% der gesamten chinesischen Wirtschaft bis 2027 vor und soll Quanten-Kommunikations-Netzwerke zwischen Weltraum und Erde und Zeitpläne für die Kernfusion sowie Gehirn-Computer-Schnittstellen miteinbeziehen.

Der Fünfjahresplan kündigt zudem „außerordentliche Maßnahmen“ zur Selbstversorgung mit Seltenen Erden und Halbleitern an…

… samt einer Straffung von Lieferketten, ohne die das US-Militär schlichtweg untergehen würde!

Der chinesische Plan sieht den KI-Einsatz für die gesamte Wirtschaft vor, für insbesondere:

  • Robotik als industrielles Rückgrat;
  • Weltraum-Infrastruktur;
  • Quanten-Computerverarbeitung;
  • eine umfassende Stärkung der Dominanz bei der Verarbeitung Seltener Erden!

Man könnte das auch als einen de facto chinesischen Kriegsplan ansehen – auf der Ebene nationaler Sicherheitsprioritäten – für den Fall einer direkten Konfrontation mit den USA. Davon auszugehen, dass Trump irgendetwas davon mit einem Stapel leerer Versprechungen noch ändern könnte, wäre mehr als naiv anzunehmen.

Die Geschichtsbücher werden darüber berichten, was bereits als gesichert gilt: Die Idiotie die globale Vorherrschaft aufrechterhalten zu wollen, indem man die aufstrebende Supermacht China durch eine „Blockade“ der iranischen Häfen und der Straße von Hormus strangulieren könne, um darüber ganz Westasien in Flammen aufgehen zu lassen, während man damit die eigene Wirtschaft in den Bankrott treibt, …

… muss zu den Top 3 Idiotien in der langen Kette aller bisherigen des zutiefst verblendeten US-Tiefen-Staates zählen!

Übersetzung: UNSER-MITTELEUROPA

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Globalistan: How the Globalized World is Dissolving Into Liquid War Paperback – Illustrated, January 1, 2007 by Pepe Escobar (Author)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




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