Am Samstag hat Moldawiens Außenministerium den russischen Botschafter in Chișinău, Oleg Oserow, einbestellt und ihm eine Protestnote überreicht. Grund dafür sei „das unbefugte Eindringen von drei Drohnen und zwei Raketen in den Luftraum der Republik Moldau“ gewesen, hieß es in der Stellungnahme der Behörde auf X. Das Außenamt hat auf „die Schwere des Vorfalls“ hingewiesen, durch welchen „Leben und Sicherheit der Bürger“ gefährdet worden seien. Zudem habe der Vorfall „Brände und Sachschäden“ verursacht. „Das Ministerium fordert die Russische Föderation auf, die Souveränität und territoriale Integrität der Republik Moldau zu respektieren und ein erneutes Auftreten solcher Vorfälle zu verhindern“, so die Behörde.

Nach Angaben des moldawischen Verteidigungsministeriums haben die Überwachungssysteme der Nationalarmee am Samstagmorgen insgesamt sechs unbefugte Flüge registriert. Zunächst hatten die Behörden fünf identifizierte Flugobjekte gemeldet – drei Raketen und zwei Drohnen –, die am Boden eingeschlagen seien. Später sei ein weiterer unbefugter Flug festgestellt worden. Es handele sich um eine Drohne, die aus dem ukrainischen Gebiet Odessa in den moldawischen Luftraum eingedrungen sei. Anschließend habe das Flugobjekt den Luftraum des Landes verlassen und ist in Richtung ukrainisches Territorium geflogen. Es wurden keine Opfer gemeldet. Die Militärbehörde hat diese Vorfälle in Verbindung mit den „massiven Angriffen der Russischen Föderation auf die Ukraine“ gebracht.

Wie Botschafter Oserow gegenüber Journalisten mitteilte, sei Russland zu einer gemeinsamen Untersuchung der Drohnenvorfälle bereit. Chișinău weiche jedoch nach wie vor aus. „Unsere Spezialisten sind bereit, vor Ort zu prüfen, ob es sich tatsächlich um russische Geräte handelt, um welche genau es dabei geht und aus welchem ​​Grund sie dort aufgetaucht sind“, sagte der Leiter der russischen diplomatischen Mission beim Verlassen des Gebäudes des moldawischen Außenministeriums. Dem Botschafter zufolge hänge die weitere Entwicklung der Lage von der moldawischen Seite ab. Ob Chișinău zu einer objektiven Untersuchung bereit sei oder den bisherigen Kurs fortsetze. 

Dies war bereits die zweite Vorladung des russischen Diplomaten im moldawischen Außenministerium in dieser Woche. Am Donnerstag wurde Oserow eine gleichartige Protestnote überreicht, nachdem am Mittwoch drei Drohnen den Luftraum des Landes verletzt hatten. Zwei von ihnen waren auf dem Staatsgebiet abgestürzt und explodiert.

Nach dem Treffen im moldawischen Außenamt betonte Oserow, dass er keine Beweise dafür erhalten habe, dass die Drohnen russischen Ursprungs waren. „Wir haben der moldawischen Seite wiederholt erklärt, dass wir zu gemeinsamen Ermittlungen dieser Vorfälle bereit sind, um zu klären, worum es dabei geht“, sagte der Diplomat.

Am 24. September hat das moldawische Verteidigungsministerium einen Bericht veröffentlicht, demnach sei der Luftraum des Landes seit dem Jahr 2022 insgesamt 81 Mal verletzt worden. Allein seit Beginn des laufenden Jahres seien dabei 44 solcher Vorfälle registriert worden. In den meisten Fällen seien Trümmerteile von Drohnen sowie Aktivitäten von Flugobjekten in Gebieten nahe der Grenze zur Ukraine festgestellt worden. Offizielle Angaben zur Herkunft der Flugobjekte hat Chișinău nicht gemacht.

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