Chinesische Ölraffinerien kaufen aktiv russisches Öl auf, das Indien ablehnt. Dies berichtete Bloomberg unter Berufung auf eigene Daten zur Schiffsverfolgung.
Die Analyse ergab, dass die Lieferungen von russischem Öl in chinesische Häfen vom 1. bis 18. Februar auf 2,09 Millionen Barrel pro Tag gestiegen sind. Im Januar lag dieser Wert bei 1,72 Millionen Barrel und im Dezember 2025 bei 1,39 Millionen. Bloomberg merkte an, dass dies den Rückgang der Einkäufe seitens Indiens „mehr als ausgeglichen“ habe.
Die Ölimporte aus Russland nach Indien sind auf derzeit etwa 1,2 Millionen Barrel pro Tag geschrumpft, verglichen mit täglich 1,78 Millionen Barrel im November letzten Jahres, heißt es in dem Artikel. Im Vergleich zum Juni 2025 seien die Lieferungen um etwa 40 Prozent zurückgegangen, so die Autoren des Artikels.
Die Neuausrichtung auf China habe alle russischen Exportölsorten betroffen, schrieb Bloomberg. Die Lieferungen von Urals-Öl stiegen im vergangenen Dezember auf 600.000 Barrel pro Tag. Dies ist der höchste Stand seit 2018. In dem Artikel heißt es jedoch, dass die endgültige Zahl noch steigen könnte, da mehr als 20 Lieferungen noch nicht verschifft wurden und bei fast der Hälfte davon der Bestimmungsort nicht angegeben ist.
Händler erklärten gegenüber Bloomberg, dass immer mehr private Ölraffinerien aufgrund der Preisnachlässe den Kauf von Urals-Öl in Betracht ziehen. Der Preisunterschied zu Brent-Öl betrage bis zu zwölf US-Dollar.
Ende Januar berichtete Reuters unter Berufung auf Quellen, dass indische Ölraffinerien versuchen, sich von russischen Öllieferanten abzuwenden und stattdessen ihre Importe aus dem Nahen Osten zu steigern. Der indische Ölminister Hardeep Singh Puri berichtete über einen Rückgang der Öllieferungen aus Russland. Er begründete dies mit den Marktbedingungen.
Am 7. Februar hoben die USA die 25-prozentigen Zölle auf Waren aus Indien auf, die wegen der Käufe von russischem Öl eingeführt worden waren. Präsident Donald Trump sagte, dass die Behörden in Neu-Delhi sich verpflichtet hätten, den direkten oder indirekten Import von Öl aus Russland einzustellen. Darüber hinaus gab das Weiße Haus bekannt, dass eine vorläufige Rahmenvereinbarung über den Handel mit Indien erzielt worden sei.
Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte Anfang Februar, dass Moskau keine Mitteilungen aus Indien über die Einstellung der Ölimporte erhalten habe.
Mehr zum Thema – Russland–Indien: Kein Ende des Ölhandels in Sicht

