Der katarische Staatsfonds Qatar Investment Authority (QIA), einer der größten Aktionäre von Volkswagen, äußerte unmissverständliche Kritik und Ablehnung gegen den geplanten Verkauf des VW-Werks in Osnabrück an den israelischen Rüstungskonzern Rafael. Hintergrund sind demnach Bedenken des Anteilseigners, dass an dem Standort zukünftig Rüstungsgüter oder Komponenten für das Raketenabwehrsystem Iron Dome in Niedersachsen produziert werden. Das US-Portal Bloomberg berichtet nun über eine mögliche Einigung noch vor den kommenden Landtagswahlen am 9. Oktober.

Im Volkswagen-Werk in Osnabrück könnte bald für die Rüstungsindustrie produziert werden, so die mediale Bestätigung des NDR in der Vorwoche zu den Inhalten eines BloombergArtikels (Bezahlschranke), laut dem das verantwortliche Bundesland Niedersachsen und das israelische Unternehmen Rafael Advanced Defense Systems „kurz vor dem Abschluss einer Vereinbarung über die Produktion von militärischer Ausrüstung im Werk des Automobilherstellers in Osnabrück stehen“.

Entsprechende Anzeichen würden sich dabei verdichten, da den Informationen zufolge „ein neues Datum im Raum“ stünde. Ungenannten Bloomberg-Quellen nach könnte bereits in den kommenden Wochen „eine Einigung erzielt werden“, wie aus Kreisen verlautete, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Bezugnehmende Gespräche seien noch im Gange, wobei die finale „Einigung noch nicht sicher sei“, so die anonymen Quellen.

Nach der aktuellen Aktionärsstruktur zum 31. Dezember 2025 hält die „Qatar-Holding“ 17,0 Prozent der VW-Stimmrechte. Das Land Niedersachsen 20 und Hauptanteilseigner Porsche 53,3 Prozent am Unternehmen Volkswagen.

Nach soweit bekannten Informationen will der israelische Konzern „Teile für das Luftverteidigungssystem ‚Iron Dome‚“ in Osnabrück bauen lassen. Um welche Komponenten es sich dabei genau handeln soll, „mit welcher Summe sich das Land beteiligen will und wie viele der mehr als 2.000 Arbeitsplätze in Osnabrück damit gesichert werden könnten“, ist dabei weiterhin „aktuell unklar“, so der NDR darlegend.

Laut Bloomberg-Artikel gehe es bei den jüngsten Konsultationen „um schwere Lastwagen zum Transport der Raketen, Abschussvorrichtungen, Stromgeneratoren und weitere Unterstützungsausrüstung für das Luftverteidigungssystem“, die seitens der VW-Mitarbeiter produziert werden.

Hinsichtlich der Kritik des katarischen Großaktionärs laute eine der nun in Betracht gezogenen Optionen, dass Volkswagen „Teile des Standorts Osnabrück nach Niedersachsen verlagern könnte, wo dann ein Joint Venture mit Rafael gegründet würde“, so einer der Bloomberg-Informanten. In diesem skizzierten Szenario würde dann das Unternehmen nicht direkt mit dem staatlichen israelischen Rüstungskonzern zusammenarbeiten. Eine bis dato theoretische Lösungsvariante, „die den Bedenken des katarischen Staatsfonds Rechnung tragen würde“.

Wie die Bild-Zeitung (Bezahlschranke) am vergangenen Freitag unter Berufung auf den Bloomberg-Artikel berichtete, könnte nun bereits im September „demnach eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet werden“. Ein wichtiges Datum sei dabei der 4. September, da an dem kommenden Freitag laut Bild-Informationen der Volkswagen-Aufsichtsrat zusammenkommt. Bei der Sitzung „soll auch die Zukunft des Osnabrücker Standorts und die mögliche Zusammenarbeit mit Rafael eine Rolle spielen“.

Die Financial Times (Bezahlschranke) berichtete bereits am 24. März dieses Jahres, dass mit dem anvisierten Israel-Deal „alle 2.300 Arbeitsplätze in dem von der Schließung bedrohten Werk in Niedersachsen gerettet werden sollen“. Die entsprechende Produktion könne dabei laut Volkswagen „innerhalb von 12 bis 18 Monaten anlaufen“, die Bundesregierung in Berlin unterstütze des FT-Artikels zufolge „das Vorhaben aktiv“. 

Entsprechende Mutmaßungen lauten aktuell, dass, sollte der VW-Aufsichtsrat zeitnah final grünes Licht geben, die damit anschließend verbundenen notwendigen Schritte „schnell erfolgen, wäre sogar eine Unterzeichnung noch vor der Kommunal- und Oberbürgermeisterwahl in Osnabrück am 13. September denkbar“.

Die Fahrzeugproduktion im früheren Werk des Kleinserien-Autobauers Karmann in Osnabrück soll im Rahmen eines Sparplans im kommenden Jahr komplett auslaufen und beendet werden.

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