Wladislaw Maslennikow, Direktor der Abteilung für Europäische Angelegenheiten im russischen Außenministerium und ranghöchster Beamter Russlands im Arktischen Rat, hat der Nachrichtenagentur RIA Nowosti ein Interview gegeben. Der Diplomat ging unter anderem auf das NATO-Manöver „Northern Viking 2026“ ein, das rund um Island vom 22. August bis zum 3. September stattfand. Nach Angaben der US Navy nahmen mehr als 1.200 Militärs an den verschiedenen Übungsteilen zu Land, in der Luft und auf See teil.

In dem Zusammenhang führte der russische Diplomat aus:

„Wie jede NATO-Übung in hohen Breiten trägt auch das Manöver ‚Northern Viking‘ dazu bei, das Risiko von Zwischenfällen zu erhöhen, die eine bewaffnete Auseinandersetzung provozieren und eine direkte Bedrohung für die Sicherheit Russlands darstellen können.“

Laut Maslennikow hätten die NATO-Mitgliedstaaten in jüngster Zeit ihre militärische Präsenz in hohen Breitengraden ohne nachvollziehbaren Grund aufgestockt, aber auch gemeinsame Übungen in der Region intensiviert.

Zuvor warf Maslennikow der Europäischen Union vor, die Kooperation unter anderem in der Arktis zum Gegenstand politischer Diskussionen und Entscheidungen machen zu wollen. Darüber hinaus beabsichtige Brüssel, in dieser Hinsicht den Weg der Eskalation einzuschlagen, erklärte der Vertreter des russischen Außenministeriums im Gespräch mit der Agentur RIA Nowosti.

Die wichtigsten Leitlinien der aktualisierten Arktispolitik der Gemeinschaft seien während des EU-Arktis-Gipfels, der am 13. und 14. September im finnischen Rovaniemi stattfand, bekanntgegeben worden.

Kanada, Dänemark, Finnland, Island, Norwegen, Schweden und die USA hatten Ende Mai am Rande eines NATO-Außenministertreffens im schwedischen Helsingborg angekündigt, ihre militärische Präsenz, Überwachungsfähigkeiten und Übungen in der Arktis und im Hohen Norden gemeinsam auszubauen. Eine entsprechende Erklärung wurde von den Außenministern dieser Länder unterzeichnet.

Als Reaktion darauf erklärte das Außenministerium in Moskau, Russland sei bereit, alle verfügbaren Mittel einzusetzen, um Bedrohungen durch die NATO in der Arktis zu bekämpfen.

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