Pakistanische Vertreter rechnen laut Al Jazeera mit einem „großen Durchbruch“ bei den Gesprächen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten über Teherans Atomprogramm und einen Waffenstillstand. Der Optimismus am Mittwoch kam auf, als eine hochrangige pakistanische Delegation unter der Leitung von Armeechef Asim Munir in Teheran eintraf, um eine Botschaft der USA an die iranische Führung zu übermitteln. Er wurde vom iranischen Außenminister Abbas Araghtschi empfangen. Munir gilt als einer der einflussreichsten Vermittler zwischen den USA und Iran. 

Der zentrale Streitpunkt bleibt die Dauer eines möglichen Einfrierens der Urananreicherung durch Iran sowie der iranische Bestand von 440 Kilogramm hoch angereicherten Urans. 

Dabei geht es auch darum, was Iran mit seinen rund 440 Kilogramm an angereichertem Uran im Land tun wird. Diskutiert werden mehrere Optionen – etwa die Ausfuhr in ein Drittland oder die Drosselung der Urananreicherung auf natürliches Uran beziehungsweise auf ein Niveau von bis zu 3 Prozent.

Parallel zu Munirs Reise nach Teheran reiste Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif am Mittwoch im Rahmen einer Regionalreise nach Saudi-Arabien, die auch Stationen in Katar und der Türkei umfasst. Laut Al Jazeera ist Sharifs Reise Teil einer „zweigleisigen Strategie“. Ziel sei es, potenzielle Widerstände gegen ein Abkommen zu verringern.

Die diplomatische Initiative wird durch optimistische Äußerungen von US-Präsident Donald Trump gestärkt, der am späten Dienstag sagte, die Welt solle sich auf „zwei erstaunliche Tage“ einstellen und der Krieg mit Iran stehe „kurz vor dem Ende“.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, sagte später, weitere Verhandlungen würden voraussichtlich in Islamabad stattfinden. Sie bezeichnete die durch Pakistan vermittelten Gespräche als „produktiv und andauernd“.

„Wir sind zuversichtlich hinsichtlich der Aussichten für ein Abkommen“, sagte sie am Mittwoch.

In Teheran bestätigte das iranische Außenministerium, dass der Austausch mit den USA seit dem Ende der Gespräche in Islamabad fortgesetzt werde. Dessen Sprecher Esmail Baghai sagte, es seien „mehrere Botschaften über Pakistan ausgetauscht worden“ und die iranischen „Positionen seien in diesen Gesprächen übermittelt worden.“

Zugleich hieß es in iranischen Medien, die Medienkampagne, welche den Erfolg der Iran-US-Gespräche hochspielt, sei ein taktischer PR-Trick, der darauf abziele, die Märkte zu beruhigen und Trump vor wachsendem Druck zu schützen, anstatt echte Durchbrüche widerzuspiegeln. Aufgrund widersprüchlicher US-Positionen und israelischer Störaktionen seien die Gespräche weitaus weniger positiv, hieß es bei Iran Nuances.

Eine US-Seeblockade iranischer Häfen – die nach dem Ende der Gespräche begann – bleibt in der Straße von Hormus in Kraft. Das US-Zentralkommando erklärte, es habe bis Mittwoch neun Schiffe zur Umkehr gezwungen.

Irans Militär verurteilte die Blockade als Verletzung des Waffenstillstands vom 8. April. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete zudem, dass ein von Sanktionen betroffener iranischer Supertanker trotz der Blockade die Straße von Hormus passiert habe, nannte jedoch keine weiteren Details.

Mehr zum Thema – Verlängerung der Waffenruhe wahrscheinlicher – Iran droht mit vollständiger Hormus-Blockade

Abbildung des Banners Denkanstoß statt Denkverbot
Nach oben scrollen