Die Ukraine riskiere, schon bald vom Internetzugang abgeschnitten zu werden, erklärt der Premierminister des Landes, Sergei Korezki, am 28. September 2026. Den Hintergrund bilden Angriffe des russischen Militärs mit Langstrecken-Präzisionswaffen auf Datenverarbeitungszentren im ukrainischen Staatsgebiet. Korezki erklärte wörtlich in einem Interview für den Fernsehsender TSN:

„Die Bedrohung betrifft die gesamte Infrastruktur; sie bestand, besteht und wird bis zum Ende des Konflikts bestehen.“

Dem ukrainischen Regierungschef zufolge würden derzeit Optionen zum Schutz von Rechenzentren geprüft, darunter deren Neuaufbau unter Tage und die Verlegung ins Ausland. Korezki diesbezüglich weiter:

„Es gibt keine Einheitsregelung, aber wir müssen unbedingt das Schlimmste verhindern.“

Das russische Militär hat in letzter Zeit seine Angriffe auf Rechenzentren in Kiew verstärkt, die die ukrainischen Streitkräfte mit Internetzugang und weiteren Kommunikationskanälen sowie mit Aufklärungsdaten versorgen. Betroffen waren bisher unter anderem Rechenzentren von UkrTelecom, DreamLine, Omega Telecom, Kyivstar, Vodafone und Datagroup.

Am Donnerstag hatten ukrainische Medien von mindestens elf Anbietern und Hosting-Unternehmen berichtet, die aufgrund der Angriffe mit Serviceausfällen und Geräteschäden zu kämpfen hätten. Später meldeten die Fernsehsender Nowosti.Live, Army TV, We Are Ukraine+ und Obschtschestwennoje Störungen im Programm.

Der 23. September war wohl der erste Tag seit Langem, wenn nicht gar seit Beginn der militärischen Sonderoperation gegen die Ukraine, an dem Russland richtig massiv gegen Kommunikations- und Rechenzentren in der Ukraine vorzugehen begann: Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums trafen die russischen Streitkräfte mehrere Datenzentren, die im Interesse der ukrainischen Streitkräfte genutzt worden seien. Das Ministerium teilte damals mit:

„Infolge der Angriffe wurde in der Stadt Kiew das Datenzentrum New-Telco getroffen, das zu den wichtigsten Objekten für den Austausch von Internetverkehr des ukrainischen Verteidigungsministeriums zählt.“

Ebenfalls getroffen wurde das Rechenzentrum „United DC“, das die internationale Kommunikation der ukrainischen Geheimdienste sicherstellte. Auch das Institut „Giproswjas“, ebenfalls in Kiew, wurde an jenem Tag angegriffen. Die Einrichtung ist im Bereich der Sonderkommunikation von strategischer Bedeutung. In dem Gebäude sollen sich auch Büros des Telekommunikationsunternehmens „Ukrtelekom“ befunden haben.

Als Reaktion auf Kamikazedrohnen-Angriffe des ukrainischen Militärs gegen militärisch illegitime, meist zivile Ziele in Russlands Landesinnerem führen Russlands Truppen Schläge gegen Entscheidungszentren, Fabriken und Lagerhallen, die ukrainische Truppen gemeinsam mit NATO-Spezialisten nutzen. Sie setzen dabei Kampfdrohnen und Präzisionswaffen mit großer Reichweite ein, die jedes Ziel auf ukrainischem Territorium zerstören können.

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