Der im Pazifik stationierte US-Flugzeugträger USS George Washington hat Kurs auf den Nahen Osten genommen. Dies erfolgte vor dem Hintergrund von Berichten über psychische Belastungen der Matrosen und Versorgungsprobleme an Bord der seit langer Zeit eingesetzten USS Abraham Lincoln.
Die Lincoln unterstützt den US-Krieg gegen Iran. Ihr Einsatz umfasst inzwischen eine Rekordzeit von mehr als 260 Tagen ununterbrochen auf See. Mehrere demokratische Abgeordnete fordern vom Pentagon Aufklärung über die Zustände an Bord. Mehrere Seeleute sollen versucht haben, von Bord der USS Abraham Lincoln zu springen – Familien berichten im Zuge des Iran-Kriegs von wachsender Sorge. Zudem ist von verschimmelten Duschen, kaputten Toiletten und seit Wochen ausgefallenen Waschmaschinen die Rede.
Obwohl die erneuten Kämpfe zwischen den USA und Iran in den vergangenen Wochen abgeflaut sind, hat die US-Marine die Blockade iranischer Häfen in der strategisch wichtigen Straße von Hormus wieder eingeführt. Die Trump-Regierung hat bislang keine klare Strategie erkennen lassen, wie sie den Krieg beenden will. Hegseth sagte vor Journalisten, die USA könnten die Blockade „unbegrenzt“ aufrechterhalten.
Die USS George Washington verließ laut einer Mitteilung der US-Marine vergangene Woche den Hafen von Da Nang in Vietnam. Seitdem wurden der Flugzeugträger sowie ein Kreuzer und ein Zerstörer bei der Durchfahrt durch die Straße von Singapur gesichtet.
Ein US-Marinevertreter bestätigte unter der Bedingung der Anonymität, dass sich die Washington in der Straße von Malakka befand. Die Meerenge verbindet den Pazifischen und den Indischen Ozean und bringt den Flugzeugträger auf Kurs in Richtung Indischer Ozean.
Das Wall Street Journal hatte zuvor berichtet, dass der Flugzeugträger Washington die USS Abraham Lincoln als einen von zwei derzeit im Nahen Osten stationierten US-Flugzeugträgern ersetzen soll. Damit würde der Pazifik für einen bislang unbekannten Zeitraum ohne US-Flugzeugträgerpräsenz bleiben.
Die Trump-Regierung betrachtet China als dominierende Macht in der Region und bezeichnet Peking inzwischen als eine „etablierte Macht“, die lediglich daran gehindert werden müsse, die USA oder deren Verbündete zu dominieren. Unter der Biden-Regierung war China dagegen noch als wichtigster globaler Rivale der USA eingestuft worden.
Demokratische Abgeordnete fordern inzwischen Untersuchungen, mehr Informationen und größere Transparenz über die Zustände an Bord des Schiffes. Die USS Lincoln hätte ursprünglich bereits im Mai nach Hause zurückkehren sollen.
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