Kuwait erklärte am Donnerstag, dass seine Luftabwehr einen Raketen- und Drohnenangriff aus Iran abfange. Damit weitete Teheran seine Vergeltungsmaßnahmen gegen US-Verbündete im Nahen Osten aus, nachdem die USA ihre Angriffe auf die Islamische Republik wieder aufgenommen hatten.
„Die kuwaitische Luftabwehr bekämpft derzeit feindliche Raketen- und Drohnenangriffe als Reaktion auf die abscheuliche iranische Aggression“, erklärte die kuwaitische Armee in einem Beitrag auf X. Das iranische Staatsfernsehen bestätigte, dass Teheran US-Stützpunkte in Kuwait angreife – „als Reaktion auf die Verbrechen Amerikas gegen das iranische Volk“.
Der Angriff erfolgte, nachdem Iran bereits US-Militäreinrichtungen und Verbündete der USA in Kuwait, Jordanien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain sowie in der autonomen Region Kurdistan im Irak angegriffen hatte. Damit verschärften sich die Kämpfe zwischen Teheran und Washington erheblich.
Die jüngste Gewaltwelle folgte auf umfangreiche US-Angriffe auf iranische Ziele in dieser Woche. Die Kämpfe hatten sich verschärft, nachdem Washington am Sonntag iranische Raketenwerfer auf einer Insel in der Straße von Hormus angegriffen hatte. Die USA erklärten, Iran habe dort Vorbereitungen getroffen, um Minen in der strategisch wichtigen Wasserstraße auszusetzen.
Die jüngste Eskalation im Krieg zwischen den USA und Iran verstärkt die Sorge über die Zahl der zivilen Opfer. Nach iranischen Angaben wurden bei US-Luftangriffen am Dienstagabend 18 Menschen getötet und 108 weitere verletzt. Unter den Opfern waren auch Menschen, die an einer Hochzeitsfeier nahe der Straße von Hormus teilnahmen. Nach Angaben des Iranischen Roten Halbmonds kamen bei diesem Angriff vier Menschen ums Leben, 67 weitere wurden verletzt. Der Angriff erinnert an einen früheren schweren Vorfall in Minab. Dort wurde zu Beginn des Krieges eine Mädchenschule getroffen. Nach iranischen Angaben kamen dabei 160 Menschen ums Leben. Das Pentagon hat bislang keine offizielle Untersuchung zu dem Angriff veröffentlicht.
Der iranische Gesundheitsminister erklärte, die 18 Todesopfer seien bei US-Angriffen an verschiedenen Orten in Iran getötet worden. Die erneuten Kampfhandlungen haben die Spannungen in der gesamten Region verschärft. Iran reagierte auf die US-Angriffe mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Ziele in Bahrain, Jordanien, Kuwait und im Irak, die Teheran als US-amerikanische Ziele bezeichnete.
Seit dem letzten größeren Schlagabtausch im Juli waren die Kämpfe weitgehend zum Erliegen gekommen. Die diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Konflikts machten jedoch kaum Fortschritte. US-Präsident Donald Trump drohte nun mit weiteren militärischen Maßnahmen.
Gleichzeitig wächst in den USA der innenpolitische Druck, da der Krieg unpopulär ist und die steigenden Benzinpreise die Regierung zusätzlich belasten.
Die Vereinigten Arabischen Emirate verurteilten am Donnerstag „aufs Schärfste den feindseligen iranischen Angriff“ auf einen saudischen Tanker, der die Straße von Hormus durchquerte. Bei dem Angriff kamen zwei philippinische Seeleute ums Leben. Riad beschuldigte Iran, den saudischen Supertanker „Sidr“ am Montagabend angegriffen zu haben. Das Schiff sei nördlich der omanischen Halbinsel Musandam von Geschossen getroffen worden. Teheran hat auf die Vorwürfe Saudi-Arabiens bislang nicht reagiert.
Das saudische staatliche Schifffahrtsunternehmen Bahri bestätigte am Mittwoch, dass sein Schiff „während der Durchfahrt durch die Straße von Hormus in einen Sicherheitsvorfall verwickelt“ gewesen sei.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth verlängerte unterdessen nach Informationen des Wall Street Journals die Truppenstationierungen in der Region. Dies sei ein Zeichen dafür, dass sich der vor gut sechs Monaten begonnene Konflikt bis weit ins nächste Jahr hineinziehen könnte, zitierte die US-Zeitung mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Mehr zum Thema – USA und Iran starten erneut Angriffe – Kampfpause offenbar beendet

