Neun europäische Staaten haben sich mit der Forderung an die Europäische Kommission gewandt, das Internationale Olympische Komitee (IOC) sowie internationale Sportverbände, die russische und weißrussische Athleten zu internationalen Wettkämpfen zulassen, von EU-Förderprogrammen auszuschließen. Dies berichtet der Sender ERR unter Berufung auf das estnische Kulturministerium.
Anlass war die Entscheidung des IOC-Exekutivkomitees vom 7. Juli, die Mitgliedschaft des Russischen Olympischen Komitees vorübergehend wiederherzustellen und die Aufhebung der Beschränkungen für russische Sportler zu empfehlen. Initiator des Appells war Estland. Ihm schlossen sich die Niederlande, Litauen, Lettland, Polen, Schweden, Rumänien, Finnland und Dänemark an.
In dem an EU-Sportkommissar Glenn Micallef gerichteten Schreiben wird vorgeschlagen, dem IOC, dem Internationalen Fechtverband und dem Internationalen Schwimmverband den Zugang zu EU-Fördermitteln zu entziehen. Die Länder schlagen zudem vor, die Beteiligung solcher Organisationen an künftigen Beratungen zur Sportentwicklung in Europa zu überdenken. In der Erklärung heißt es:
„Bei voller Achtung der Autonomie von Sportorganisationen fordern die EU-Staaten internationale Sportstrukturen dazu auf, die Grundsätze der Menschenrechte, der Rechtsstaatlichkeit und friedlicher Beziehungen zwischen Staaten zu respektieren.“
Estland und seine Partner sind der Ansicht, dass Organisationen, deren Entscheidungen nicht mit den Werten der EU vereinbar sind, so lange keine europäische finanzielle Unterstützung erhalten sollten, bis sie ihr Bekenntnis zu diesen Grundsätzen bestätigt haben.
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