Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez hat die Kritik an dem neuen Öl-Abkommen mit den USA zurückgewiesen und die Souveränität ihres Landes über die Rohstoffvorkommen betont.
Das „historische“ Abkommen mit Washington hat eine Laufzeit von 25 Jahren und sieht die Erschließung von 17 strategischen Ölfeldern vor. Die anfängliche Fördermenge soll auf 1,5 Millionen Barrel Rohöl pro Tag steigen. Zugleich soll Venezuela nach Angaben Rodríguez’ Eigentümer seiner natürlichen Ressourcen bleiben.
Der Deal umfasst zudem die Erschließung von acht bislang unerschlossenen Ölfeldern. Von jedem Barrel, das im Rahmen des Abkommens gefördert und an die USA verkauft wird, sollen rund 19 Dollar an Caracas fließen. Bei einem angenommenen Ölpreis von 65 Dollar pro Barrel könnte das Abkommen Venezuela nach Angaben Rodríguez’ insgesamt rund 209 Milliarden Dollar einbringen.
Die Übergangspräsidentin erklärte, Venezuela nutze mit dem Abkommen ausländisches Kapital, Technologie und Fachwissen, um seine von den Sanktionen schwer getroffene Ölindustrie wieder aufzubauen. Damit reagiert Rodríguez zugleich auf den Vorwurf, Caracas gebe mit dem Abkommen die Kontrolle über seine wichtigsten Rohstoffreserven an Washington ab.
US-Präsident Donald Trump hatte das Öl-Abkommen am Freitag bekannt gegeben und erklärt, die USA erhielten damit die Mehrheitskontrolle über 65 Milliarden Barrel aus den venezolanischen Erdölvorkommen. Da in Washington kaum Details bekannt gegeben wurden, gab es zahlreiche Spekulationen, das Abkommen sei zum Nachteil Venezuelas geschlossen worden.
Venezolanische Regierungsvertreter bereiten nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters für die kommende Woche Vereinbarungen vor, die mehreren Unternehmen neue Rechte zur Erkundung und Förderung von Ölvorkommen einräumen sollen. Dazu gehört auch der US-Konzern Chevron.
Caracas steht seit Januar unter Druck, den Forderungen Washingtons nachzukommen. Damals entführten US-Spezialkräfte den damaligen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und übergaben die Führung des Landes an dessen Vizepräsidentin Delcy Rodríguez.
Mit mehr als 303 Milliarden Barrel verfügt das südamerikanische Land über die größten bekannten Erdöl-Reserven weltweit. Nach jahrelanger Wirtschaftskrise hat Venezuela aber große Probleme, diese auszubeuten und Profit daraus zu schlagen.
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